15.06.2010: Bessere Koordinierung ehrenamtlicher Arbeit
Ehrenamtskoordinatoren erhielten Zertifikate

Die Ehrenamtskoordinatoren in der Kapelle des DWKW
Die Ehrenamtskoordinatoren in der Kapelle des DWKW

In einer Seminarreihe konnten 13 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende diakonischer und kirchlicher Einrichtungen sowie aus Kirchengemeinden lernen, wie Ehrenamtliche gewonnen und unterstützt werden.
Ohne Ehrenamtliche ist die Arbeit von Diakonie und Kirche kaum vorstellbar. Dieses freiwillige Engagement besser zu koordinieren ist das Ziel eines Qualifizierungsangebotes des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e.V. (DWKW) und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), das nun zum sechsten Mal durchgeführt wurde.

An insgesamt vier Seminartagen wurde erörtert, wie die Kompeten-zen der Freiwilligen mit den Bedürfnissen der Einrichtungen und Gemeinden vereinbar und welche rechtlichen Fragen zu beachten sind. Außerdem ging es um mögliche Verbesserungen bei einer konstruktiven Koordination von ehren- und hauptamtlicher Arbeit. Die Teilnehmer, sie kamen u.a. aus den Bereichen Altenpflege, Tafelarbeit, Behindertenhilfe und Suchthilfe, zeigten sich nach der Zertifikatsübergabe sehr zufrieden mit dem Ablauf.

„Eine qualifizierte Koordination ehrenamtlicher Arbeit bietet die Chance, freiwilliges Engagement aufzubauen und zu begleiten“, erläuterte Pfarrer Uwe Seibel, Leiter des Vorstandsstabs Grundsatz-fragen und Kommunikation im DWKW, die Ziele des Qualifizierungsangebotes der Diakonie. Die Arbeit von Freiwilligen neben der von hauptamtlich Tätigen sei ein wertvolles Potential, das dauerhaft und qualifiziert aufgebaut und begleitet werden müsse.

Weitere Informationen:
Uwe Seibel (DWKW), Tel. 0561/ 1095-305
Gerlinde Manter (DWKW), Tel. 0561/ 1095-124
Jens Haupt (EKKW), Tel. 0561/10991-57

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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20.04.2010
Kirchengemeinden engagieren sich gegen Armut

Projekte gegen Armut: Im Rahmen der Landessynode erhielten die ersten fünf Projekte ihre Fördergelder.
Projekte gegen Armut: Im Rahmen der Landessynode erhielten die ersten fünf Projekte ihre Fördergelder.

Im Rahmen der Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) in Hofgeismar überreichte Bischof Prof. Dr. Martin Hein gemeinsam mit dem Landespfarrer für Diakonie, Oberlandeskirchenrat Dr. Eberhard Schwarz, die ersten Projektgelder an Kirchenkreise, die sich mit dem Thema „Armut" auseinandersetzen. Die fünf Projekte sind Teil der Aktion „Diakonische Gemeinde – Armut bekämpfen und gesellschaftliche Teilhabe fördern", die vor eineinhalb Jahren von der Landeskirche ins Leben gerufen wurde.

Die Landessynode der EKKW hatte am 25. November 2008 anlässlich ihrer Herbsttagung in Hofgeismar eine Stellungnahme zur gestiegenen Armut in Deutschland abgegeben. Der Rat der Landeskirche wurde seinerzeit von der Landessynode beauftragt, Mittel zur Verfügung zu stellen, die die Kirchengemeinden unterstützen, Initiativen zur Armutsbekämpfung und Konzeptionen zur nachhaltigen Integration sozial benachteiligter Menschen zu entwickeln bzw. fortzuführen. Die Summe von 1 Million Euro über einen Zeitraum von vier Jahren wurde bereitgestellt, um in Kirchengemeinden entsprechende Projekte zu fördern.

