Archiv 2008

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Archiv des Jahres 2007

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24.11.2008: Armut beschäftigt Diakonisches Werk
Bericht des Landespfarrers für Diakonie auf der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck

Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz bei seinem Diakoniebericht vor der Synode in Hofgeismar. (Foto: Suß)
Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz bei seinem Diakoniebericht vor der Synode in Hofgeismar. (Foto: Suß)

„Das Thema Armut hat so gut wie alle Abteilungen des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e.V. (DWKW) beschäftigt. Es ist ein Querschnittsthema, das der Diakonie in besonderer Weise aufgegeben ist.“ Mit diesen Worten verwies der Vorsitzende des Vorstands des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e.V. (DWKW), Landespfarrer und Oberlandeskirchenrat für Diakonie Dr. Eberhard Schwarz, anlässlich der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen Waldeck auf das beherrschende Thema des vergangenen Jahres.

Ausdruck dafür ist auch die Broschüre „Armut hat viele Gesichter. Herausforderungen für Kirche und Gesellschaft“, die von einer Projektgruppe des DWKW im Frühjahr herausgegeben wurde und in der dritten Auflage vorliegt.

Schwarz verwies auf die jüngst veröffentlichte Studie der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung). Diese habe für den deutschen Sozialstaat eine bittere Bilanz gezogen: Die Armut ist in der Bundesrepublik von 1985 bis 2005 stärker gestiegen als in fast allen anderen Industriestaaten. Und die Ungleichheit bei den Einkommen hat rasant zugenommen. Auch wenn das Armutsrisiko 2006 laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DWI) dank des wirtschaftlichen Aufschwungs gesunken ist, müsse die Diakonie angesichts der Auswirkungen der Finanzkrise auf die Wirtschaft von wieder steigenden Zahlen ausgehen.

Der OECD zufolge ist insbesondere die Kinderarmut rasant gestiegen, von 7 auf 16 Prozent! Besonders besorgniserregend ist die Lage von Alleinerziehenden, von denen 41 Prozent in relativer Armut leben. Um die Teilnehmer der Landessynode für dieses Thema noch mehr zu sensibilisieren, hat das DWKW in der Halle eine Ausstellung aufgebaut. Neben Tafeln und Bildern ist auch „Ernst“ zu sehen, eine lebensgroße Figur aus Pappe, die im Rahmen eines Erwerbslosenseminars unter dem Motto „Armut eine Stimme geben“ von Erwerbslosen gebaut wurde.

Schwerpunkte anwaltschaftlicher Tätigkeit
In seinem Bericht blickte Dr. Eberhard Schwarz des Weiteren auf ein bewegtes Jahr zurück. So wurde auf die Veränderungen der gesellschaftlichen Situation und der Herausforderungen an das DWKW und seine Mitglieder mit internen Umstrukturierungsmaßnahmen reagiert, indem ein Vorstandsstab Grundsatzfragen und Kommunikation geschaffen wurde. Auf diesem Weg soll gewährleistet werden, dass das Diakonische Werk auch in Zukunft eine kräftige Stimme in Gesellschaft und Politik für die sein kann, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.

Auch um die Bildung der Kleinsten kümmerte sich das Diakonische Werk.  Mit der Kampagne "Entdecker voraus!" fordert die Liga der Freien Wohlfahrtspflege – hier ist das DWKW Mitglied - die bestmögliche Erziehung, Bildung und Betreuung der Kinder in den Kindertagesstätten in Hessen, die Schaffung der dazu notwendigen materiellen, personellen und zeitlichen Rahmenbedingungen in den Einrichtungen und verbesserte Arbeitsbedingungen für die sozialpädagogischen Fachkräfte. Dies geschah mit vielfältigen Aktionen und der Teilnahme an der Abschlussveranstaltung in Wiesbaden, wo im Rahmen einer Demonstration rund 4.000 Erzieherinnen und Erzieher sowie Trägervertreter auf die Missstände aufmerksam machten und der hessischen Landesregierung etwa 25.000 Unterschriften besorgter Eltern überreichten.

Dezernatsbericht
In seinem Dezernatsbericht ging Dr. Schwarz auch auf seine Arbeit als Leiter des Diakoniedezernats der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck ein. So ist die landeskirchliche Arbeitstelle Migration zuständig für den Dienst in den Gemeinden an Ausländern, Aussiedlern und Asylsuchenden (AAA). Deren Fragestellungen finden sich in vielfältiger Weise auch in den Kirchengemeinden wieder. „Integration ist aber nicht allein mit der Übersiedlung abgeschlossen. Spezifische Begleitung und eine besondere Seelsorge ist vonnöten, um den Menschen das Ankommen in unserer Kirche und Gesellschaft zu erleichtern. Die Arbeitsstelle koordiniert die Arbeit der Aussiedlerseelsorge in den Sprengeln und ist in den kirchlichen und kommunalen Gremien vertreten,“ erläuterte Dr. Schwarz dazu.
Er ging ebenfalls auf die Arbeit des Zentrums für Freiwilligen-, Friedens- und Zivildienst ein. Dieses betreut derzeit über 500 junge Menschen, die in der Landeskirche und in diakonischen Einrichtungen engagiert sind, entweder freiwillig in den Dienstformen des Freiwilligen Sozialen (165) oder Ökologischen (30) Jahres oder auf Grund der Wehrpflicht im Zivildienst (320).

Diakoniedezernat
Dr. Eberhard Schwarz ist nicht nur der Landespfarrer für Diakonie und somit Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e.V., sondern auch Leiter des Diakoniedezernats der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen-Waldeck. Dazu gehören folgende Aufgabenbereiche: Psychologische Beratung; Schwangerschaftskonfliktberatung; Sozialpädagogische Familienberatung; Müttergenesung; Suchtberatung; Kreisdiakoniepfarrer und Kreisdiakoniepfarrerinnen; Bahnhofsmission; Arbeitsgemeinschaft Hospiz; Arbeitsstelle Migration; Zentrum für Freiwilligen-, Friedens- und Zivildienst (ZFFZ); Ambulante pflegerische Dienste; Kindertagesstätten; Regionale Diakonische Werke.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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31.10.2008: Armut und Kinder als Schwerpunkte
Mitgliederversammlung des Diakonischen Werkes in Hessisch Lichtenau

Das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck e.V. (DWKW) ist für die Zukunft gut gerüstet. Dieses Fazit zog am Reformationstag der Vorstand des evangelischen Spitzenverbandes in der Mitgliederversammlung in der Orthopädischen Klinik in Hessisch-Lichtenau.

Zu den über 200 Mitgliedern zählen neben diakonischen Einrichtungen und Trägern aus der Region auch die Kirchenkreise der Ev. Landeskirche von Kurhessen-Waldeck. Das DWKW als Spitzenverband berät nicht nur die unterschiedlichen diakonischen Einrichtungen und Träger in fachlicher und rechtlicher Hinsicht, sondern vertritt diese auch auf dem Feld der Sozialpolitik.

Schwerpunkte anwaltschaftlicher Tätigkeit

In seinem Bericht blickte Vorstandsvorsitzender und Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz auf ein bewegtes Jahr zurück. So wurde auf die Veränderungen der gesellschaftlichen Situation und der Herausforderungen an das DWKW und seine Mitglieder mit internen Umstrukturierungsmaßnahmen reagiert, in dem ein Vorstandsstab Grundsatzfragen und Kommunikation geschaffen wurde. Auf diesem Weg soll gewährleistet werden, dass das Diakonische Werk auch in Zukunft eine kräftige Stimme in Gesellschaft und Politik für die sein kann, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt werde. Vermehrt sind dies, neben z.B. Menschen mit Behinderung, Migrantinnen und Migranten, Menschen, die von Armut betroffen sind. Auf diesen gesellschaftlichen Skandal machte Dr. Schwarz in seinem Bericht besonders aufmerksam. So wurde mit einer eigens entworfenen und erfolgreichen Broschüre der Armut ein Gesicht gegeben und in verständlicher Art und Weise die Problematik der zunehmenden Armut dargestellt.

Auch um die Bildung der Kleinsten kümmerte sich das Diakonische Werk. Mit der Kampagne "Entdecker voraus!" fordert die Liga der Freien Wohlfahrtspflege - hier ist das DWKW Mitglied - die bestmögliche Erziehung, Bildung und Betreuung der Kinder in den Kindertagesstätten in Hessen, die Schaffung der dazu notwendigen materiellen, personellen und zeitlichen Rahmenbedingungen in den Einrichtungen und verbesserte Arbeitsbedingungen für die sozialpädagogischen Fachkräfte. Dies geschah mit vielfältigen Aktionen und der Teilnahme an der Abschlussveranstaltung in Wiesbaden, wo im Rahmen einer Demonstration rund 4000 Erzieherinnen und Erzieher sowie Trägervertreter auf die Missstände aufmerksam machten und der hessischen Landesregierung etwa 25.000 Unterschriften besorgter Eltern überreichten.

Pfarrer Horst Rühl, Vorsitzender des Verwaltungsrates des DWKW, ging in seinem Bericht u. a. auch auf die Frage der Entlohnung in der Pflege ein. Er forderte, die Refinanzierung der Tariflöhne seitens der Pflege- und Krankenkassen endlich durchzusetzen. Pflege sei eine urmenschliche Aufgabe, die dringend der gesellschaftlichen Anerkennung und damit auch Refinanzierung bedürfe.

Ausgeglichener Haushalt

Direktor Reinhard Löwer konnte in seinem Bericht von einem ausgeglichenen Haushalt berichten. Demnach liegt die Bilanzsumme bei 22 Millionen Euro. Zu 66 % finanziert sich das Werk aus Zuwendungen der Landeskirche und öffentlichen Mitteln, die restlichen 34 % kommen aus Mitgliedsbeiträgen und Umsatzerlösen zentraler Dienstleistungsbetriebe (Treuhandstelle, Zentrale Gehaltsabrechnungsstelle). Aber die allgemeine Finanzentwicklung geht auch am DWKW nicht spurlos vorbei. Die Zuschüsse halten mit den steigenden Kosten nicht mehr Schritt. Daher wird das Diakonische Werk bei Ausscheiden von Mitarbeitern zukünftig intensiv prüfen, ob die Stelle wieder besetzt werden muss oder eingespart werden kann.

Kooperation mit dem DW in Hessen und Nassau

Berichtet wurde auch über Verhandlungen mit dem Diakonischen Werk in Hessen und Nassau e.V., zu einer Kooperation beider iakonischen Werke zu kommen. Ein erster Schritt dorthin ist die Zusammenlegung vergleichbarer Arbeitsbereiche beider Häuser zu einem Bereich "Eingliederungshilfe". Als nächstes ist die Gründung einer gemeinsamen Dachorganisation zur Außenvertretung gegenüber der Öffentlichkeit und den Kostenträgern geplant.

Das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck e.V. (DWKW)

Das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck e.V. (DWKW) mit Sitz in Kassel ist der evangelische Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege in einem Gebiet von Bad Karlshafen in Nordhessen bis zum Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim, einschließlich des thüringischen Schmalkaldens. Der Verband vertritt die Interessen von derzeit rund 210 Mitgliedern (Vereine, Stiftungen, gemeinnützige GmbHs, Evangelische Kirchenkreise und -gemeinden, Evangelische Kindertagesstätten, landeskirchliche Zweckverbände). In deren gut 600 Einrichtungen arbeiten momentan rund 12.500 Hauptamtliche und ungezählte Ehrenamtliche. Darüber hinaus ist das DWKW Träger des Evangelischen Fröbelseminars. Als Dienstleister und Anwalt tätig zu sein, ist elementares Selbstverständnis des DWKW. Fachliche Beratung gehört damit genauso zu seiner Arbeit wie z.B. die Förderung von Selbsthilfeinitiativen sozial Benachteiligter.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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09.09.2008: Anhebung um mindestens 20 Prozent gefordert
Diakonische Werke in Hessen: Regelsätze für Kinder und Jugendliche müssen erhöht werden

Frankfurt/Kassel. Die Neubemessung der Eckregelsätze für Kinder und Jugendliche und ihre Anhebung um mindestens 20 Prozent bis zum Jahresende halten das Diakonische Werk in Hessen und Nassau (DWHN) und das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck (DWKW) für dringend notwendig. Sie erteilen damit Ideen eine deutliche Absage, den Regelsatz für ein Kind auf 79 Euro im Monat zu begrenzen.

