21.07.2010: Sprache als Schlüsselqualifikation
KIKUS-Fortbildung: Viele Sprachen im Vor- und Grundschulalter

Fortbildung KIKUS: Als Referentin konnte Dr. Edgardis Garlin (rechts), die Begründerin des KIKUS-Programms, gewonnen werden. <BR>(Foto: E. Lieberknecht/DWKW)
Fortbildung KIKUS: Als Referentin konnte Dr. Edgardis Garlin (rechts), die Begründerin des KIKUS-Programms, gewonnen werden.
(Foto: E. Lieberknecht/DWKW)

„Sprache ist eine Schlüsselqualifikation und eine der wichtigsten Voraussetzungen für schulischen und beruflichen Erfolg“, steht im Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan. Besonders Kinder, die Deutsch als Zweitsprache lernen, benötigen in Bildungseinrichtungen wie Kindertageseinrichtungen und Grundschulen besonders viele Impulse und Angebote, sich mit der deutschen Sprache anzufreunden und sie spielerisch zu erlernen.

Ebenso gehören aber auch eine aktive Elternarbeit und die Pflege der Familiensprache dazu. Viele Sprachförderprogramme unterstützen inhaltlich, methodisch und mit einschlägigen Materialien auf spielerische Weise den Spracherwerb.
Anfang Juli fand im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck (DWKW) eine Fortbildung für Pädagoginnen und Pädagogen aus Kindertagesstätten, Horten und Grundschulen statt, in der KIKUS - ein ganzheitliches Sprachförderprogramm, das die frühe Mehrsprachigkeit von Kindern anregt und fördert - vorgestellt wurde.

„Wir sehen die Notwendigkeit, Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrerinnen und Lehrer in Deutsch als Zweitsprache weiterzubilden, damit sie hier fundierte Kenntnisse erwerben. Dies ist verbunden mit dem Ziel, systematisch, intensiv und mit Hintergrundwissen Kinder mit Migrationshintergrund im Vor- und Grundschulalter fördern zu können“, so Waltraud Kirchmeier, Leiterin des Bereiches Kindertagesstätten im DWKW. „Es war uns wichtig, nicht nur die Erzieherinnen und Erzieher unserer Kindertagesstätten in diesem Bereich weiterzubilden, sondern auch die Teilnahme für Grundschullehrer und Studierende der Universität Kassel des Masterstudiengangs Deutsch als Fremd- und Zweitsprache zu öffnen. Schließlich gibt es in beiden Bereichen hohen Förderbedarf. Deshalb freut es uns, dass erstmals Lehrerinnen sowie Lehramtsstudentinnen und -studenten gemeinsam mit Erzieherinnen an dieser Fortbildung teilnahmen“, so Kirchmeier weiter.

Das Besondere an dem Programm sei, dass die Mehrsprachigkeit der Kinder auch mit den Eltern in das Deutschlernen einbezogen werden und die Sprachförderung mit der thematischen Arbeit in der jeweiligen Einrichtung verzahnt wird. Gefördert wird das Programm von der Siemensstiftung, durch deren Übernahme der gesamten Fortbildungskosten in Höhe von ca. 2500,- € die Veranstaltung durchgeführt werden konnte.

Hintergrund Sprachförderprogramm KIKUS:

KIKUS – hinter dieser Abkürzung verbirgt sich KINDER IN KULTUREN UND SPRACHEN.
Es handelt sich um ein ganzheitliches sprachförderprogramm, das die frühe Mehrsprachigkeit von Kindern anregt und fördert. Es umfasst
  • Effektive Methoden zur gezielten, spielerischen Sprachvermittlung
  • Spezifische Lehr- und Lernmethoden
  • Das Einbeziehen der Eltern im Sinne einer mehrsprachigen Erziehungspartnerschaft sowie
  • Fort- und Weiterbildungsmodule für pädagogische Fachkräfte
Es basiert auf drei Bausteinen:
  • Gezielte Sprachförderung in der Kleingruppe
  • Festigung des Gelernten im Einrichtungsalltag
  • Förderung der Erstsprache durch das Elternhaus

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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13.07.2010: Veränderte Praxis bei wohnungslosen Jugendlichen
Diakonische Wohnungslosenhilfe kritisiert Hinhaltetaktik der Behörden

Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft (AG) Wohnungslosenhilfe im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck zeigt sich besorgt über die Veränderungen in verschiedenen Jugendämtern der Region gegenüber wohnungslosen Jugendlichen. „Wir stellen immer mehr fest, dass einige Behörden seit dem letzten Jahr eine regelrechte Hinhaltetaktik an den Tag legen. Deren Verwaltungshandeln ist nicht korrekt. Sie halten sich nicht an ihre eigenen Vorgaben, verzögern oder sind anscheinend nicht daran interessiert, den Betroffenen in verzweifelter Lage zu helfen. Dadurch hängen auch unsere Einrichtungen immer mehr in der Luft", erläuterte Carmen Krzis, Mitarbeiterin im Diakonischen Werk Oberhessen und derzeitige Vorsitzende der AG Wohnungslosenhilfe.

