05.03.2010: „Diskussion über die Zukunft des Sozialstaates kann nicht ergebnisoffen geführt werden“
Diakonische Werke in Hessen und die Diözesan-Caritasverbände Mainz und Limburg appellieren: Sozialstaat darf nicht schlecht geredet werden

Gegen die Forderung von Staatsminister Jürgen Banzer, die Diskussion über die Ausrichtung des Sozialstaates „ergebnisoffen“ zu führen, wenden sich die beiden Diakonie-Spitzen Pfarrer Dr. Wolfgang Gern (Diakonie in Hessen und Nassau) und Pfarrer Dr. Eberhard Schwarz (Diakonie in Kurhessen-Waldeck) sowie die Diözesan-Caritasdirektoren Thomas Domnick (Mainz) und Dr. Hejo Manderscheid (Limburg) in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

„Wir brauchen eine starke Stimme für den Sozialstaat. Der Sozialstaat darf nicht schlecht geredet werden“, hieß es von Gern, Domnick, Manderscheid und Schwarz unisono.

Das Bundesverfassungsgericht habe in seinem wichtigen Urteil zu den Hartz IV-Regelsätzen klar formuliert, dass der Gesetzgeber an das Würde- und Sozialstaatsgebot des Grundgesetzes gebunden ist, betonten die Caritas- und Diakonie-Vertreter: „Jeder Bürger hat ein Grundrecht auf ein menschenwürdiges Existenzminimum, das die Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben ermöglicht. Der Gesetzgeber hat den sozialstaatlichen Auftrag, die Gesellschaft sozial gerecht zu gestalten. Hierzu gehört auch die Berücksichtigung anderer normativer Vorgaben des Grundgesetzes, etwa die Durchsetzung der Sozialpflichtigkeit des Eigentums. Ergebnisoffen kann somit nur die konkrete Umsetzung dieser normativen Vorgaben der Verfassung sein.“

Laut Caritas und Diakonie müsse auch das Menschenbild, das hinter dem von Banzer betonten Aktivierungsgedanken stehe, in Frage gestellt werden. Minister Banzer habe die Aktivierung und Anreize als Voraussetzung dafür bezeichnet, dass sich Arbeitslose wieder um eine Eingliederung in den Arbeitsmarkt bemühen. Dem widersprächen jedoch alle empirischen Befunde – zuletzt die aktuell im Februar erschienene Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung: Arbeitslose wollten arbeiten, sie bräuchten nicht erst durch Sanktionen aktiviert zu werden.

„Das, was Arbeitslose brauchen, ist eine gute Dienstleistung und Hilfe in den Job-Centern: Sie brauchen eine entsprechende Unterstützung, um wieder in Arbeit zu kommen. Arbeitslose brauchen gute Arbeitsangebote und einen aufnahmefähigen Arbeitsmarkt. Die politisch Verantwortlichen sollten aufhören, arbeitslosen Menschen permanent eine mangelnde Arbeitsmotivation zu unterstellen. Verallgemeinerungen verbieten sich“, schlossen Gern, Domnick, Manderscheid und Schwarz.

Der Hessische Staatsminister Jürgen Banzer hatte „die klaren Vorgaben, die durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu den Hartz IV Regelsätzen geschaffen wurden,“ begrüßt. Es sei ein klarer Auftrag an die Bundesgesetzgebung gerichtet worden. Allerdings hatte der Hessische Minister für Arbeit, Familie und Gesundheit auch gesagt, er sehe „die unbedingte Notwendigkeit ergebnisoffen über die Ausrichtung des Sozialstaats zu diskutieren.“

Die Pressemitteilung wird zeitgleich herausgegeben von:
Caritasverband der Diözese Mainz, Caritasverband der Diözese Limburg, Diakonisches Werk in Hessen und Nassau, Diakonisches Werk in Kurhessen-Waldeck

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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18.02.2010: Landesverbände erhielten fast eine Million Euro Spenden
Haiti: Ermutigendes Zeichen für die Überlebenden

Helfen Sie den Erdbebenopfern!
Helfen Sie den Erdbebenopfern!

Fast eine Million Euro an Spenden für die Arbeit der Diakonie Katastrophenhilfe in Haiti haben einige Landesverbände der Diakonie in Deutschland bisher verbucht. Diese überwältigende Resonanz hält der Leiter der Programmabteilung des evangelischen Hilfswerks, Volker Gerdesmeier, für ein ermutigendes Zeichen für die Überlebenden. Die Summe der Spendeneingänge bei den Diakonischen Werken ist noch vorläufig. Insgesamt hat die Diakonie Katastrophenhilfe bisher elf Millionen Euro Spenden erhalten.