Armut auch in Kirchengemeinden

Die Zahl von Menschen in Deutschland, die in Armut leben oder von Armut bedroht sind, nimmt in den letzten Jahren stetig zu, eine Vielzahl dieser Menschen lebt in den Kirchengemeinden. Die sozialidyllische Vorstellung, Armut und soziale Benachteiligung spiele in ländlichen Regionen wie denen in Kurhessen-Waldeck keine Rolle, entspricht nicht der Realität. Sozial benachteiligte Menschen - Menschen in Armut - leben zwar in unseren Kirchengemeinden zwischen Bad Karlshafen und Bergen-Enkheim, zwischen Korbach und Tann in der Rhön, sind dort aber oft im täglichen Gemeindeleben nicht sichtbar. Die fehlende Teilhabe am sozialen, politischen und kulturellen Leben von ärmeren Menschen setzt sich somit in den Kirchen vor Ort fort. Armut heißt nicht nur materielle Armut, sondern bedeutet darüber hinaus das Abgeschnitten sein von vielen Lebensbezügen. Der Start der Aktion „Diakonische Gemeinde – Armut bekämpfen" zeigt, dass die Landeskirche sich dem Problem stellt, die Not der Menschen ernst nimmt und aktiv an einer Unterstützung teilnimmt. Dabei geht es nicht nur darum, ihre wirtschaftlichen Lebenslagen zu verbessern, sondern sie konkret anzusprechen, ihre Kompetenzen wahrzunehmen und sie bei der Planung und Umsetzung der Projektideen zu beteiligen.

Fünf Projekte auf den Weg gebracht

Gleichzeitig mit den Bewilligungen starteten in den Kirchenkreisen auch die Projekte. Es sind dies:

  • „Leben mit wenig" im Kirchenkreis Schmalkalden
    Ein gemeinwesenorientiertes Projekt zur Armutsbekämpfung und Integration sozial benachteiligter Menschen im Kirchenkreis Schmalkalden.

  • Projekt- und Kooperationsstelle „Netzwerk gegen Armut" des Kirchenkreises Rotenburg
    Die neue Projekt- und Kooperationsstelle „Netzwerk gegen Armut" in der Trägerschaft des Kirchenkreises Rotenburg ist ein wichtiger Bestandteil im neu errichteten Diakonischen Zentrum in Bebra. Ziel ist es, unterschiedliche Angebote unter einem Dach zu bündeln und neue Entwicklungen der sozialen Arbeit in Bebra anzustoßen.

  • Diakonieladen im Kirchenkreis Schlüchtern
    Der Diakonieladen – in dem neben verschiedenen Angeboten wie Kleidung und Möbel auch Veranstaltungen stattfinden sollen - soll vor allem von ehrenamtlichen Mitarbeitenden geführt werden.

  • „Lydias Knolle" – Aktivierung und Einbeziehung der Nutzerinnen und Nutzer der Hofgeismarer Tafel in die Tafelarbeit und in Projekte
    Die Maßnahme des Diakonischen Werkes Hofgeismar-Wolfhagen wird an zwei Standorten, in Hofgeismar und Bad Karlshafen, durchgeführt. Sie richtet sich an Menschen mit geringem Einkommen, in erster Linie an Menschen, die das Angebot der Tafel nutzen.

  • Diakonisches Werk im Schwalm-Eder-Kreis: „Teilhabe ermöglichen - Gegen Armut und Ausgrenzung im ländlichen Raum"
    Das Diakonische Werk im Schwalm-Eder-Kreis will gemeinsam mit Menschen, die von Armut und Ausgrenzung betroffenen sind, mit Kirchengemeinden und anderen Einrichtungen Aktivitäten für den ländlichen Raum entwickeln.

 

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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16.03.2010: Bei Umsetzung müssen neue Konzepte erarbeitet werden
Landespfarrer Dr. Schwarz kritisiert Folgen der geplanten Verkürzung des Zivildienstes

Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz (Foto: Schauderna/medio.tv)
Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz (Foto: Schauderna/medio.tv)

Für neue Konzepte bei der geplanten Verkürzung des Zivildienstes durch die Bundesregierung ab Januar 2011 sprach sich Oberlandeskirchenrat Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz aus. Laut Koalitionsvertrag von CDU und FDP ist eine Reduzierung des Zivildienstes von derzeit neun auf zukünftig sechs Monate vorgesehen. Dies sei für diakonische und kirchliche Einrichtungen nur unter veränderten Bedingungen umsetzbar, so der Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e.V. (DWKW), der gleichzeitig auch Diakoniedezernent der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) ist.