Diese werden - verkürzt und teilweise sinnentstellt - als "Vorschläge" von Wissenschaftlern der TU Chemnitz heftig diskutiert. „Schon allein die Überlegung, die Regelsätze zu senken, ist unverantwortlich und geht an der erlebten Realität der betroffenen Familien vollständig vorbei!“ erklären die beiden Diakonie-Chefs, Pfarrer Dr. Wolfgang Gern (DWHN) und Pfarrer Dr. Eberhard Schwarz (DWKW). Sie appellieren vielmehr an die hessischen Bundestagsabgeordneten, einen Beschluss des Bundesrates vom Mai 2008 zu unterstützen. Dieser fordert die Bundesregierung auf, die Regelleistungen für Kinder nach dem SGB II sowie die Regelsätze nach dem SGB XII bis Ende 2008 neu zu bemessen und die Berechnung des Bedarfes schnellstmöglich auf eigenständige Grundlagen zu stellen. Gern und Schwarz rufen die Politiker auf, „im Rahmen Ihrer parlamentarischen Arbeit auf die Bundesregierung einzuwirken, damit es zu einer sofortigen Erhöhung der Regelleistungen kommt.“

Beide erläutern, dass Eltern, die von Hartz IV leben müssten, mit den derzeitig gültigen Regelsätzen nicht in der Lage seien, ihre Kinder mit dem Nötigsten zu versorgen. Die Beträge reichten nicht einmal aus, um die notwendigen Schul- und Lernmittel, geschweige denn den Besuch einer weiterführenden Schule zu finanzieren. Die Lage der betroffenen Kinder sei „prekär“, so Gern und Schwarz. Betroffenen Familien sei es nicht möglich, sich gesund und ausreichend zu ernähren, eine Teilhabe am gesellschaftlichen und sozialen Leben der Kinder sei für die meisten unmöglich.

Stichwort Regelsatz
Das sozialhilferechtliche Existenzminimum wird im SGB XII – Sozialhilfe und durch die Regelsatzverordnung festgelegt. Der Regelsatz ist die monatliche Regelleistung zur Sicherung des Lebensunterhalts. Der Eckregelsatz beträgt nach § 20 SGB II für Alleinstehende, Alleinerziehende oder Personen, deren Partner minderjährig ist, einheitlich 351,- € in den alten und den neuen Bundesländern.

Die Bundesregierung hat den Regelsatz für Kinder als Anteil am Regelsatz für den Ein-Personen-Haushalt definiert, und zwar in Höhe von 60 % für Kinder unter 14 Jahren (211 Euro mtl.) und in Höhe von 80 % für Kinder ab 14 Jahren (281 Euro mtl.). Kritiker an der derzeitigen Berechnung des Regelsatzes für Kinder und Jugendliche fordern unter anderem eine realitätsnahe Berechnung des Existenzminimums von Kindern, die auch die Aspekte Gesundheit, Bildung und Betreuung sowie den Bedarf für Wachstum und Entwicklung umfasst. Dies ist derzeit nicht der Fall.

 

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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03.09.2008: Kooperation wurde zu einer Einbahnstraße
Diakonie Kurhessen-Waldeck beendet Kooperation mit Energiekonzern

Das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck e.V. sowie die ihm angeschlossenen Beratungsstellen haben die Zusammenarbeit mit der E.ON MITTE im Hinblick auf den seit dem 1. Oktober 2007 laufenden Sozialrabatt eingestellt. Dieser war gemeinsam mit dem Caritasverband (Diözese Fulda) und E.ON auf den Weg gebracht worden. Auch die Caritas hat die Zusammenarbeit mit E.ON beendet.

„Für uns als Diakonisches Werk in Kurhessen-Waldeck und die angeschlossenen Beratungsstellen wurde die Kooperation zu einer Einbahnstraße. Die Belastungen für die einzelnen Mitarbeiter waren erheblich. Nur selten kamen Kunden, die auch eine weitergehende Beratung wünschten. Unsere Beratungsstellen fungierten als reine Ausgabestelle der E.ON-Formulare. Das war nicht in unserem Sinne. Mit Bedauern mussten wir außerdem zur Kenntnis nehmen, dass E.ON weder bereit war, den Sozialrabatt in Richtung eines echten Sozialtarifs weiterzuentwickeln noch z. B. durch die Einrichtung eines ‚Härtefallfonds’ zu deutlichen Entlastungen von Haushalten mit besonderen sozialen Schwierigkeiten beizutragen. Deshalb haben wir uns entschieden, die Kooperation zu beenden“, erläuterte Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz, Vorstandsvorsitzender im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck e.V.
Vom Sozialrabatt profitieren sollten Menschen, die im Netzgebiet der E.ON und im Gebiet der beiden kirchlichen Wohlfahrtsverbände leben.

Seit Oktober 2007 hatten Kunden der regionalen diakonischen Beratungsstellen die Möglichkeit, einen Antrag auf den Sozialrabatt zu stellen, wenn sie eine GEZ-Befreiung nachweisen können. Bislang boten sieben regionale Diakonische Werke ihre Infrastruktur zur Vermittlung des Sozialrabatts an. Dazu gehörten 16 Anlaufstellen vor allem der Allgemeinen Sozialberatung oder der Flüchtlingsberatung, aber auch das Familienzentrum Mitte in Kassel.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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10.07.2008: Spendenergebnis in Kurhessen-Waldeck wieder leicht gestiegen
Knapp zwei Millionen Euro für „Brot für die Welt“

50 Jahre Brot für die Welt
50 Jahre Brot für die Welt

Das Spendenergebnis der Aktion „Brot für die Welt“ in Kurhessen-Waldeck ist im Jahr 2007 leicht gestiegen. Mit 1.897.820 Euro wurden rund 0,3 Prozent mehr gespendet als im Vorjahr.
Das Ergebnis resultiert aus den Spenden und Kollekten in den evangelischen Kirchengemeinden sowie aus Direktspenden auf zentrale Konten.
Bundesweit erhielt „Brot für die Welt“ mit 52,8 Millionen Euro rund 2,4 Prozent mehr Spenden.

„Brot für die Welt“, das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen in der Bundesrepublik, wurde 1959 in Berlin gegründet. Die Aktion förderte im vergangenen Jahr 1171 Projekte – 100 mehr als im Vorjahr – in Afrika, Asien und Lateinamerika. Gemeinsam mit ihren Partnern vor Ort leistet sie damit effektive Hilfe zur Selbsthilfe.

Dabei ist ein Schwerpunkt der Arbeit die Ernährungssicherung. Gerade die gestiegenen Lebensmittelpreise der vergangenen Monate stellten für die Armen in den Ländern des Südens ein echtes Problem dar und seien für viele lebensbedrohlich, erklärte Claus-Dieter Suß, Öffentlichkeitsreferent des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck, in Kassel. Die Vernachlässigung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft, die Auswirkungen des Klimawandeln und die drastisch steigende Produktion von Agrotreibstoffen seien Ursache hierfür.
„Brot für die Welt“ setzt daher auf Klimaschutz und die Förderung kleinbäuerlicher Landwirtschaft Strukturen in den Ländern des Südens.

Suß dankte allen Spenderinnen und Spendern, die zum erfreulichen Spendenergebnis beigetragen haben.

Am 1. Advent 2008 wird die 50. Aktion „Brot für die Welt“ in Berlin eröffnet.

Spendenkonto: „Brot für die Welt“, Konto 200 000, Evang. Kreditgenossenschaft Kassel, BLZ 520 604 10

Redaktion: Claus-Dieter Suß, Telefon: (0561) 10 95 - 303

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02.07.2008
Erklärung der Evangelischen Kirchen und Diakonischen Werke in Hessen zum Reichtums- und Armutsbericht der Bundesregierung

Mit einer vier Punkte umfassenden Erklärung reagieren die Diakonischen Werke und die Evangelischen Kirchen in Hessen und Nassau und in Kurhessen-Waldeck auf den Dritten Reichtums- und Armutsbericht der Bundesregierung.

Redaktion: Claus-Dieter Suß, Telefon: (05 61) 10 95 - 303

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23.06.2008: Alkoholtod eines Jugendlichen gab Anstoss
Gemeinschaftsprojekt „Konfirmation und Alkohol“ erreicht zweiten Platz bei hessenweitem Suchtpräventions-Wettbewerb

Anerkennung für ein tolles Projekt (v.l.n.r.): Staatssekretär Gerd Krämer, Regina Sahl (Koordinatorin für Suchtprävention der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen), Claudia Rudolff (Studienleiterin Arbeitsstelle Konfirmandenunterricht (Aku) im PTI-Kassel), Britta Laubvogel (Fachstelle für Suchtprävention des Diakonischen Werks Hanau), Dirk Kaliske, Ralf Schulte (Fachstelle für Suchtprävention des Diakonischen Werks Waldeck-Frankenberg). Foto: Lieberknecht
Anerkennung für ein tolles Projekt (v.l.n.r.): Staatssekretär Gerd Krämer, Regina Sahl (Koordinatorin für Suchtprävention der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen), Claudia Rudolff (Studienleiterin Arbeitsstelle Konfirmandenunterricht (Aku) im PTI-Kassel), Britta Laubvogel (Fachstelle für Suchtprävention des Diakonischen Werks Hanau), Dirk Kaliske, Ralf Schulte (Fachstelle für Suchtprävention des Diakonischen Werks Waldeck-Frankenberg). Foto: Lieberknecht

Aus der Hand von Gerd Krämer, Staatssekretär im Hessischen Sozialministerium, erhielten in Wiesbaden Vertreterinnen und Vertreter der Suchthilfe und Suchtprävention des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e.V. (DWKW), der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (Mitarbeitende des Pädagogisch-Theologischen Instituts) sowie Fachstellen für Suchtprävention im Bereich der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck Mitte Juni den zweiten Preis im Suchtpräventions-Wettbewerb „Der Impuls“.

Das von ihnen eingereichte und jetzt ausgezeichnete Projekt „Konfirmation und Alkohol“ gibt umfassende Anregungen und Hinweise für alkoholpräventive Aktivitäten mit Konfirmanden und Eltern.

Anlass für dieses Projekt waren Diskussionen zu der Thematik „Konfirmation und Alkoholmissbrauch“ in den Gremien der Arbeitsgemeinschaft Suchthilfe im Diakonischen Werk, u.a. aufgrund des tragischen „Alkoholtodes" eines Jugendlichen im Schwalm-Eder-Kreis im November 2004. Da Jugendliche allgemein immer früher zu Suchtmitteln greifen, ist dieses Thema grundsätzlich von besonderer Brisanz. Im Arbeitskreis der hessischen Fachstellen für Suchprävention wurde das Thema erörtert und erste Ideen entwickelt. Anschließend wurde eine Projektgruppe aus o.g. Partnern zur Gestaltung des Konzepts gebildet.