Gerdesmeier, der gerade von einem einwöchigen Aufenthalt im Katastrophengebiet zurückgekehrt ist, hat sich beeindruckt davon gezeigt, wie die Hilfsmaßnahmen der Diakonie Katastrophenhilfe immer besser ineinandergreifen und umgesetzt werden. Der Schwerpunkt der Hilfe liegt im südöstlichen Landesteil. In Jacmel wurden in den vergangenen Tagen mehr als 300 Familienzelte aufgebaut. Gerdesmeier sagte, dass in der Region insgesamt 2.000 Familienzelte verteilt werden sollen. Sie kosten rund 350.000 Euro. Dazu werden 4.000 Schlafmatten, 4.000 Decken, 2.000 Moskitonetze, 2.000 Hygienesets, 2.000 Küchensets und 2.000 Plastikplanen verteilt.

Daneben startet die Diakonie Katastrophenhilfe mit 100 Werkzeugsets für jeweils rund 1.000 Euro ein Cash for Work (Geld für Arbeit)-Programm für 500 Familien. Die Werkzeuge sind zur Beseitigung der Trümmer, aber auch für den Wiederaufbau vorgesehen. Mit vier medizinischen Nothilfesets für je 10.000 Menschen für 30.000 Euro werden Gesundheitsstationen unterstützt.

Geplant ist nach Angaben Gerdesmeiers der Bau von Schulen und Gesundheitszentren genauso wie der Bau von Einzelhäusern und Schutzzentren für den Katastrophenfall. Gerdesmeier verwies ausdrücklich darauf, dass ein von der Diakonie Katastrophenhilfe errichteter Schutzbau zur Hurrikanvorsorge das Erdbeben weitgehend unbeschadet überstanden hat und nun als Notunterkunft dient. „Das Gebäude war also auch erdbebensicher“, freute sich Gerdesmeier. Auch die vom evangelischen Hilfswerk ausgebildeten lokalen Zivilschutzkomitees haben erfolgreich gearbeitet und Menschen aus den Trümmern gerettet. Neben der Arbeit in der Schwerpunktregion um Jacmel unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe Opfer auch in Port-au-Prince und in Leogane. So erhält ein Kinderkrankenhaus in Port-au-Prince Medikamente im Wert von 50.000 Euro.

Das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck bittet dringend um Spenden auf folgendes Konto:

Spendenkonto 21 21 21, Evang. Kreditgenossenschaft Kassel, BLZ 520 604 10, Stichwort "Erdbeben Haiti" oder online: www.diakonie-katastrophenhilfe/haiti

Redaktion: Claus-Dieter Suß, Telefon: (05 61) 10 95 - 303

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18.02.2010: Zeichen setzen für ein gerechtes Europa
Ukraine Schwerpunkt der Eröffnung der Aktion "Hoffnung für Osteuropa"

Hoffnung für Osteuropa
Hoffnung für Osteuropa

Bad Arolsen ist in diesem Jahr Gastgeber der Eröffnung der 17. Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW). Unter dem Titel „Zeichen setzen für ein gerechtes Europa“ wird die Situation in der Ukraine im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen.

In einem Festgottesdienst in der Bad Arolser Stadtkirche wird Bischof Dr. Martin Hein am Sonntag predigen. Bei einer Vortragsveranstaltung im Bürgerhaus wird die Situation der Evangelischen Kirche in der Ukraine beleuchtet. Unter dem Titel „Willkommene oder bedrohte Minderheit?“ referiert am Samstagvormittag Pastor Andreas Hamburg aus Odessa. Die soziale und wirtschaftliche Situation beleuchtet am Samstagnachmittag Dr. Ksenia Wittenberg aus der südukrainischen Stadt Cherson. Weiter werden die Mitarbeitenden des Vereins Antonovka über ihre Arbeit in Cherson berichten. Am Abend werden Musiker aus Cherson sowie aus dem Kirchenkreis der Twiste ein Konzert Gäste aus der Ukraine gestalten die Eröffnung in Bad Arolsen mit. in der Stadtkirche geben.