"Die Infotage zum Zivildienst vom 25. Februar bis 10. März in Bad Hersfeld, Hanau, Marburg und Kassel haben gezeigt, wie schwierig die Situation derzeit ist. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Einrichtungen aus Diakonie und Kirche, die Zivildienstleistende einsetzen, haben daran teilgenommen. In Gesprächen wurde deutlich, dass einige Einrichtungen bei einer Reduzierung auf sechs Monate sich aus dem Zivildienst zurückziehen wollen. Der Aufwand für die Einarbeitung liegt für sie in keinem vernünftigen Verhältnis zum Ertrag. Andere Einrichtungen sehen es differenzierter: In der direkten Betreuung ist die Zeit von sechs Monaten zu kurz, in Bereichen mit hoher Fluktuation und wechselnden Teams ist der Einsatz eher möglich," erläuterte Schwarz.

Der Landespfarrer machte weiterhin deutlich, dass aus Verantwortung gegenüber den hilfebedürftigen Menschen der Einsatz in den Arbeitsfeldern Betreuung und Pflege eine intensive Einarbeitung und Begleitung der Zivildienstleistenden erfordere. Bei einem nur sechsmonatigen Zivildienst bedeute dies einen erheblichen Mehraufwand im Vergleich zu dem zu erwartenden Nutzen für Einrichtungen, die weiterhin Zivildienstleistende beschäftigen wollten. Daher sehe die Diakonie diese Zeit als generell zu kurz an. Bei Umsetzung der Dienstzeitkürzung sei eine Verdoppelung der bisherigen Kostenerstattung des Bundes für Plätze im Betreuungs- und Pflegebereich unumgänglich. "Der Gesetzgeber ist es den ihm anvertrauten jungen Männern schuldig, dass der Ausbau des Zivildienstes als Lerndienst unbedingt weiter verfolgt wird," so Dr. Schwarz weiter. Das im 3. Zivildienständerungsgesetz festgelegte Begleitkonzept müsse dabei inhaltlich und zeitlich angepasst werden. Hierbei sei ein besonderes Augenmerk auf die Vermittlung fachlicher Inhalte sowie der Reflexion im Dienst erworbener sozialer und persönlicher Kompetenzen zu legen.

Kirche und Diakonie setzen weiter auf Zivildienstleistende

Dr. Schwarz verwies darauf, dass bei einer Verkürzung des Zivildienstes zum 1. Januar 2011 sich Träger und Einsatzstellen bereits ab April 2010 auf die neue Situation einstellen müssten. "Konzepte sind zügig zu entwickeln und Planungen müssen zeitnah umgesetzt werden. Dies bedeutet einen erheblichen Mehraufwand, für den ebenso eine finanzielle Unterstützung seitens des Bundes unumgänglich ist," so der Landespfarrer.

Er machte deutlich, dass die Evangelische Kirche und das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck auch zukünftig bei der Durchführung und Gestaltung des Zivildienstes mitwirken wollen. Sie wollten mithelfen, dass anerkannte Kriegsdienstverweigerer auch bei einem erheblich verkürzten Zivildienst die Vielfältigkeit sozialer Arbeit kennen lernen und wertvolle, für ihre Zukunft prägende Erfahrungen sammeln können. Aus Verantwortung gegenüber den jungen Männern dürfe die Verkürzung keinesfalls zu einer Trivialisierung des Dienstes führen. Hierzu würden erhebliche Kraftanstrengungen und zügiges Handeln aller Beteiligten notwendig sein. Sollte von Seiten des Bundes nicht gegengesteuert werden, sei zu befürchten, dass zahlreiche Zivildienstplätze in den Bereichen Pflege und Betreuung zukünftig nicht mehr zur Verfügung stünden.

Stärkung der Freiwilligendienste

Um auch zukünftig, bei einem dann nur noch sechsmonatigen Dienst, sinnvolle Einsatzgebiete aufrechterhalten zu können, werden dringend neue Konzepte benötigt. Dr. Schwarz erläuterte konkrete Forderungen: "Wir setzen uns für den Ausbau der sozialen Freiwilligendienste wie z. B. das freiwillige soziale Jahr (FSJ) ein. Dies erfordert jedoch eine deutliche Aufstockung der Finanzmittel von Seiten des Bundes. Neben dem Ausbau und der finanziellen Unterstützung der bisher schon vorhandenen Jugendfreiwilligendienste, auch in Blick auf eine mögliche Alternative zur Ableistung des Zivildienstes, wird es u. a. notwendig sein, durch die Schaffung von freiwilligen und gesetzlich geregelten Kurzzeitdiensten die zu erwartende "biographische Lücke" zwischen Dienstende und Ausbildungs-/Studienbeginn sinnvoll und sozial abgesichert zu füllen."