In der Begründung der Jury heißt es zur Idee und Umsetzung u.a. „(…) Das Projekt setzt auf drei Ebenen an: bei Gemeindepfarrerinnen und Gemeindepfarrer sowie Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeiter in den Kirchengemeinden sowie Konfirmanden und deren Eltern. Positiv beurteilt die Jury, dass Gemeindepfarrer als eine neue und zudem wichtige Zielgruppe in der Alkoholprävention bei Jugendlichen angesprochen wurde. Der mehrdimensionale Ansatz gilt bei Experten als besonders Erfolg versprechend, um den Einstieg in den Substanzgebrauch zu verhindern beziehungsweise hinauszuzögern und frühzeitig riskante Konsummuster zu reduzieren. (…)“ Dirk Kaliske, Referent für Suchthilfe im DWKW, zeigte sich mehr als erfreut: „Für unsere Arbeit ist dieser Preis ein weiterer Schub, das ganze Projekt noch weiter in unseren Kirchengemeinden auszudehnen. Die Kooperation zwischen der Evangelischen Kirche in Kurhessen-Waldeck, insbesondere dem Pädagogisch-Theologischen Institut (PTI), dem Diakonischen Werk sowie den Fachstellen für Suchtprävention hat hervorragend geklappt.“

Laut der aktuellen Europäischen Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen 2007 (ESPAD) hatten 11,5 Prozent der 15- und 16-jährigen SchülerInnen in Hessen 3-mal oder öfter im letzten Monat ein Rauscherlebnis gehabt. Darüber hinaus haben 24 Prozent dieser Altersgruppe 10-mal und öfter im letzten Monat Alkohol konsumiert.

Der landesweite Wettbewerb „Suchtprävention – Der Impuls“ mit dem Thema „Alkoholprävention – Verantwortung setzt die Grenze“ richtete sich an hessische Einrichtungen, die sich mit gezielter Projekt- und Sozialarbeit langfristig, kontinuierlich und zielgruppengerecht für Suchtprävention einsetzen. Träger und Partner dieses Wettbewerbs sind das Hessische Sozialministerium, die Hessische Landesstelle für Suchtfragen (HLS) sowie die BARMER Hessen. Insgesamt bewarben sich in diesem Jahr 18 Projekte. Der 1. Platz ging an den „Projektpool Alkoholprävention im Main-Taunus-Kreis“.

Hessische Landesstelle für Suchtfragen (HLS)

Die Hessische Landesstelle für Suchtfragen (HLS) ist der Zusammenschluss der Verbände der Freien Wohlfahrtspflege und ihrer Mitgliedsorganisationen, die auf dem Gebiet der Suchtprävention und der Suchthilfe tätig sind. In der HLS sind nahezu alle hessischen Einrichtungen der Suchtprävention und Suchthilfe organisiert: 200 Einrichtungen im professionellen Bereich sowie 650 Selbsthilfegruppen. Die HLS finanziert sich aus Mitteln des Hessischen Sozialministeriums, Spenden und Bußgeldern.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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17.06.2008: Grundproblem durch finanzielle Erleichterungen für Bedürftige nicht zu lösen
Arbeitsgemeinschaft Diakonischer Dienste Kassel unterstützt Initiative für ein Sozialticket

Die Arbeitsgemeinschaft Diakonischer Dienste (AGDD) in Kassel begrüßt die Initiative für ein Sozialticket in der nordhessischen Metropole. "Für uns ist das Sozialticket eine konsequente Weiterentwicklung des Diakonietickets, das derzeit mit viel ehrenamtlichem Engagement und großer Nachfrage vom Diakonischen Werk Kassel ausgegeben wird.

Die Finanzierung darf aber weder durch Kürzung von öffentlichen Mitteln in anderen sozialen Bereichen erfolgen, noch geplante Entlastungen für die Betroffenen in Frage stellen," erläuterte Joachim Bertelmann, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Diakonischer Dienste (AGDD) Kassel. Deren Vorstand hat in seiner letzten Sitzung die Unterstützung des Sozialtickets einstimmig beschlossen.

"Das Sozialticket ist aus unserer Sicht sinnvoll, weil immer mehr Menschen von Armut betroffen sind und sich das Nötigste nicht leisten können. Das bedeutet auch eine Einschränkung der Mobilität. Hier würde die Einführung eines solchen Tickets eine deutliche Verbesserung bringen. Eines muss aber klar sein: Finanzielle Erleichterungen für Bedürftige lösen nicht das Grundproblem, dass viel zu viele Menschen derzeit zu wenig Geld haben, um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Wir brauchen für alle Arbeitnehmer eine Entlohnung, von der die Menschen auch leben können," ergänzte Gerd Bechtel, Geschäftsführer der AGDD und Sachgebietsleiter im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck. Zudem müsse für die Empfänger von Arbeitslosengeld II und Sozialgeld der Eckregelsatz deutlich angehoben werden. Die geplante Erhöhung zum 1. Juli auf 351 Euro reiche da bei weitem nicht aus. So haben Berechungen der Wohlfahrtsverbände ergeben, dass der Eckregelsatz mindestens um 20 Prozent erhöht werden müsste, um annähernd bedarfsdeckend zu sein.

Arbeitgemeinschaft Diakonischer Dienste (AGDD)

In allen Landkreisen im Bereich des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck bestehen Arbeitsgemeinschaften Diakonischer Dienste (AGDD), in Kassel eine gemeinsame AGDD für Stadt und Landkreis. In den AGDD sind die diakonischen Träger und Einrichtungen der Region und die jeweiligen Kirchenkreise zusammengefasst. Sie vertreten gemeinsame Interessen gegenüber den Städten und Landkreisen und planen diakonische Aufgaben in der Region. Unter dem alle verbindenden Zeichen des Kronenkreuzes repräsentieren sie die Diakonie vor Ort.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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10.06.2008: Entdecker voraus
Lernwerkstatt macht Kinder zu Entdeckern

Seifenfilm: Stefan Kehres führt das Experiment der „Lernwerkstatt“ seiner Einrichtung in Bad Hersfeld vor. (Foto: E. Lieberknecht)
Seifenfilm: Stefan Kehres führt das Experiment der „Lernwerkstatt“ seiner Einrichtung in Bad Hersfeld vor. (Foto: E. Lieberknecht)

Langsam zieht Stefan Kehres, Erzieher des evang. Kindergartens in Bad Hersfeld, einen Stofffaden aus einem Seifenbad und erzeugt damit einen rechteckigen Seifenfilm.

Gleich nebenan kann man bei Sara Krosse vom Korbacher Kindergarten unterschiedliche Gerüche zuordnen. So sind z.b. Vanille, Zimt oder Parmesan zu erriechen.

Mit weiteren 16 Erzieherinnen evangelischer Kindertagesstätten aus der Region nehmen die beiden an einer Fortbildung des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e. V. zum Thema "mit Kindern das Lernen Lernen" teil und präsentierten die Ergebnisse der von ihnen durchgeführten Lernwerkstätten.

In einer Lernwerkstatt können Kinder sich Fragen stellen und an ihrer Beantwortung selbstbestimmt und ungestört arbeiten. Sie können dabei ihre eigenen Lernwege gehen. Dabei ist jede Lernwerkstatt anders, so dass es keine einheitliche Definition, sondern viel mehr Grundsätze gibt, die für die Arbeit entscheidend sind: die Kinder können selber ausprobieren und Fehler machen, ohne gesagt zu bekommen, das dieser Weg falsch ist. Sie sollen vielmehr durch Ausprobieren dies selber merken. Die Rolle der Erzieherinnen ist die der Lernbegleitung.

Die Fachkräfte stellen die Materialien bereit und Schaffen die Lernorte, ohne Antworten vorzugeben. Besonders wichtig ist, dass die Kinder innerhalb eines gesteckten Rahmens über die Vorgehensweise selber entscheiden.

„Diese Fortbildung ist auch im Rahmen der Kampagne ‚ENTDECKER VORAUS!’ der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessenzu sehen, die sich seit April mit den Auswirkungen des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans (BEP) beschäftigt. Wir wollen mit der Lernwerkstatt Kinder dazu ermutigen, mehr eigenständig zu forschen und auszuprobieren. Dafür müssen aber auch die Rahmenbedingungen stimmen. Und genau da hapert es bei der Umsetzung des BEP. Die finanziellen und personellen Ausstattungen unserer Kitas sind für die Anforderungen zu gering. Hier ist die Politik gefordert, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen,“ erläuterte Christa Winger, Fachberaterin im Bereich Kindertagesstätten des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e.V.

BEP-Kampagne

Auslöser der Kampagne „ENTDECKER VORAUS!“der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen, zu der auch das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck e.V. gehört, ist die Überzeugung, dass Erziehung, Bildung und Betreuung in Kindertageseinrichtungen bessere Rahmenbedingungen erfordern. Die geplante Umsetzung des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans (BEP) berücksichtigt nicht die derzeitigen Bedingungen vieler Kindertageseineinrichtungen in Hessen. Daher wird eine bessere personelle und finanzielle Ausstattung der Einrichtungen gefordert.  

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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05.06.2008
Hessentag: Kinder tanzen Breakdance und tamilische Folklore

Am 12. Juni ab 10:00 Uhr findet auf dem Hessentag der Thementag „Interkulturelle Begegnung – Religionen und Zuwanderung“ statt. Verschiedene Einrichtungen der regionalen Diakonie und dem Diakonie-Landesverband werden im Kirchenzelt mit Info-Stand, Poster-Ausstellung und Spielaktionen präsent sein.

Dies und ein Gesprächsforum mit Vertretern verschiedener Religionen, kulinarische Spezialitäten sowie Breakdance und tamilische Folklore-Darbietungen sollen auf die Situation der Flüchtlinge und anderer Zuwandergruppen in der Region hinweisen. Verteilt wird hierzu auch eine neue Broschüre des Diakonischen Werkes Oberhessen unter dem Titel „Asyl von A-Z“. Vorbereitet und gestaltet wird der Tag durch das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck mit den Flüchtlingsberatungsstellen der Landeskirche unter Federführung des Diakonischen Werkes im Schwalm-Eder-Kreis.

Programm:


12.00 Uhr Spielaktionen

14.00 Uhr Gesprächsrunde zwischen Vertretern einer jüdischen, einer christlichen und einer islamischen Gemeinde zum Thema „Religion im Alltag“

15.30 Uhr Spielaktionen

17.00 Uhr Breakdance der "G-kids", einer internationalen Kindergruppe (6-13 Jahre) mit eigener Choreographie aus Emstal

17.30 Uhr Folklore der Gruppe "Bahratha Natyam" mit tamilischen Kindern (6-14 Jahre) aus Kassel

18.00 Uhr Breakdance der "G-kids", einer internationalen Kindergruppe (6-13 Jahre) mit eigener Choreographie aus Emstal

18.30 Uhr Folklore der Gruppe "Bahratha Natyam" mit tamilischen Kindern (6-14 Jahre) aus Kassel

 

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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04.06.2008
Diakonie in Kurhessen-Waldeck qualifiziert Pflegeberater

Die ersten 13 Pflegefachkräften aus Diakoniestationen der Region erhielten ihr Zertifikat als Pflegeberaterin/Pflegeberater (Diakonie). Rechts im Bild Stefan Euler, Referent für Ambulante Pflege im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck e.V.(Foto: E. Lieberknecht)
Die ersten 13 Pflegefachkräften aus Diakoniestationen der Region erhielten ihr Zertifikat als Pflegeberaterin/Pflegeberater (Diakonie). Rechts im Bild Stefan Euler, Referent für Ambulante Pflege im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck e.V.(Foto: E. Lieberknecht)

Kassel. „Für viele Pflegebedürftige ist der Pflegeberater das Tor zur Welt." Diese Aussage fand während der Fachtagung „Pflegeberatung" des Diakonischen Werkes der EKD in Kassel die ungeteilte Zustimmung der mehr als 100 Teilnehmer. Sie hatten sich unter dem Motto „Gut beraten in Pflegefragen – Beratungskompetenz in der häuslichen Pflege" getroffen, um sich für die Zukunft fit zu machen.