Nach Angaben der AG Wohnungslosenhilfe sind von diesem Vorgehen insbesondere die 18- bis 21-jährigen Hilfesuchenden betroffen. So wurde auf Anträge teilweise gar nicht erst reagiert oder sie wurden nicht weitergeleitet. Auch sind die Einrichtungen besorgt über die zunehmende Ablehnung der Anträge. „Als Gründe werden z.B. genannt, dass kein Formular vorhanden oder die Behörde nicht zuständig sei. Insgesamt ein sehr unerfreuliches Vorgehen. Nach dem Gesetz sind die Jugendämter für wohnungslose Jugendliche bis 21 Jahren als erste Anlaufstelle zuständig. Sie müssen zunächst die Finanzierung der Unterbringung in den Einrichtungen übernehmen. Dann ist es Sache der Behörden, ob das Jugendamt vom Sozialamt die Beträge zurückfordert", so die Vorsitzende abschließend.

Lösung „Hilfescout"

Auch eine Lösung bietet die AG Wohnungslosenhilfe an: So sollte ein Hilfescout oder Lotse die Klienten durch den Behördendschungel begleiten, da die Jugendlichen einen Rechtsanspruch haben, zu den Gesprächen beim Jugendamt eine Vertrauensperson mitzunehmen. Dieses Modell wird in anderen Regionen bereits mit Erfolg umgesetzt.

Arbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck

Die Arbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe ist ein Zusammenschluss von acht Trägereinrichtungen, die Mitglieder im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck sind und ein breit gefächertes Angebot an Hilfe bieten.

 

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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18.06.2010
Internetauftritt der diakonischen Suchthilfe erweitert

Aktualisierte Homepage der Diakonischen Suchthilfe
Aktualisierte Homepage der Diakonischen Suchthilfe

Mit einem erweiterten Auftritt wendet sich die Arbeitsgemeinschaft Suchthilfe im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck e.V. (AGS-DWKW) an die Öffentlichkeit.

Unter www.diakonische-suchthilfe.de konnten sich bisher schon Betroffene, ihre Angehörigen und alle am Thema Sucht Interessierte über das diakonische Netzwerk informieren. Unter dem Motto „Lichtblicke“ werden Hilfen zum Weg aus der Sucht aufgezeigt. Die Adressen aller Beratungs- und Behandlungsstellen, der stationären Suchthilfe, der Selbsthilfegruppen sowie der Fachstellen für Suchtprävention der AG sind über eine Suchmaske nach Ort und Schwerpunkt gefiltert abrufbar. Neu ist ein Veranstaltungskalender, der auf aktuelle Angebote der diakonischen Suchthilfe hinweist.

Hintergrund:
Die Arbeitsgemeinschaft Suchthilfe hat 19 Mitgliedseinrichtungen und versteht sich als Vernetzung verschiedener Hilfsangebote der AGS-DWKW: Über 50 ambulante und stationäre Einrichtungen sowie 140 Selbsthilfegruppen beraten und unterstützen betroffene Menschen, zudem stehen etwa 235 Plätze im stationären betreuten Wohnen und ca. 225 Plätze im ambulanten betreuten Wohnen zur Verfügung. Die Ausbildung ehrenamtlicher Suchthelfer ist darüber hinaus ein wichtiger Bestandteil diakonischer Suchthilfe.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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21.05.2010: Ehrung mit Goldenem Kronenkreuz zum Abschied
Direktor Reinhard Löwer in Ruhestand verabschiedet / Nachfolger Dr. Harald Clausen eingeführt

Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz, Direktor Reinhard Löwer und der neue Direktor des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e.V., Dr. Harald Clausen (Foto: E. Lieberknecht)
Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz, Direktor Reinhard Löwer und der neue Direktor des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e.V., Dr. Harald Clausen (Foto: E. Lieberknecht)

Mit dem Goldenen Kronenkreuz, der höchsten Anerkennung für haupt- oder ehrenamtliches Engagement in der Diakonie, wurde anlässlich seiner Verabschiedung der langjährige Direktor des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e.V. (DWKW), Reinhard Löwer, ausgezeichnet.