Hintergrund: Zivildienst in diakonisch-kirchlichen Einrichtungen in Kurhessen-Waldeck

In den kirchlich-diakonischen Einrichtungen in Kurhessen-Waldeck sind etwa 300 Zivildienstleistende beschäftigt, die zum weit überwiegenden Teil (zu ca. 2/3) im Bereich Pflege und Betreuung tätig sind. Der Einsatz in diesen Arbeitsgebieten wird durch die geplante sechsmonatige Zivildienstzeit erheblich gefährdet. Die Betreuung von Menschen mit Behinderung, Senioren oder Kranken erfordert Kontinuität und eine intensive Einarbeitung und Begleitung der jungen Männer. Gerade im unmittelbaren Dienst an hilfebedürftigen Menschen konnten Zivildienstleistende bisher positive soziale und persönliche Erfahrungen sammeln. Sie waren und sind wertvolle Helfer, die unsere Mitgliedseinrichtungen bei der Bewältigung ihrer Aufgaben unterstützen.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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22.03.2010: Jetzt 100 Fachkräfte als Praxisanleiter/-innen in Kindertagesstätten
Zertifikate zur Praxisanleitung für pädagogische Fachkräfte in Kindertagesstätten überreicht

Nach erfolgreichem Abschluss: Zertifizierte Praxisanleiter und Anleiterinnen mit den Dozenten.
Nach erfolgreichem Abschluss: Zertifizierte Praxisanleiter und Anleiterinnen mit den Dozenten.

Mit einer feierlichen Zertifikatsübergabe durch die beiden Veranstalter, Verband Evangelischer Tageseinrichtungen und Evangelisches Fröbelseminar des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e.V., endete am 26. Februar 2010 die fünfte Seminarreihe der Qualifizierung zur Praxisanleitung für pädagogischen Fachkräfte in Kindertagesstätten.

Insgesamt 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten ihr Zertifikat entgegen nehmen. Mit dem erfolgreichen Abschluss dieser fünften Seminarreihe haben sich inzwischen 100 Fachkräfte in Kurhessen-Waldeck für diese wichtige Anleitungsaufgabe weitergebildet und somit Ihren Beitrag zur Qualifizierung angehender Fachkräfte in diesem Berufsfeld geleistet.

Für das Jahr 2010 bieten die beiden Veranstalter am 7. Oktober 2010 einen Fachtag zum Thema "Praxisanleitung zwischen Lernbegleitung und Ausbildungsauftrag" an.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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05.03.2010: „Diskussion über die Zukunft des Sozialstaates kann nicht ergebnisoffen geführt werden“
Diakonische Werke in Hessen und die Diözesan-Caritasverbände Mainz und Limburg appellieren: Sozialstaat darf nicht schlecht geredet werden

Gegen die Forderung von Staatsminister Jürgen Banzer, die Diskussion über die Ausrichtung des Sozialstaates „ergebnisoffen“ zu führen, wenden sich die beiden Diakonie-Spitzen Pfarrer Dr. Wolfgang Gern (Diakonie in Hessen und Nassau) und Pfarrer Dr. Eberhard Schwarz (Diakonie in Kurhessen-Waldeck) sowie die Diözesan-Caritasdirektoren Thomas Domnick (Mainz) und Dr. Hejo Manderscheid (Limburg) in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

„Wir brauchen eine starke Stimme für den Sozialstaat. Der Sozialstaat darf nicht schlecht geredet werden“, hieß es von Gern, Domnick, Manderscheid und Schwarz unisono.