Namhafte Referentinnen und Referenten beleuchteten aus verschiedenen Perspektiven Entwicklungen, Konzepte und Strategien des Handlungsfeldes Pflegeberatung. So stellten auch Absolventen der Weiterbildung zur "Pflegeberaterin/ Pflegeberater (Diakonie)" des Christlichen Bildungsinstituts für Gesundheitsberufe (CBG) in Kassel den Wandel des Aufgabenfeldes Pflegeberatung vor. Das Leistungsangebot der Pflege hat sich nach Einführung der Pflegeversicherung kontinuierlich erweitert und bietet inzwischen eine Vielzahl individueller Angebote, von der einfachen Haushaltshilfe bis hin zur spezialisierten Pflege schwerstkranker Menschen in der letzten Lebensphase. Um sich in dem umfangreichen Dienstleistungsspektrum orientieren zu können, benötigen Menschen mit Pflege- und Betreuungsbedarf und deren Angehörige eine fachlich gute und einfühlsame Beratung. So wird die Beratung heute viel mehr als Hilfe und Unterstützung des familiären Systems angesehen, in dessen Fokus sowohl die Pflegebedürftigen als auch die Angehörigen stehen. Der Berater wird als Partner angesehen. Das zur Pflegeberatung notwendige Knowhow wurde den erfahrenen Pflegefachkräften in einer 120 Unterrichtsstunden umfassenden Weiterbildung des bundesweiten Praxisprojektes „Stärkung der Beratungskompetenz in den Diakoniestationen mit dem Fokus Angehörige" vermittelt. In insgesamt sechs Modellregionen beteiligen sich Diakonische Werke in Kooperation mit dem Diakonischen Werk der Ev. Kirche in Deutschland an der Projektumsetzung. Projektträger ist die Bundesakademie für Kirche und Diakonie in Berlin. Auch das Diakonische Werk Kurhessen-Waldeck ist Projektpartner. So konnte im Rahmen der Fachtagung den ersten 13 Pflegefachkräften aus Diakoniestationen der Region ihr Zertifikat als Pflegeberaterin/Pflegeberater (Diakonie) überreicht werden.

Pflegeberatung

Pflegeberatung ist eine Dienstleistung, die innerhalb der aktuellen Pflegereform einen deutlich höheren Stellenwert erhalten hat. Individuelle und kontinuierliche Beratung sowie unterstützende Begleitung für pflegebedürftige Menschen und Angehörige gehört seit jeher zum umfassenden Leistungsspektrum von Diakoniestationen. Das Diakonische Werk der EKD weist in seinem Positionspapier zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung ausdrücklich auf die Notwendigkeit der Intensivierung der Beratung und Begleitung von Menschen mit Pflege- und Betreuungsbedarf und ihrer Angehörigen beziehungsweise ihrer informellen Helfersysteme hin. Es setzt sich deshalb für einen zielgerichteten Ausbau und die Weiterentwicklung von Beratungs- und Unterstützungsangeboten ein.

Eine professionelle Pflegeberatung zielt auf den Erhalt oder die Stärkung der Selbstbestimmung und der Selbstverantwortung der Nutzerinnen und Nutzer, um häusliche Pflegearrangements zu ermöglichen, zu erhalten, beziehungsweise zu verbessern. Dies beinhaltet eine an der individuellen Lebens- und Pflegesituation der Betroffenen und ihrer Angehörigen orientierte Beratung, die auch dem Bedarf der pflegenden Angehörigen nach umfassender Information und Beratung über Unterstützungsleistungen sowie Entlastungsmöglichkeiten gerecht werden will. Um dieses Beratungsverständnis im pflegerischen Alltag umsetzen zu können, ist neben Fachwissen insbesondere Beratungskompetenz gefragt. In dem Praxisprojekt „Stärkung der Beratungskompetenz in den Diakoniestationen mit dem Fokus Angehörige" wird den zukünftigen Pflegeberatern diese Kompetenz vermittelt.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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08.05.2008: Gern und Schwarz: Hessen und Rheinland-Pfalz sollen mit gutem Beispiel vorangehen
Diakonie fordert Aussetzung der Abschiebungen nach Afghanistan

Einen sofortigen Abschiebungsstopp für afghanische Staatsbürger fordern die Vorstandsvorsitzenden der Diakonischen Werke in Hessen und Nassau und Kurhessen-Waldeck, Dr. Wolfgang Gern und Dr. Eberhard Schwarz in einer gemeinsamen Erklärung. In der Erklärung der beiden Diakonie-Chefs in Hessen heißt es:
„Angesichts der allgemeinen Sicherheitslage in Afghanistan und der katastrophalen Situation gerade für Rückkehrer aus dem westlichen Ausland sind Abschiebungen nach Afghanistan zurzeit nicht zu verantworten. Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Bundesländer auf der einen Seite über die Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Irak diskutieren, andererseits aber an Abschiebungen in das nächstgrößte Krisengebiet festhalten.

Eine erzwungene Rückkehr nach Afghanistan kann weder Frauen, Kindern und alten Menschen, noch jungen Männern zugemutet werden, die ohne Familienanschluss in Afghanistan völlig hilflos sind. Die Vorstellung, dass diese Menschen zum Aufbau des Landes beitragen können, ist angesichts der Realität des Alltags in Afghanistan nicht nachzuvollziehen.
Ein genereller Abschiebungsstopp nach Afghanistan ist deshalb dringend notwendig. Trotz erfolgreicher Hilfe in Einzelfällen droht weiter die Abschiebung. Das ist ein unhaltbarer Zustand, der Einzelne und ganze Familien in Unsicherheit, Perspektivlosigkeit und Angst versetzt.
 Daher fordern wir die sofortige Aussetzung von Abschiebungen nach Afghanistan. Jedes Bundesland kann einen solchen Abschiebungsstopp für sechs Monate erlassen. Die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz sollten mit gutem Beispiel vorangehen und sich auf Bundesebene für einen Abschiebungsstopp einsetzen.“

Stichwort: Abschiebungspraxis
Beispielsfälle aus der Praxis zeigen, dass es intensiver Anstrengungen von Anwälten, diakonischen Beratungsstellen und Unterstützergruppen bedarf um das Schlimmste zu verhindern. Die hier geschilderten Fälle sind den Beraterinnen und Beratern der Diakonischen Werke bekannt.
So wollte man kürzlich aus Hessen Herrn H., einen kranken Rentner mit seinen beiden Söhnen, einer minderjährig, der andere gerade volljährig, genauso nach Afghanistan abschieben, wie den 21-jährigen Suleiman, der zum Christentum konvertiert ist oder Sanjar, der als unbegleiteter Minderjähriger nach Deutschland gekommen war und hier mittlerweile eine Lehrstelle als Imker gefunden hat. In allen drei Fällen bedurfte es intensiver Anstrengungen von Anwälten, diakonischen Beratungsstellen und Unterstützergruppen, um das Schlimmste zu verhindern. Herr H. und sein minderjähriger Sohn dürfen nun doch bleiben, der volljährige Sohn, der allein die Familie unterstützen könnte, wartet noch auf eine Entscheidung der Härtefallkommission. Suleiman wurde schließlich aufgrund seiner Konversion ein humanitärer Aufenthalt gewährt und Sanjar darf seine Lehre hier beenden. Wenn niemand den Behörden widersprochen hätte, wären alle hier genannten Personen abgeschoben worden.

Herr H., 35 Jahre alt, ist 2000 aus Afghanistan geflohen. In Afghanistan wurden sein Bruder, ein ranghoher Armeeoffizier, sein Vater und der Sohn von Herrn H. ermordet. Als männlicher Familienangehöriger musste er fliehen und seine Frau und drei Töchter zurücklassen. Deren Verbleib ist unbekannt. Sein Asylantrag wurde ablehnt. Derzeit ist eine Petition für ihn anhängig.

Herr S. ist vor fünf Jahren aus Afghanistan geflohen. Er besaß einen Kiosk, verkaufte westliche Zeitschriften und Alkohol. Wegen seines westlich orientierten Lebensstils wurde er von den örtlichen Machthabern bedroht und verfolgt. Sein Asylantrag wurde abgelehnt, ihm droht Abschiebung.

 

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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26.05.2008: Diakonie Katastrophenhilfe erhöht Hilfsmaßnahmen-Paket auf 600.000 Euro
Birma: Situation für internationale Helfer nur wenig verbessert

Der Zyklon Nargis hat in Birma (Myanmar) verheerende Schäden angerichtet. (Foto: Eva Pineda Hansen / DCA-ACT International)
Der Zyklon Nargis hat in Birma (Myanmar) verheerende Schäden angerichtet. (Foto: Eva Pineda Hansen / DCA-ACT International)

Trotz der Ankündigung von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, dass neben einheimischen Hilfsorganisationen künftig ebenfalls internationale Helfer in Birma (Myanmar) Zugang zu den Wirbelsturm-Opfern im Irrawaddy-Delta haben werden, hat sich die Lage noch nicht wesentlich verändert.

Seit der internationalen Geberkonferenz am Sonntag haben vereinzelt internationale Helfer Zugang in die Katastrophenregion erhalten. "Das ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Nun herrscht gespannte Erwartung über die weiteren Schritte der birmesischen Regierung", erklärt Rainer Lang, Mitarbeiter der Diakonie Katastrophenhilfe, in Rangun. "Unsere einheimischen Partner sind davon nicht betroffen. Sie leisten bereits seit drei Wochen Nothilfe in der Region."   Inzwischen hat die Diakonie Katastrophenhilfe ihre Unterstützung für lokale Partnerorganisationen und über das internationale kirchliche Hilfsnetzwerk ACT (Kirchen helfen gemeinsam) auf 600.000 Euro erhöht. Nachdem Partnerorganisationen der Diakonie Katastrophenhilfe die offizielle Erlaubnis bekommen haben, im Deltagebiet tätig zu sein, kann nun die Hilfe in größerem Maßstab als bisher geleistet werden.
Mitarbeiter der Partnerorganisationen berichten, dass in den am schwersten betroffenen Gebieten immer noch nicht alle Leichen geborgen werden konnten. Junge Leute helfen jetzt als Freiwillige beim Bergen der Toten. "Diejenigen, die überlebt haben, weinen um ihre toten Angehörigen", sagte einer der Helfer.
"Die Gefahr für die Überlebenden steigt von Tag zu Tag, wenn sie nicht die notwendige Hilfe erhalten", warnt Rainer Lang. "Verseuchtes Trinkwasser verursacht besonders bei Kindern und alten Menschen gefährliche Magen-Darm-Erkrankungen." Neben Lebensmitteln, Planen und Decken verteilen die Partnerorganisationen der Diakonie Katastrophenhilfe auch Trinkwasser, Medikamente und Tanks zum Auffangen von Regenwasser.

Für ihre Hilfe in Birma bittet die Diakonie Katastrophenhilfe um Spenden, Kennwort: "Zyklon Birma".

Spendenkonto 21 21 21, Evang. Kreditgenossenschaft Kassel, BLZ 520 604 10

Redaktion: Claus-Dieter Suß, Telefon: (0561) 10 95 - 303

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23.04.2008: Neue Kampagne der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen e.V.
ENTDECKER VORAUS – für bessere Bedingungen in hessischen Kindertageseinrichtungen

"ENTDECKER VORAUS!" Foto: E. Lieberknecht
"ENTDECKER VORAUS!" Foto: E. Lieberknecht

Unter dem Titel „ENTDECKER VORAUS!“ startete die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen e.V. eine Kampagne, mit der für kleinere Gruppengrößen und bessere personelle Ausstattungen in den hessischen Kindertageseinrichtungen geworben wird. An der regionalen Auftaktveranstaltung für die Kitas im Bereich der evangelischen Kirche in Kurhessen-Waldeck nahmen mehr als 170 Personen aus den einzelnen Einrichtungen teil.