„Dass unser Direktor in den wohlverdienten Ruhestand geht, bedeutet für uns einen Wegfall an Wissen und Kompetenz. Er war ein exzellenter Haushalter, durch den das DWKW optimal aufgestellt ist," sagte der Landespfarrer für Diakonie, Oberlandeskirchenrat Dr. Eberhard Schwarz anlässlich der Verleihung. Der 64-jährige Reinhard Löwer tritt nach 36 Jahren im DWKW – davon 14 1/2 Jahre als Direktor – zum 1. Juli 2010 in den Ruhestand.

Im Jahr 1974 als Verbandsprüfer im DWKW eingestellt, wurde Reinhard Löwer drei Jahre später zum Bereichsleiter Wirtschaft berufen. In dieser Funktion war er auch gleichzeitig Vertreter des damaligen Direktors, dessen Amt er 1995 übernahm. Danach arbeitete er mit immerhin vier Landespfarrern sehr eng zusammen. Neben seiner Tätigkeit in der Geschäftsführung des Diakonischen Werkes war Reinhard Löwer auch in verschiedenen Aufsichtsräten und Gremien ehrenamtlich engagiert. Dazu gehörte auch die Arbeit in der Liga der Freien Wohlfahrtspflege Hessen.

Als einen Höhepunkt in seiner Arbeit nach der Wiedervereinigung Deutschlands benannte der zukünftige Ruheständler den Aufbau von diakonischen Einrichtungen im thüringischen Schmalkalden Anfang der 90’er Jahre. „Was damals alles möglich war, kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Quasi über ein Wochenende haben wir die Unterlagen für die Einrichtung einer Behindertenwerkstatt fertiggestellt und dann beim Ministerium in Erfurt vorgelegt. Und wir hatten Erfolg, die Einrichtung konnte gebaut werden und bekam die nötige Förderung," so Löwer. 

Reinhard Löwer ist verheiratet, hat eine erwachsene Tochter und lebt in Frielendorf-Welcherod.

Erfahrener Jurist wird Nachfolger

Zeitgleich mit der Verabschiedung von Reinhard Löwer wurde sein Nachfolger Dr. Harald Clausen in das Amt des Direktors eingeführt.

Der gebürtige Kasseler (Jahrgang 1964) studierte nach dem Abitur am Wilhelmsgymnasium und einer Ausbildung zum Bankkaufmann Jura an der Universität in Göttingen. Der Abschluss erfolgte 1995 mit dem zweiten Staatsexamen, die Promotion folgte im Jahr 1999. In der Zeit von 1995 bis 1998 war er als Rechtsanwalt in Göttingen tätig, bevor er 1998 zum DWKW wechselte. Seine betriebswirtschaftliche Kompetenz vertiefte der Jurist in einem berufsbegleitenden „Intensivkurs Betriebswirtschaftslehre" an der Fernuniversität Hagen in den Jahren 2002 und 2003.

Dr. Clausen ist ehrenamtlich als Vorsitzender des Aufsichtsrats des Baunataler Diakonie Kassel e.V. und als Mitglied des Aufsichtsrats der Diakonie Kliniken gGmbH (Diakonissen- und Burgfeldkrankenhaus) tätig. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt mit seiner Familie in Kassel.

Hintergrund: DWKW

Das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck e.V. (DWKW) mit Sitz in Kassel ist der evangelische Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege in einem Gebiet von Bad Karlshafen in Nordhessen bis zum Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim, einschließlich des Kirchenkreises Schmalkalden in Thüringen. Der Verband vertritt die Interessen von derzeit rund 210 Mitgliedern (Vereine, Stiftungen, gemeinnützige GmbHs, Evangelische Kirchenkreise und -gemeinden, Evangelische Kindertagesstätten, landeskirchliche Zweckverbände). In deren gut 600 Einrichtungen arbeiten momentan rund 12.500 Hauptamtliche und ungezählte Ehrenamtliche. Darüber hinaus ist das DWKW Träger des Evangelischen Fröbelseminars. Die Geschäftsführung des DWKW übernimmt ein zweiköpfiger Vorstand, bestehend aus dem Landespfarrer und dem Direktor.

Ein Verwaltungsrat überwacht die Tätigkeit des Vorstandes im Hinblick auf die Ausrichtung der Gesamtarbeit und die sachgemäße Erfüllung der sich daraus ergebenden Aufgaben. Dazu gehört auch die Wahl des Landespfarrers, der gleichzeitig Vorstandsvorsitzender ist, und des Direktors als weiteres Vorstandsmitglied.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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