Unterstützung für Kinder und Jugendliche in Cherson

Seit Jahren bemühen sich das Evangelische Fröbelseminar in Kassel und Korbach sowie der St. Elisabeth-Verein in Marburg um die Chancengleichheit der jungen Menschen in der südukrainischen Stadt Cherson. So wird dort ein Haus für ehemalige Straßenkinder unterstützt. Das Evangelische Fröbelseminar hat außerdem intensive Kontakte zum Institut für Frühpädagogik der Universität in Cherson aufgenommen, um Studierende mit der Fröbelpädagogik vertraut zu machen. Erste Kindergärten gehen den Weg mit. Aus dieser Arbeit wurde im vergangenen Jahr der Verein „Antonovka e.V.“ gegründet, der die Unterstützung des Kinderhauses Antonovka sowie des Kindergartens No. 41 in Cherson zum Ziel hat. Weiter ist der Aufbau einer Wohngruppe sowie eines Fröbel-Kindergartens in Selenovka geplant.

Finanzkrise sorgt für wirtschaftliche Engpässe

Die Menschen in Ost- und Mitteleuropa stehen vor großen Problemen: Der Zusammenbruch familiärer Strukturen u.a. durch Arbeitsmigration und die zunehmende Landflucht bringen soziale Netzwerke zum zerreißen; die Finanzkrise sorgt zudem aktuell für wirtschaftliche Engpässe. So sind die Wachstumsraten, die seit dem Jahr 2000 relativ stabil waren, im vergangenen Jahr zusammengebrochen.

Mit der Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ unterstützen die Evangelischen Kirchen in der Bundesrepublik seit 1994 Projekte in den Ländern Ost- und Mitteleuropas. Die Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ fördert u.a. Projekte für Straßenkinder, Diakonie- und Sozialstationen sowie Hilfen für Behinderte.

Traditionell steht die Eröffnung der Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ im Rahmen des Diasporatages der EKKW. Die Diasporawerke, Gustav-Adolf-Werk, Evangelischer Bund und Martin-Luther-Bund, engagieren sich für evangelische Minderheitskirchen u.a. auch in den Ländern des ehemaligen Ostblocks. Die bundesweite Eröffnung findet in diesem Jahr ebenfalls am kommenden Wochenende in Nordhorn statt.

Redaktion: Claus-Dieter Suß, Telefon: (05 61) 10 95 - 303

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02.01.2010: Neue Wohlfahrtsmarken duften jetzt
Früchte auf Briefmarken: Neue Wohlfahrtsmarken erschienen

Neue Wohlfahrtsmarken zeigen Früchte und duften.
Neue Wohlfahrtsmarken zeigen Früchte und duften.

Am 2. Januar 2010 erscheinen die neuen Wohlfahrtsmarken. Die neuen Marken zeigen nicht nur die Bilder von Früchten, sie duften auch danach. Obst auf Briefmarken: Das sieht nicht nur appetitlich aus – jetzt duftet es auch intensiv!

Diese produktionstechnische Sensation ist erstmals in Deutschland mit der Wohlfahrtsmarken-Serie 2010 möglich geworden. Ab dem 2. Januar erhalten Käufer und Empfänger die Markenmotive Apfel, Erdbeere, Zitrone und Heidelbeere mit dem entsprechenden Duft.

Abbildung Neue Wohlfahrtsmarken 2010: Erdbeere, Apfel, Zitrone, FeigeDer aufwendigen Produktion dieser neuen Serie gingen umfangreiche Tests mit Duftproben der Obstsorten voraus. Aufbringungsverfahren wurden ebenso getestet wie einwandfreie postalische Verwendung und gesundheitliche Unbedenklichkeit. Auch musste im Produktionsprozess eine Höchstzahl an Duftstoffen auf die Marken aufgebracht werden, damit der Duft nicht nach einmaligem Rubbeln verbraucht ist. Diese technischen Hürden sind überwunden. Die Marken entfalten – neben der optischen Eleganz – das ganze Aroma der jeweiligen Frucht.

Diese Markeninnovation wird am 7. Januar 2010 vom Bundesfinanzministerium als Herausgeber präsentiert und an den Schirmherrn des Sozialwerkes Wohlfahrtsmarken, Bundespräsident Professor Dr. Horst Köhler, in Schloss Bellevue übergeben.

Bereits ab dem Erstausgabetag 2. Januar gibt es die gezackte Duftsensation bei der Post, in den Einrichtungen der Wohlfahrtsverbände und beim Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck. Der Erlös aus dem Verkauf dieser „Duftmarken“ kommt den Wohlfahrtsverbänden zugute.

Bestellungen nimmt Frau Susanne Koch, Diakonisches Werk in Kurhessen-Waldeck e.V., entgegen: Tel. (0561) 10 95 - 103, e-Mail: s.koch@dwkw.de

Redaktion: Claus-Dieter Suß, Telefon: (0561) 10 95 - 303

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