Auslöser der Liga - Kampagne „ENTDECKER VORAUS!“ der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen ist die Überzeugung, dass Erziehung, Bildung und Betreuung in Kindertageseinrichtungen bessere Rahmenbedingungen erfordern. Die geplante Umsetzung des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans (BEP) berücksichtigt nicht die derzeitigen personellen Bedingungen vieler Kindertageseineinrichtungen in Hessen.
Mit der Kampagne „ENTDECKER VORAUS!“ wird eingefordert: 

  • Die bestmögliche Erziehung, Bildung und Betreuung der Kinder in den Kindertageseinrichtungen in Hessen 
  • Die Schaffung der dazu notwendigen Rahmenbedingungen in den Einrichtungen 
  • Die Schaffung verbesserter Arbeitsbedingungen für sozialpädagogische Fachkräfte.

Deshalb möchte die Kampagne der Liga „ENTDECKER VORAUS!“

  • Eltern und Öffentlichkeit informieren, dass aus ihrer Sicht der Hessische Bildungs- und Erziehungsplan (BEP) einen möglichen Orientierungsrahmen für die Kindertageseinrichtungen in Hessen bietet.
  • verdeutlichen, dass mehr Zeit und mehr Fachpersonal erforderlich sind, um die Ansprüche des BEP umsetzen zu können.
  • Eltern und Öffentlichkeit dafür gewinnen, sich vor Ort für bessere Rahmenbedingungen in den Kindertageseinrichtungen einzusetzen.

Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen
ist der Zusammenschluss der sechs hessischen Wohlfahrtsverbände:
Arbeiterwohlfahrt (Landesausschuss Hessen), der Caritasverbände der Diözesen in Hessen, der Diakonischen Werke in Hessen, des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes (PARITÄT Hessen), des Deutschen Roten Kreuzes (Landesverband Hessen) und  des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden in Hessen.

Mit ca. 5.000 Einrichtungen und Diensten sind die Mitgliedsverbände ein bedeutender Faktor für die Menschen, für eine soziale Infrastruktur und für die Wirtschaft in Hessen.

Nahe an den Menschen und ihren Bedürfnissen wissen 150.000 hauptamtliche und 52.000 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Jugendhilfeeinrichtungen, Pflegeinrichtun-gen, Behinderteneinrichtungen, Werkstätten, Tagesstätten, Bildungsstätten, Beratungsstellen, in den Frühförderstellen, ambulanten Diensten und anderen Einrichtungen um die sozia-len Belange und die realen Rahmenbedingungen in Hessen.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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08.04.2008: Übergabe von QM-Zertifikaten
Berg ist erklommen: 19 evangelische Kindertagesstätten in Kurhessen-Waldeck erhalten QM-Zertifikat

Träger, Leiterinnen und Mitarbeiterinnen der ausgezeichneten Einrichtungen (Foto: E. Lieberknecht)
Träger, Leiterinnen und Mitarbeiterinnen der ausgezeichneten Einrichtungen (Foto: E. Lieberknecht)

Nach zwei Jahren intensiver Arbeit in dem Projekt „Einführung eines Qualitätsmanagements in ev. Tageseinrichtungen für Kinder" konnten Mitte März in einer Feierstunde die Träger und Leitungen von 19 evangelischen Kindertagesstätten in Kurhessen-Waldeck ihre Zertifikate entgegennehmen.

„Es ging uns darum, mit Hilfe der Entwicklung eines QM-Systems die Position der jeweiligen evangelischen Tageseinrichtung für Kinder in der Jugendhilfelandschaft zu sichern und auszubauen. Gleichzeitig ermöglicht es eine Transparenz der inhaltlichen Arbeit und der Prozessstrukturen. Heute erhält die dritte Projektgruppe ihre Urkunden, und Anfang des Monats hat bereits die fünfte Gruppe ihre Arbeiten aufgenommen. Es ist ein langer Weg voller Herausforderungen, aber es lohnt sich", sagte Waltraud Kirchmeier, Sachgebietsleiterin im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck e.V. und zuständig für die evangelischen Tagesstätten für Kinder, am Rande der Veranstaltung.

Von über 200 Kindertagesstätten im Bereich der Landeskirche von Kurhessen-Waldeck, haben in den ersten drei Durchgängen 51 Einrichtungen das Zertifikat erhalten. Und noch einmal rund 50 Kindertageseinrichtungen sind nun auf dem Weg dorthin. Für die Jahre 2009 und 2010 gibt es bereits zahlreiche Anmeldungen für entsprechende Projektgruppen.

Folgende Einrichtungen haben im März 2008 das QM-Zertifikat erhalten:

Stadt und Landkreis Kassel:
- Evang. Kindertagesstätte „Baumhaus für Kinder“, Kassel
- Evang. Kindertagesstätte „Kleiner Holzweg“, Kassel
- Evang. Kindertagesstätte „Sonnenblume“, Kassel
- Evang. Kindertagesstätte „Fasanenhof“, Kassel
- Evang. Kindertagesstätte „Unterneustadt“, Kassel
- Evang. Kindertagesstätte „Wolfsanger“, Kassel
- Evang. Kindertagesstätte „Finkenherd“, Kassel
- Evang. Kindertagesstätte „Kirchditmold“, Kassel
- Kindertagesstätte des Evang. Fröbelseminars, Kassel
- Evang. Kindertagesstätte „Dörnberg“, Habichtswald-Dörnberg
- Evang. Kindertagesstätte, Calden-Westuffeln
- Evang. Kindertagesstätte, Liebenau

Schwalm-Eder-Kreis:
- Evang. Kindertagesstätte „Regenbogenland“, Fritzlar
- Evang. Kindertagesstätte „Zur Kinderarche“, Fritzlar
- Evang. Kindertagesstätte „Hephata“, Schwalmstadt-Treysa
- Evang. Kindertagesstätte , Frielendorf

Landkreis Marburg-Biedenkopf:
- Evang. Kindertagesstätte, Marburg-Cappel
- Evang. Kindertagesstätte, Fronhausen-Bellnhausen
- Evang. Kindertagesstätte, Wohratal-Halsdorf

Qualitätsmanagement
Die Auftaktveranstaltung für die jetzt abgeschlossene Projektgruppe fand am 8. Februar 2006 statt. Im ersten Jahr fanden 4 Schulungen an insgesamt 11 Tagen statt, in denen die Leitungen der Kindertagesstätten für die Aufgabe der Qualitätsbeauftragten qualifiziert wurden. Der weitere Prozess in den Einrichtungen wurde durch monatliche Qualitätszirkel der Leitungen unterstützt, in denen ein regelmäßiger Austausch ebenso stattfand wie die gemeinsame Erarbeitung von Schlüsselprozessen, die mit den Leitungsaufgaben in engerer Verbindung stehen. Zusätzlich gab es zirkelbezogene Treffen mit den Trägern der beteiligten Einrichtungen. In hausinternen Qualitätszirkeln, die sich teilweise 14-tägig trafen, wurde die Erarbeitung und Dokumentation der Schlüsselprozesse besprochen. Hieraus wurde dann ein Einrichtungsspezifisches Handbuch erstellt, das der Zertifizierung zu Grunde liegt.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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19.03.2008: Armut hat viele Gesichter
Diakonisches Werk in Kurhessen-Waldeck e. V. stellt Broschüre zum Thema Armut vor

Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz (links) überreicht ein erstes Exemplar der Broschüre „Armut hat viele Gesichter“ an Bischof Prof. Dr. Martin Hein. (Foto: E. Lieberknecht)
Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz (links) überreicht ein erstes Exemplar der Broschüre „Armut hat viele Gesichter“ an Bischof Prof. Dr. Martin Hein. (Foto: E. Lieberknecht)

„Kirche und Diakonie haben eine besondere Verantwortung für Menschen, die in Armut geraten.“ Mit diesen Worten überreichte Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz, Leiter des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e. V., Bischof Prof. Dr. Martin Hein die neu verfasste Broschüre „Armut hat viele Gesichter“.

„Aufgabe der Diakonie ist die tatkräftige Unterstützung der Benachteiligten und Hilfsbedürftigen in unserer Gesellschaft“, sagte Dr. Schwarz weiter im Rahmen der Vorstellung. Mit der Handreichung leistet das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck einen aktiven Beitrag dazu: Sie beschreibt die Situation von Menschen in Armut, informiert über ihre Ursachen und mögliche Hilfen. Auch Politik und Gesellschaft sind gefordert, Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und Sozialleistungen bereit zu stellen, die Armut verhindern.

In Deutschland nimmt die Zahl der Menschen, die in Armut leben, zu. Besonders Kinder und Jugendliche sind von den Folgen materieller Armut betroffen. Soziale Ausgrenzung und mangelnde Bildungschancen sind nur zwei Aspekte dieser Problematik. Die nun herausgegebene Broschüre richtet sich vor allem an die Kirchengemeinden im Bereich der Evangelischen Kirche in Kurhessen-Waldeck. Sie soll diese anregen, sich mit dem Armutsthema vor Ort zu beschäftigen und gemeinsam mit ausgegrenzten Menschen neue Perspektiven zu entwickeln. Sie gibt auch Beispiele für Hilfen, die geleistet werden können. Dazu bedarf es einer guten Vernetzung. Um dies zu vereinfachen, ist eine Liste aller regionalen Diakonischen Werke im Anhang abgedruckt. Kirchengemeinden finden hier fachkundige Ansprechpartner.

Die Broschüre „Armut hat viele Gesichter“ ist beim Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck e. V., Öffentlichkeitsarbeit, Kölnische Straße 136, 34119 Kassel, erhältlich oder kann unter der Telefonnummer 0561/1095-103 bzw. s.koch@dwkw.de bestellt werden.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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14.03.2008: Das Ziel heißt: Verbesserung der Integration von Zuwanderern
Neue Kooperationen der Migrationserstberatung (MEB) und Jugendmigrationsdienste (JMD) mit der Ausländerbehörde in Kassel

Gemeinsam für die Verbesserung der Integration von Zuwanderern in Kassel (Foto: IB)
Gemeinsam für die Verbesserung der Integration von Zuwanderern in Kassel (Foto: IB)

Auf einer neuen Stufe steht seit dem 12. März die Integration von Zuwanderern in und um Kassel. Durch eine Kooperation der Ausländerbehörde der Stadt und des Landkreises Kassel mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Migrationsdienste werden Migrantinnen und Migranten mit Daueraufenthaltsrecht künftig von Seiten des Amtes u. a. mit einem Begrüßungsschreiben auf die Angebote der verschiedenen Träger der Beratungsstellen hingewiesen.

Ziel ist dabei die Förderung der Integration von Migrantinnen und Migranten. In insgesamt vier Treffen wurde diese Kooperation vorbereitet, die auch bewirkten, dass die Beraterinnen der MEB´s/JMD´s und die Mitarbeiterinnen der Ausländerbehörde sich in einem persönlichen Gespräch über ihre Erfahrungen austauschen, besser kennenlernen und damit die Zusammenarbeit intensivieren konnten.