Das Bundesverfassungsgericht habe in seinem wichtigen Urteil zu den Hartz IV-Regelsätzen klar formuliert, dass der Gesetzgeber an das Würde- und Sozialstaatsgebot des Grundgesetzes gebunden ist, betonten die Caritas- und Diakonie-Vertreter: „Jeder Bürger hat ein Grundrecht auf ein menschenwürdiges Existenzminimum, das die Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben ermöglicht. Der Gesetzgeber hat den sozialstaatlichen Auftrag, die Gesellschaft sozial gerecht zu gestalten. Hierzu gehört auch die Berücksichtigung anderer normativer Vorgaben des Grundgesetzes, etwa die Durchsetzung der Sozialpflichtigkeit des Eigentums. Ergebnisoffen kann somit nur die konkrete Umsetzung dieser normativen Vorgaben der Verfassung sein.“

Laut Caritas und Diakonie müsse auch das Menschenbild, das hinter dem von Banzer betonten Aktivierungsgedanken stehe, in Frage gestellt werden. Minister Banzer habe die Aktivierung und Anreize als Voraussetzung dafür bezeichnet, dass sich Arbeitslose wieder um eine Eingliederung in den Arbeitsmarkt bemühen. Dem widersprächen jedoch alle empirischen Befunde – zuletzt die aktuell im Februar erschienene Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung: Arbeitslose wollten arbeiten, sie bräuchten nicht erst durch Sanktionen aktiviert zu werden.

„Das, was Arbeitslose brauchen, ist eine gute Dienstleistung und Hilfe in den Job-Centern: Sie brauchen eine entsprechende Unterstützung, um wieder in Arbeit zu kommen. Arbeitslose brauchen gute Arbeitsangebote und einen aufnahmefähigen Arbeitsmarkt. Die politisch Verantwortlichen sollten aufhören, arbeitslosen Menschen permanent eine mangelnde Arbeitsmotivation zu unterstellen. Verallgemeinerungen verbieten sich“, schlossen Gern, Domnick, Manderscheid und Schwarz.

Der Hessische Staatsminister Jürgen Banzer hatte „die klaren Vorgaben, die durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu den Hartz IV Regelsätzen geschaffen wurden,“ begrüßt. Es sei ein klarer Auftrag an die Bundesgesetzgebung gerichtet worden. Allerdings hatte der Hessische Minister für Arbeit, Familie und Gesundheit auch gesagt, er sehe „die unbedingte Notwendigkeit ergebnisoffen über die Ausrichtung des Sozialstaats zu diskutieren.“

Die Pressemitteilung wird zeitgleich herausgegeben von:
Caritasverband der Diözese Mainz, Caritasverband der Diözese Limburg, Diakonisches Werk in Hessen und Nassau, Diakonisches Werk in Kurhessen-Waldeck

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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18.02.2010: Zeichen setzen für ein gerechtes Europa
Ukraine Schwerpunkt der Eröffnung der Aktion "Hoffnung für Osteuropa"

Hoffnung für Osteuropa
Hoffnung für Osteuropa

Bad Arolsen ist in diesem Jahr Gastgeber der Eröffnung der 17. Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW). Unter dem Titel „Zeichen setzen für ein gerechtes Europa“ wird die Situation in der Ukraine im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen.

In einem Festgottesdienst in der Bad Arolser Stadtkirche wird Bischof Dr. Martin Hein am Sonntag predigen. Bei einer Vortragsveranstaltung im Bürgerhaus wird die Situation der Evangelischen Kirche in der Ukraine beleuchtet. Unter dem Titel „Willkommene oder bedrohte Minderheit?“ referiert am Samstagvormittag Pastor Andreas Hamburg aus Odessa. Die soziale und wirtschaftliche Situation beleuchtet am Samstagnachmittag Dr. Ksenia Wittenberg aus der südukrainischen Stadt Cherson. Weiter werden die Mitarbeitenden des Vereins Antonovka über ihre Arbeit in Cherson berichten. Am Abend werden Musiker aus Cherson sowie aus dem Kirchenkreis der Twiste ein Konzert Gäste aus der Ukraine gestalten die Eröffnung in Bad Arolsen mit. in der Stadtkirche geben.

Unterstützung für Kinder und Jugendliche in Cherson

Seit Jahren bemühen sich das Evangelische Fröbelseminar in Kassel und Korbach sowie der St. Elisabeth-Verein in Marburg um die Chancengleichheit der jungen Menschen in der südukrainischen Stadt Cherson. So wird dort ein Haus für ehemalige Straßenkinder unterstützt. Das Evangelische Fröbelseminar hat außerdem intensive Kontakte zum Institut für Frühpädagogik der Universität in Cherson aufgenommen, um Studierende mit der Fröbelpädagogik vertraut zu machen. Erste Kindergärten gehen den Weg mit. Aus dieser Arbeit wurde im vergangenen Jahr der Verein „Antonovka e.V.“ gegründet, der die Unterstützung des Kinderhauses Antonovka sowie des Kindergartens No. 41 in Cherson zum Ziel hat. Weiter ist der Aufbau einer Wohngruppe sowie eines Fröbel-Kindergartens in Selenovka geplant.

