Geschichte der Diakonie in Kurhessen-Waldeck

Die Ursprünge diakonischer Arbeit in Kurhessen-Waldeck gehen auf die Armenstiftungen des Mittelalters zurück. Noch heute sind die Nachfolgeeinrichtungen dieser Hospitäler aus dem 13. Jahrhundert aktiv (z.B. in Frankenberg, Eschwege und Spangenberg).

Diakonie in Kurhessen-Waldeck nahm ihren Anfang in einzelnen Kirchengemeinden: Als Antwort auf die sozialen Umwälzungen des 19. Jahrhunderts bedeutete die Innere Mission Aufbruch und neue Orientierung für christliche Gemeinden.

Erste Einrichtungen entstanden: 1844 wurde in Rengshausen (heute Gemeinde Knüllwald im Schwalm-Eder-Kreis) das „Burschenheim Beiserhaus“ gegründet, ein Heim für „verwahrloste Jugendliche“, denen Unterkunft und Ausbildung angeboten wurden. 1845 folgte die Gründung des Kinderkrankenhauses „Zum Kind von Brabant“ in Kassel.

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Diakonie-Geschichte im Internet 

Portal Diakonie-Geschichte

Johann Hinrich Wichern

Mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert gerieten viele Menschen in Not: Behinderte, kranke, blinde Menschen und Wanderarbeiter hatten in den Siedlungen der Industriearbeiter keine Bleibe mehr. In Städten und Dörfern widmeten sich Diakonissen in der Gemeindekrankenpflege den Menschen zu Hause.

Johann Hinrich Wichern forderte daher beim Kirchentag in Wittenberg 1848 von der Evangelischen Kirche, sich diesem Problem zu stellen. Soziale Hilfeleistungen und die Verkündigung des Evangeliums waren die Wurzeln der damals entstandenen Inneren Mission.

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Gründung des Landesverbandes

1889 schlossen sich die diakonischen Einrichtungen in Kurhessen zum „Landesverein für Innere Mission für den Consistorialbezirk Cassel“ zusammen. Ziel war es, den Gedanken der Inneren Mission in der ganzen Kirche zu verbreiten.

In der Folgezeit wurden eine Reihe diakonischer Einrichtungen gegründet, die sich behinderten und kranken Menschen zuwandten (z.B. Kurhessisches Diakonissenhaus und Hessisches Brüderhaus Hephata).

Auch im ehemals selbstständigen Waldeck kam es mit dem Waldeckschen Diakonissenhaus, dem Sophienheim und dem Bathildisheim zu bedeutenden diakonischen Neugründungen.

Mit der Sozialgesetzgebung im Deutschen Kaiserreich und durch die Anerkennung freier Wohlfahrtsverbände in der Weimarer Reichsverfassung wurde die Arbeit der Inneren Mission auf eine solide finanzielle Basis gestellt.

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Zeit des Nationalsozialismus

Die Phase des Aufschwungs war 1933 beendet. Viele diakonische Dienste wurden in die NS- Volkswohlfahrt eingegliedert.

Gleichzeitig wurden die Landeskirchen Kurhessens und Waldecks zusammengeschlossen.

In der Zeit zwischen 1933 und 1945 luden auch Teile der Diakonie schwere Schuld auf sich. Trotz anhaltenden kirchlichen Widerstandes wurden auch aus diakonischen Einrichtungen geistig behinderte Menschen Opfer des von den Nationalsozialisten betriebenen „Programms zur Vernichtung lebensunwerten Lebens“.

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Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg

Die Not nach dem Zweiten Weltkrieg führte zum Aufbau eines zweiten kirchlich-karitativen Werkes: Das Evangelische Hilfswerk, 1945 von Eugen Gerstenmaier für ganz Deutschland in Treysa gegründet, sollte Ansprechpartner für die Internationale Hilfe aus der Ökumene werden. Es leitete die Hilfen ausländischer Christen für die Bevölkerung im zerstörten Deutschland und für die Kirchengemeinden weiter. Bedürftige erhielten Kleidung und Nahrung. Gemeinden wurden mit Notkirchen, Bibeln und Gesangbüchern versorgt.

1966 schlossen sich in Kurhessen-Waldeck die Innere Mission und das Evangelische Hilfswerk zusammen. Die heutige Bezeichnung „Diakonisches Werk in Kurhessen- Waldeck e.V.“ trägt der Verein seit 1975 nach Verabschiedung des Diakoniegesetzes.

Heute gehören dem Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck e.V. rund 210 Vereine, Stiftungen und gemeinnützige GmbHs sowie 26 Kirchenkreise, Zweckverbände und zahlreiche Kirchengemeinden der Landeskirche an. Auch Einrichtungen aus evangelischen Freikirchen sind Mitglied im DWKW.

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