Die Träger der MEB (ein über das Bundesinnenministerium gefördertes Beratungsangebot) und der JMD vom Caritasverband Nordhessen Kassel e.V., Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck e.V. (DWKW), Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Kassel-Wolfhagen e.V. (DRK) und dem Internationalen Bund (IB) kooperieren seit mehreren Jahren erfolgreich mit dem Ziel einer effektiven Versorgung aller Migrantinnen und Migranten mit Bleiberecht, die in Stadt und Landkreis Kassel leben. Nun ist auch erstmals die Ausländerbehörde mit dabei.
„Wir bieten im Rahmen der MEB und der JMD diese umfassende Beratung, Unterstützung und Information an, da Migrantinnen und Migranten sich oft vor große Hürden gestellt sehen: Sie sind mit vielem ihnen Unbekanntem und auch Ungewohntem konfrontiert. Die fehlenden oder unzureichenden Sprachkenntnisse erschweren Ihnen häufig das Zurechtfinden. Wir begleiten Sie in der Regel drei Jahre lang auf dem Weg in unsere Gesellschaft. Durch die Kooperation mit der Ausländerbehörde erhoffen wir uns eine Erleichterung in der Zusammenarbeit, damit letztendlich auch den zugewanderten Menschen geholfen werden kann. Dies wird übrigens im Main-Kinzig-Kreis schon seit Mitte letzten Jahres mit Erfolg durchgeführt“, erläuterte Heidrun Klinger-Meske, Koordinatorin für Migrationserstberatung im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck e.V. (DWKW).

MEB und JMD

Die MEB richtet sich vorrangig an Spätaussiedler und Ausländer über 27 Jahre mit Daueraufenthaltsrecht. Aufgabe der JMD ist, Menschen im Alter von 12 bis 27 Jahren einen möglichst guten Start zu geben.
Das Ziel der Beratung ist neben dem Erwerb und der Verbesserung der deutschen Sprachkenntnisse und der Unterstützung bei der Suche einer Kinderbetreuung während des Integrationskursbesuches auch die Beantwortung von Fragen zur wirtschaftlichen Situation sowie Klärung und Sicherung sozialer Leistungsansprüche. Gerade bei den Jugendlichen stehen Fragen zu Schule, Ausbildung und Arbeitsaufnahme sowie die Soziale Integration ganz oben auf der Agenda. Darüber hinaus sind der Aufbau von Kontakten zu Behörden, die Bereiche Wohnen, Gesundheit  sowie Ehe, Familie und Erziehung zentrale Themenfelder.

Ansprechpartner:
Heidrun Klinger-Meske (DWKW), Tel. 0561/ 1095 – 120
Hilla Zavelberg-Simon (Caritas), Tel. 0561/ 94276 – 18
Bozena Petzold (DRK), Tel. 0561/ 72904 - 52
Stefan Brieger (IB), Tel. 0561/ 57463722

Bildunterschrift:
Für die Verbesserung der Integration von Zuwanderern in Kassel (v.l.n.r.):
Bozena Petzold (DRK), Natalie Dettmar (Caritas), Mesut Mengil (IB), Uwe Siebert, Yvonne Kessler, Harald Schmidt (alle Ausländerbehörde), Heidrun Klinger-Meske (DWKW), Sieglinde Minkel, Martina Bode, Marc Schölzel und Daniela Temme (ebenfalls alle Ausländerbehörde).

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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28.02.2008: Plattform für Menschen mit Behinderung
Kunstatelier „Maske Blauhaus in Tinaia“ stellt im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck e.V. aus

Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz (rechts) eröffnet die Ausstellung „Farbecht“ im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck e.V. Mit auf dem Foto sind (v.l.n.r.): Atelierleiter Frank-P. Kirschner und Welf Kerner, der für die musikalische Umrahmung sorgte. (Foto: Susanne Koch/DWKW)
Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz (rechts) eröffnet die Ausstellung „Farbecht“ im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck e.V. Mit auf dem Foto sind (v.l.n.r.): Atelierleiter Frank-P. Kirschner und Welf Kerner, der für die musikalische Umrahmung sorgte. (Foto: Susanne Koch/DWKW)

„Wir geben Menschen mit Behinderung eine Plattform.“ Mit diesen Worten eröffnete Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz, Leiter des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e.V., vor rund 40 Gästen und Mitarbeitern die Ausstellung „Farbecht“.

Bis zum 30. April  2008  zeigt das Kunstatelier „Maske Blauhaus in Tinaia“ Bilder, Masken und Mosaiken von Menschen mit und ohne Psychiatrie-Erfahrungen. Sie ist montags bis donnerstags von 9.00 bis 16.00 Uhr und freitags von 9.00 bis 13.00 Uhr in der Geschäftsstelle des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e.V., Kölnische Straße 136, zu sehen.

Im Eingangsbereich stehen bunte Masken mit braunem Haarschopf, großen, roten Lippen und schwarzem Hut. Bunte Mosaiken zieren ein Paar Gummistiefel. Ute Bering gestaltete „Schü in Mosaik“. „Ich wollte etwas Originelles machen. Die Idee mit den Schuhen entstand beim Experimentieren“, sagte die Künstlerin. Unter den Gästen befand sich auch Jutta Siebert vom Landeswohlfahrtsverband Hessen: „Es ist immer wieder faszinierend, über welche kreativen Fähigkeiten Menschen mit Behinderung verfügen.“ Die Regionalmanagerin findet es wichtig, dass dies publik gemacht wird. Atelierleiter Frank-P. Kirschner freut sich über die gute Resonanz: „Ich biete Struktur und den Rahmen für die  künstlerische Auseinandersetzung. Innerhalb der ästhetischen Gestaltung unterstützen und helfen sich die Künstlerinnen und Künstler  gegenseitig.“  

Außer in Kassel stellen die Künstlerinnen und Künstler weitere Arbeiten im Rahmen des Projektes „KunstGeFährten“ noch bis zum 2. März 2008 im Stadtschloss Fulda aus.

Maske Blauhaus in Tinaia

Das Atelier „Maske Blauhaus in Tinaia“ arbeitet in den Bereichen bildende Kunst, Skulptur, Installation, Maskenbau und Maskenspiel. Unter der Leitung des Künstlers und Fotografen Frank-P. Kirschner bietet „Maske Blauhaus in Tinaia“ Menschen mit und ohne Psychiatrie-Erfahrung sowohl einen sozialen Anlaufpunkt als auch Raum für gestalterische Ausdrucksmöglichkeiten. Träger des Kulturprojektes sind die Diakonie-Wohnstätten gGmbH, Kassel.

Das Atelier gehört zu den Kunst-GeFährten: Hier haben sich sieben Kunstprojekte aus diakonischen Einrichtungen, die alle Mitglied im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck e.V. sind, zusammengeschlossen. Sie haben in den letzten Jahren ein Netzwerk zur Kommunikation und zum gegenseitigen Austausch aufgebaut. Ziel ist es u. a., die Kunst von Menschen mit Behinderung einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Landesverband, das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck e.V., unterstützt das Ansinnen, die besonderen Gaben von Menschen mit Behinderung wahrzunehmen und ihnen ein öffentliches Forum zu geben.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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19.02.2008: Kalte Temperaturen und warme Mahlzeiten
Nacht der Wohnungslosenhilfe macht auf Situation der Wohnungslosen aufmerksam

Niedrige Temperaturen - warme Suppe: Die Männer der Heilsarmee. (Foto: E. Lieberknecht/DWKW)
Niedrige Temperaturen - warme Suppe: Die Männer der Heilsarmee. (Foto: E. Lieberknecht/DWKW)

Es war kalt am Abend des 16. Februar 2008 vor dem Alfred Delp-Haus am Rande der Kasseler Innenstadt. Minus 2 Grad zeigte das Thermometer an, gefühlt waren es aber noch weniger. Hier fand die Nacht der Wohnungslosenhilfe statt, mit der auf die Situation der Wohnungslosen in Kassel und der Region aufmerksam gemacht werden sollte. Beteiligt an dieser Aktion waren die Diakonischen Werke Kurhessen-Waldeck, Kassel, Kassel-Land und Schwalm-Eder. Dazu noch aus dem Bereich Diakonie die Heilsarmee, die Drogenhilfe Nordhessen sowie die Beratungsstelle Bad Hersfeld. Ebenfalls dabei waren das Karl-Hemffler-Haus, das Ludwig-Noll-Krankenhaus, die Soziale Hilfe e.V., die Stadt Kassel und die Wohnraumhilfe Bad Hersfeld. Sie alle stellten in den Räumen des Hauses der St. Familia-Gemeinde ihre Arbeit vor. Zusammen bilden sie eine starke Partnerschaft, die sich um die Wohnungslosen kümmert.

Auf dem Platz vor dem Alfred Delp-Haus stand ein roter Bus der Heilsarmee. Männer in ihren Uniformen verteilten Suppe an die rund 200 Besucher. Und die konnten sich vor Ort über die Arbeit der einzelnen Institutionen unterrichten. Oder sich einen Wohncontainer hinter der Kirche anschauen. 12 m² Fläche dienen als Unterkunft für einen Wohnungslosen, der hier im Winter eine Bleibe gefunden hat. Spartanisch eingerichtet mit einem Bett, einem Tisch und zwei Stühlen. Aber warm. Was bei diesen Temperaturen schon eine Wohltat ist. Ein Bus brachte interessierte Besucher zu weiteren Stationen, die an diesem Abend geöffnet hatten. Dazu gehörte u. a. der Kleiderladen des Diakonischen Werkes in der Hermannstraße in Kassel, die Kontakt- und Beratungsstelle mit Tagesaufenthalt für Frauen in Wohnungsnot „Karla 3“ am Karlsplatz oder das Männerwohnheim der Heilsarmee in der Eisenacherstraße.

Zum Rahmenprogramm der Nacht der Wohnungslosenhilfe gehörte Musik des Chors TonArt aus Lohfelden, eine Lesung des Aktionstheaters unter dem Titel „Kleine Engel“ sowie noch einmal Musik mit dem Blues Duo Steppin´ Out. Alles in allem eine gelungene Veranstaltung. Nur schade, dass sich so wenig namhafte Vertreter des öffentlichen Lebens sehen ließen.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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18.02.2008: Mitgliederversammlung des Verbandes Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder
Bessere Bedingungen für Kindertageseinrichtungen gefordert

Informationen für Rechtsträger und Leitungen von evangelischen Kindertageseinrichtungen: vorne von links: Angelika Ilchmann, Hessisches Sozialministerium; Barbara Tiemann, ebenfalls Hessisches Sozialministerium; Waltraud Kirchmeier, evTaK-Geschäftsführerin und der evTaK-Vorsitzende Dekan Rudolf Schulze. Hintere Reihe von links sind die Vorstandsmitglieder Pfarrer Gerhard Zimmer, Pfarrer Dr. Merten Rabenau und Eckehard Zühlke zu sehen. (Foto: E.Lieberknecht/DWKW)
Informationen für Rechtsträger und Leitungen von evangelischen Kindertageseinrichtungen: vorne von links: Angelika Ilchmann, Hessisches Sozialministerium; Barbara Tiemann, ebenfalls Hessisches Sozialministerium; Waltraud Kirchmeier, evTaK-Geschäftsführerin und der evTaK-Vorsitzende Dekan Rudolf Schulze. Hintere Reihe von links sind die Vorstandsmitglieder Pfarrer Gerhard Zimmer, Pfarrer Dr. Merten Rabenau und Eckehard Zühlke zu sehen. (Foto: E.Lieberknecht/DWKW)

Mit einer Resolution nimmt der Verband der Evangelischen Tageseinrichtungen für Kinder (evTaK) im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck e.V. Stellung zu den in diesem Jahr anstehenden neuen Anforderungen im Hinblick auf die Betreuung der unter Dreijährigen sowie dem neuen Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan. Anlässlich seiner Mitgliederversammlung hatten sich die rund 160 anwesenden Rechtsträger und Leiterinnen von evangelischen Tageseinrichtungen in der Landeskirche von Kurhessen-Waldeck zuvor durch die Referate „Unter drei dabei“ (Aufnahme von Kleinstkindern in Kindertagesstätten) sowie „Mitfinanzierungsmöglichkeiten des Landes und des Bundes“ mit den Themen intensiv vertraut gemacht.

„Für unsere Einrichtungen werden die Anforderungen hinsichtlich der Aufnahme der unter Dreijährigen immer größer. Wir wollen alle Kinder in unseren Gruppen – egal welchen Alters – die bestmögliche Betreuung zukommen lassen. Doch dazu müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen,“ erläuterte evTaK-Geschäftsführerin Waltraud Kirchmeier und verwies insbesondere auf die in Hessen unterschiedlichen Rahmen- und Arbeitsbedingungen in Kindertagesstätten.

Resolution

In ihrer Resolution „(…) fordert die Mitgliederversammlung des Verbandes Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder (evTaK) das Land Hessen auf, die Voraussetzungen für gleiche Rahmenbedingungen in unserem Bundesland zu schaffen:
  • Die Verordnung über Mindestvoraussetzungen in den Tageseinrichtungen für Kinder muss sich hinsichtlich des Personals verbessern. 1,5 Fachkräfte in Gruppen von bis zu 25 Kindern reichen nicht aus.
  • Die Vor- und Nachbereitungszeiten der sozialpädagogischen Fachkräfte, die Freistellungszeiten der Leitungen sowie Fortbildungen müssen mit in die Berechnung der Fachkraftstunden einfließen.
  • Die Gruppenstärke sollte in Abhängigkeit zur Altersstruktur kleiner werden.
    Um die Ansprüche der bildungspolitischen Erwartungen des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans für Kinder von 0 bis 10 Jahren erfüllen zu können, bedarf es einer besseren finanziellen Ausstattung durch das Land.“

Verband Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder

Im Verband Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder sind alle Träger von evangelischen Tageseinrichtungen in der Landeskirche von Kurhessen-Waldeck zusammengeschlossen. Dies sind zurzeit 210 Mitglieder, die mehr als 14000 Kindern Plätze in ihren Kindertageseinrichtungen anbieten.
Der Verband hat die Aufgabe, aus christlicher Verantwortung das Wohl der Kinder durch Erziehung, Bildung und Betreuung in den evangelischen Tageseinrichtungen für Kinder zu fördern.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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07.02.2008
Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck startet in Rotenburg 15. Aktion "Hoffnung für Osteuropa"

Vorbereitungsteam der Eröffnung Hoffnung für Osteuropa in Rotenburg (v.l.n.r): Pfr. Hans-Joachim Krause (Evang. Kirche), Dr. Hans-Jürgen Schweiger (Förderverein Patricia Popa), Hans Barbknecht (Hoffnung für Osteuropa), Dekanin Gisela Strohriegl (Evang. Kirchenkreis Rotenburg), Claus-Dieter Suß (Diakonisches Werk). Foto: E. Lieberknecht (DWKW)
Vorbereitungsteam der Eröffnung Hoffnung für Osteuropa in Rotenburg (v.l.n.r): Pfr. Hans-Joachim Krause (Evang. Kirche), Dr. Hans-Jürgen Schweiger (Förderverein Patricia Popa), Hans Barbknecht (Hoffnung für Osteuropa), Dekanin Gisela Strohriegl (Evang. Kirchenkreis Rotenburg), Claus-Dieter Suß (Diakonisches Werk). Foto: E. Lieberknecht (DWKW)

Mit einem Festgottesdienst in der Evangelischen Pfarrkirche St. Jakobi in Rotenburg a.d. Fulda eröffnet die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) am Sonntag, 10. Februar 2008 die 15. Aktion „Hoffnung für Osteuropa“.

In diesem Gottesdienst wird Bischof Prof. Dr. Martin Hein (Kassel) predigen. „Zeichen setzen für ein gerechtes Europa“ – das Motto unter dem die Veranstaltung steht, lenkt den Blick besonders auf die Wünsche und Erwartungen, die sich auf das weitere Zusammenwachsen von Ost- und West haben. Gerade junge Menschen in den Ländern des ehemaligen Ostblocks setzen sich mit enormen Engagement und hoher Dynamik für eine weitere Verbesserung der Lebensbedingungen ein, ohne die Gefahren der neu entstandenen Wettbewerbsregeln zu übersehen. Mangelnde Rentenansprüche, eine teilweise hohe Arbeitslosigkeit und große Lücken im Gesundheits- und Sozialsystem zahlreicher Länder in Ost- und Südosteuropa stellen weiterhin große Herausforderungen dar. Trotz großer wirtschaftlicher Fortschritte leben immer noch Teile der Bevölkerung in Armut.

In diesem Jahr werden die Eröffnung und sie begleitenden Veranstaltungen einen besonderen Akzent auf Rumänien legen. Der Rotenburger Förderverein „Patricia Popa“, der sich die Unterstützung der Universitätskinderklinik in Temesvar zum Ziel gesetzt hat, stellt sich vor. Zu den Veranstaltungen werden Dr. Christian Jinca, stellvertretender Direktor der Universitätsklinik in Temesvar, sowie Pfr. Zsombor Kovacs, Temesvar, erwartet.

Seit 2002 unterstützt die Initiative unter der Leitung von Dr. med. Jürgen Schneider die Klinik „Louis Turcanu“. Sie versorgt das Krankenhaus mit Medikamenten und medizinischen Geräten und erhöhen damit die Heilungschancen von an Leukämie erkrankten Kindern. Die Hilfsgüter übergibt der Vorsitzende persönlich an die Chefärztin Prof. Dr. Margit Serban, die sich durch ihre qualitativ hochwertige Arbeit bereits internationale Anerkennung erworben hat.

Zu einem Europa-Konzert wird am Samstagabend in die Jakobikirche eingeladen. Neben Eva Gerlach (Klavier), Ernst Triener (Violine) und Richard Wilkin (Violoncello) wird dabei Gabriel Tiberiu Popa (Violine) aus Rumänien mitwirken.
Dr. h.c. Jürgen Gohde, Vorsitzender des Kuratoriums Deutsche Altershilfe, wird zum Thema „Zeichen setzen für ein gerechtes Europa aus der Sicht der Diakonie und Kirche“ referieren. Eine Podiumsdiskussion mit den Gästen aus Rumänien, sowie Dr. Rainer Seele (Kassel), Honorarkonsul Rumäniens (Kassel) schließt sich an.

Mit der Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ unterstützen die Evangelischen Kirchen in der Bundesrepublik seit 1994 Projekte in den Ländern Ost- und Mitteleuropas. Die Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ fördert u.a. Projekte für Straßenkinder, Diakonie- und Sozialstationen sowie Hilfen für Behinderte.

Beim Diasporaforum am Samstagmorgen werden Impulse von der 3. Europäischen Ökumenischen Versammlung, die im vergangenen Jahr in Sibiu (Hermannstadt) in Rumänien stattfand, durch Oberlandeskirchenrat Dr. Wilhelm Richebächer vermittelt.
Traditionell steht die Eröffnung der Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ im Rahmen des Diasporatages der EKKW. Die Diasporawerke, Gustav-Adolf-Werk, Evangelischer Bund und Martin-Luther-Bund, engagieren sich für evangelische Minderheitskirchen u. a. auch in den Ländern des ehemaligen Ostblocks.

Geförderte Projekte aus Mitteln der Aktion „Hoffnung für Osteuropa” 2006-2007

Die Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ will den benachteiligten Menschen in Mittel- und Osteuropa zu einem Leben in Würde verhelfen – nicht durch Almosen, sondern durch „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Die Aktion „Hoffnung für Osteuropa“, das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen für die Menschen in Mittel- und Osteuropa, unterstützt jährlich etwa 150 Projekte in 17 mittel- und osteuropäischen Staaten von Estland bis Albanien und Tschechien bis Russland. Seit ihrer Gründung im Jahr 1994 konnte die Aktion hierfür rund 16,5 Millionen Euro Spenden einsetzen.

Die Aktion in Kurhessen-Waldeck

Das Spendenaufkommen der vergangenen 14. Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ in Kurhessen-Waldeck hat einen Betrag von 83.540 Euro ergeben. Jeweils die Hälfte des in Kurhessen-Waldeck gespendeten Geldes wird durch den Projektausschuss der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck vergeben. Die übrigen Mittel dienen der Finanzierung von Projekten, die auf der Ebene der EKD gefördert werden.

Spendenkonto

Hoffnung für Osteuropa
Konto 200 000, Evang. Kreditgenossenschaft Kassel
(BLZ 520 604 10)

Redaktion: Claus-Dieter Suß, Telefon: (05 61) 10 95 - 303

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24.01.2008
Gelungene Vernissage zur Ausstellung „KunstGeFährten“

Oberbürgermeister Gerhard Möller (links) und Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz (rechts) bei der Eröffung der Ausstellung in Fulda. Foto: E. Lieberknecht/DWKW
Oberbürgermeister Gerhard Möller (links) und Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz (rechts) bei der Eröffung der Ausstellung in Fulda. Foto: E. Lieberknecht/DWKW

Fulda. Der Rahmen passte ebenso wie die Grußworte und die Musik. Es war eine durchweg gelungene Vernissage zur Ausstellung „KunstGeFährten“, die am 24. Januar im Stadtschloss in Fulda stattfand. Vor rund 90 Gästen und Künstlern eröffnete zunächst der Oberbürgermeister der Stadt Fulda, Gerhard Möller, die Vernissage und stellte sie in den Rahmen der anderen Ausstellungen, die in der Galerie vor den Spiegelsälen bereits stattgefunden haben.

Dr. Eberhard Schwarz, Landespfarrer des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck, wies in seinem Grußwort vor allem darauf hin, dass der Landesverband Menschen mit Behinderung ein Forum bieten möchte, um ihre Talente einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Er dankte der Stadt Fulda für ihre Unterstützung.

Abschließend stellte Bernd Baldus, Kunstbegleiter am Tanner Diakoniezentrum, die inhaltliche Arbeit der Kunstprojekte vor und benannte die beteiligten Künstler und Künstlerinnen.

Für die erstklassige musikalische Umrahmung sorgte die GHW-Combo der Diakonie-Wohnstätten aus Kassel und zeigte, welche Talente und Begabungen Menschen mit Behinderung haben.

Die Ausstellung

Noch bis zum 02.03. 2008 wird in der Galerie vor den Spiegelsälen im Schloss Fulda eine Kunstausstellung gezeigt. Daran sind unter dem Titel „KunstGefährten“ sechs Kunstprojekte aus Einrichtungen der Behindertenhilfe im Bereich des Diakonischen Werks in Kurhessen-Waldeck beteiligt. Zu sehen sind etwa 50 gegenständliche und abstrakte Bilder, Graphiken, Skulpturen und Masken, die in den Kunstateliers der diakonischen Einrichtungen von Menschen mit Behinderung oder psychosozialer Erkrankung hergestellt wurden.
Folgende Projekte sind an der Ausstellung beteiligt:
  • Kunstatelier Tann, Tanner Diakoniezentrum gGmbH
  • Amos, Malgruppe Emilius, Kunstatelier Maske Blauhaus in Tinaia, alle: Diakonie-Wohnstätten gGmbH, Kassel
  • Malwerkstatt der Baunataler Werkstätten, Baunataler Diakonie Kassel e.V.
  • Das Farbenhaus, Hephata Hessisches Diakoniezentrum e.V., Schwalmstadt

Hintergrund

Die beteiligten Einrichtungen haben in den letzten Jahren ein Netzwerk zur Kommunikation und zum gegenseitigen Austausch aufgebaut. Ziel ist es u.a., die Kunst von Menschen mit Behinderung einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Landesverband, das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck e.V., unterstützt das Ansinnen, die besonderen Gaben von Menschen mit Behinderung wahrzunehmen und ihnen ein öffentliches Forum zu geben. So fanden in den letzten Jahren sehenswerte Ausstellungen vor allem in Nordhessen statt. Dies in Hofgeismar anlässlich der Landessynode, in der Stadtkirche Bad Wildungen parallel zur Landesgartenschau und kürzlich in der EKK Filiale Kassel als Begleitausstellung zur Documenta XII statt. Auch in den Geschäftsräumen des Diakonischen Werks in Kurhessen-Waldeck in Kassel finden immer wieder Ausstellungen einzelner Kunstprojekte statt. Auf Anregung des Kunstateliers des Tanner Diakoniezentrums findet nun erstmals die Ausstellung im Fuldaer Stadtschloss in Osthessen statt.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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25.01.2008
Jugendliche immer häufiger bei Wohnungslosenhilfe

Immer häufiger suchen junge Heranwachsende Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe auf. Diese Hilfe wird immer dann in Anspruch genommen, wenn andere Hilfeangebote nicht gemacht werden, nicht greifen oder für den Betroffenen nicht in Frage kommen. Diese Aussage traf jetzt anlässlich einer Vorstandssitzung die Arbeitsgemeinschaft (AG) Wohnungslosenhilfe im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck e.V.

„Aus den uns angeschlossenen Einrichtungen bekommen wir die Rückmeldung, dass die Menschen, die zu uns kommen, immer jünger werden. Für sie ist die Wohnungslosenhilfe das letzte Netz, bevor Sie endgültig abrutschen. Es bedeutet für viele schon eine große Überwindung, sich bei uns zu melden. Dann ist es besonders wichtig, wenn die Kostenträger zum Wohle des Einzelnen mit den Hilfeeinrichtungen kooperieren,“ meinte dazu Sabine Soldan, Vorstandsmitglied der AG Wohnungslosenhilfe, und verwies damit insbesondere auf den Fall Stefan S., wie er in einer regionalen Tageszeitung genannt wurde, der unlängst für Schlagzeilen sorgte.

Für Streit zwischen den einzelnen Behörden sorgt meist die interne Auseinandersetzung um die Zuständigkeit, ob die Betroffenen im Bereich des Jugend- oder des Sozialamtes betreut werden.  Für junge Menschen von 18 – 27 Jahren ist weiterhin die Jugendhilfe zuständig. Dies ist  im § 41 SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz) gesetzlich eindeutig geregelt: „Einem jungen Volljährigen soll Hilfe für die Persönlichkeitsentwicklung und zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung gewährt werden, wenn und solange die Hilfe aufgrund der individuellen Situation des jungen Menschen notwendig ist. …“.  Dieser Verantwortung entziehen sich Jugendämter häufig. Die Folge: junge Menschen in Not erhalten keine Hilfen und rutschen in die Wohnungslosigkeit ab.

„In der Öffentlichkeit wird zurzeit viel über Erziehungscamps und Warnschussarrest  diskutiert. Im Fall Stefan S. hat die gerade verbüßte Jugendstrafe ihn offensichtlich beeindruckt. Er sucht und benötigt Unterstützung, um straffrei zu leben. Diese muss schnell und unter klaren Bedingungen erfolgen. Eine Hängepartie,  bei der  keiner weiß wie es weitergehen soll, verschenkt die Chance auf Integration“, meinte Sabine Soldan abschließend.

Der Vorstand der AG Wohnungslosenhilfe formulierte daher folgenden Appell: „Ziel muss es demnach sein, Hilfe anzubieten, die passt und die vom Betroffenen  auch angenommen werden kann. Oft aber fehlen Jugendlichen und Heranwachsenden geeignete Angebote zur Begleitung nach der Haft.  Kurzfristig Hilfe und Unterstützung zum Aufbau einer neuen beruflichen und persönlichen Lebensperspektive zu gewähren darf nicht eine Frage der Zuständigkeit und damit des Geldbeutels sein. Vielmehr gilt es zu verhindern, dass ein weiteres „Abrutschen“ erfolgt.  Der „Verschiebebahnhof“ verhindert, dass angemessene Hilfemöglichkeiten, die es ja durchaus gibt, wie z.B. Betreutes Wohnen, auch eingesetzt werden können. Wenn es gelingt, verbindliche Arbeitsbeziehungen, die sich an gemeinsamen Zielen orientieren, auf zu bauen, können wir erfolgsorientiert in die Zukunft blicken.“

Arbeitgemeinschaft Wohnungslosenhilfe im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck
Die Arbeitgemeinschaft Wohnungslosenhilfe ist ein Zusammenschluss von acht Trägereinrichtungen, die Mitglieder im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck sind und ein breit gefächertes Angebot an Hilfe bieten.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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Ein BIO-Bauernhof für Menschen mit Behinderung – das Hofgut Hofgeismar

Futter für die Schweine - Mitarbeiter des Hofgeismarer Hofgutes bei Mischen des Futters (Foto: Kristin Heine)
Futter für die Schweine - Mitarbeiter des Hofgeismarer Hofgutes bei Mischen des Futters (Foto: Kristin Heine)

von Kristin Heine

Rot, blau, gelb sind die Farben, mit denen die Vorratsbehälter in der Futterzentrale markiert sind. Jörg mischt gerade das Futter für die Schweine an. Er ist geistig behindert. Anhand der Farben an den Vorratsbehältern erkennt er, wie das Futter zusammengesetzt sein muss. Jörg ist einer von 15 Behinderten, die in dem Hofgut Hofgeismar arbeiten. Der Betrieb gehört zur Baunataler Diakonie Kassel e.V.

Seit 2000 leitet Peter Emmerich den Arbeitsbereich Landwirtschaft. Vorher war er fünf Jahre als landwirtschaftlicher Gutachter bei der Oberfinanzdirektion Erfurt tätig. Dort hat der studierte Landwirt festgestellt, dass die Arbeit am Schreibtisch nichts für ihn ist. Die Zusammenarbeit mit den Menschen ist ihm wichtig: „Freude am Beruf weiter zu geben und behinderten Menschen eine Sinn gebende, nachhaltige und überschaubare Tätigkeit zu vermitteln“, betont der Ingenieur. Erste Erfahrungen in diesem Arbeitsbereich hat Peter Emmerich als Zivildienstleistender bei der Lebenshilfe Waldeck-Frankenberg gesammelt.

1979 übernahmen die Baunataler Werkstätten das ehemalige Christian-Stock-Sanatorium in Hofgeismar, eröffneten das erste Wohnheim für behinderte Menschen und begannen auf einem konventionell bewirtschafteten Hof das landwirtschaftliche Arbeitsfeld.

Landwirtschaftliche Arbeit ist ein traditioneller Schwerpunkt in der Behindertenarbeit. Bei der Berufsfindung gilt es, auf die  Vorlieben behinderter Menschen einzugehen und diese zu fördern. In der körperlichen Arbeit und den Umgang mit Tieren kommen sie zur Ruhe und finden einen Ausgleich zu ihren geistigen Defiziten. Die überschaubaren Tätigkeiten zeigen den Behinderten, was sie produzieren und verdeutlichen die Zielsetzung der einzelnen Arbeitsschritte: Das Betreiben einer ökologisch nachhaltigen Landwirtschaft, die sowohl dem Arbeitnehmer als auch den Kunden gut tut.

Seit dem Jahr 2001 arbeitet der Betrieb nach den Grundsätzen der organisch-biologischen Wirtschaftsweise. Im Zuge der BSE-Krise schaffte man die Bullenmast ab und stellte die Fruchtfolge der Felder um. Das Ergebnis ist leibhaftig zu sehen, wenn Wutz, Inse und Ute im Schweinsgalopp durch den Stall tollen. Die Schweine entfalten ihre natürlichen Verhaltensweisen in Ställen mit ausreichend Bewegungsraum, natürlichem Tageslicht und Stroh. Hormone, Leistungsförderer und Gentechnik habe hier keinen Platz.

In den Bereichen Ackerbau und Grünlandwirtschaft arbeiten die Landwirte weitestgehend ohne die behinderten Mitarbeiter. Mit der Außenwirtschaft werden unter dem Aspekt des Kreislaufgedankens die Voraussetzungen für die Arbeitsplätze auf dem Hof geschaffen: Beim Anbau von Futtergetreide und Kartoffeln wird kein löslicher Stickstoffdünger und keine Pestizide verwendet. Das bedeutet zugleich weniger Nitrat und Rückstände in der Nahrungskette.

Die Umstellung auf die ökologische Landwirtschaft hat sich in jeder Hinsicht gelohnt: Seit 2003 pflegt das Hofgut Hofgeismar Lieferbeziehungen zu tegut. Der hessischen Supermarktkette ist es wichtig, regionale Tätigkeiten zu unterstützen. Gleichzeitig fördern sie Produkte aus ökologischer Landwirtschaft und fairem Handel. So bezieht die tegut-Fachmetzgerei Kurhessische Fleischwaren Fulda (kff) monatlich 25-30 XXL-Bio-Schweine aus Hofgeismar, die in Frankenheim zu kff Bio-Wurstwaren verarbeitet werden, unter anderem zur luftgetrockneten Rhöngut Bio-Cervelatwurst und dem Rhöngut Bio-Feldkieker.

Am „Tag der offenen Stalltür“ stellt der Biolandbetrieb einmal jährlich seine Qualität unter Beweis. tegut-Kunden können sich selbst von der Schweinehaltung und Ferkelaufzucht überzeugen. Bis zu 1500 Besucher aus Niedersachsen und Nordhessen nutzten in den Vorjahren das Angebot. Soziales Engagement und ökologische Landwirtschaft finden hier zu einem ausgeglichenen Miteinander. Geistig behinderte Menschen und Menschen mit Lernbehinderung verrichten qualitativ hochwertige Arbeit, so wie es früher in der Landwirtschaft üblich war. Damit besetzen sie eine Marktlücke und richten sich mit ihrem Angebot an Kunden, die auf die Einhaltung sozialer Arbeitsmaßstäbe und ökologisch nachhaltiger Produktion von Fleisch- und Wurstwaren Wert legen.

Seit 2002 gehört der Hof dem Bioland-Verband an. Damit entspricht er zum einen den Erfordernissen einer Art gerechten Tierhaltung, zum anderen den Bedürfnissen der behinderten Mitarbeiter: „Sie sollen sich bei der Arbeit wohl fühlen und gerne auf dem Hof mitarbeiten“, sagt Peter Emmerich.

2004 erhielt das Hofgut den Hessischen Tierschutzpreis. Als Grund der Auszeichnung nannte die Jury den artgerechten Umgang mit den Tieren. Zugleich ist der Betrieb an der Weiterentwicklung der artgerechten Tierhaltung interessiert. Für die vorbildliche Arbeit wurde der Betrieb am 22. Januar 2008 mit dem ProTier-Förderpreis auf der Grünen Woche in Berlin durch Bundespräsident Horst Köhler ausgezeichnet.  Zu Ostern 2008 plant der Ökohof die Inbetriebnahme eines Hühnermobils. Die Hühner grasen rund um das Mobil die Grünflächen ab. In das Mobil legen sie ihre Eier. Ist die Grünfläche abgegrast, wird das Hühnermobil auf den nächsten Rasenabschnitt gefahren. Dann sind auf dem Hofgut auch Eier aus artgerechter Hühnerhaltung zu erwerben. Alle Produkte entstehen auf Basis einer ökologisch, innovativen Landwirtschaft und unter Arbeitsbedingungen, die den individuellen Fähigkeiten der Mitarbeiter gerecht werden – was will man mehr! 

Redaktion: Kristin Heine, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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