Finanzkrise sorgt für wirtschaftliche Engpässe

Die Menschen in Ost- und Mitteleuropa stehen vor großen Problemen: Der Zusammenbruch familiärer Strukturen u.a. durch Arbeitsmigration und die zunehmende Landflucht bringen soziale Netzwerke zum zerreißen; die Finanzkrise sorgt zudem aktuell für wirtschaftliche Engpässe. So sind die Wachstumsraten, die seit dem Jahr 2000 relativ stabil waren, im vergangenen Jahr zusammengebrochen.

Mit der Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ unterstützen die Evangelischen Kirchen in der Bundesrepublik seit 1994 Projekte in den Ländern Ost- und Mitteleuropas. Die Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ fördert u.a. Projekte für Straßenkinder, Diakonie- und Sozialstationen sowie Hilfen für Behinderte.

Traditionell steht die Eröffnung der Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ im Rahmen des Diasporatages der EKKW. Die Diasporawerke, Gustav-Adolf-Werk, Evangelischer Bund und Martin-Luther-Bund, engagieren sich für evangelische Minderheitskirchen u.a. auch in den Ländern des ehemaligen Ostblocks. Die bundesweite Eröffnung findet in diesem Jahr ebenfalls am kommenden Wochenende in Nordhorn statt.

Redaktion: Claus-Dieter Suß, Telefon: (05 61) 10 95 - 303

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18.02.2010: Landesverbände erhielten fast eine Million Euro Spenden
Haiti: Ermutigendes Zeichen für die Überlebenden

Helfen Sie den Erdbebenopfern!
Helfen Sie den Erdbebenopfern!

Fast eine Million Euro an Spenden für die Arbeit der Diakonie Katastrophenhilfe in Haiti haben einige Landesverbände der Diakonie in Deutschland bisher verbucht. Diese überwältigende Resonanz hält der Leiter der Programmabteilung des evangelischen Hilfswerks, Volker Gerdesmeier, für ein ermutigendes Zeichen für die Überlebenden. Die Summe der Spendeneingänge bei den Diakonischen Werken ist noch vorläufig. Insgesamt hat die Diakonie Katastrophenhilfe bisher elf Millionen Euro Spenden erhalten.

Gerdesmeier, der gerade von einem einwöchigen Aufenthalt im Katastrophengebiet zurückgekehrt ist, hat sich beeindruckt davon gezeigt, wie die Hilfsmaßnahmen der Diakonie Katastrophenhilfe immer besser ineinandergreifen und umgesetzt werden. Der Schwerpunkt der Hilfe liegt im südöstlichen Landesteil. In Jacmel wurden in den vergangenen Tagen mehr als 300 Familienzelte aufgebaut. Gerdesmeier sagte, dass in der Region insgesamt 2.000 Familienzelte verteilt werden sollen. Sie kosten rund 350.000 Euro. Dazu werden 4.000 Schlafmatten, 4.000 Decken, 2.000 Moskitonetze, 2.000 Hygienesets, 2.000 Küchensets und 2.000 Plastikplanen verteilt.

Daneben startet die Diakonie Katastrophenhilfe mit 100 Werkzeugsets für jeweils rund 1.000 Euro ein Cash for Work (Geld für Arbeit)-Programm für 500 Familien. Die Werkzeuge sind zur Beseitigung der Trümmer, aber auch für den Wiederaufbau vorgesehen. Mit vier medizinischen Nothilfesets für je 10.000 Menschen für 30.000 Euro werden Gesundheitsstationen unterstützt.

Geplant ist nach Angaben Gerdesmeiers der Bau von Schulen und Gesundheitszentren genauso wie der Bau von Einzelhäusern und Schutzzentren für den Katastrophenfall. Gerdesmeier verwies ausdrücklich darauf, dass ein von der Diakonie Katastrophenhilfe errichteter Schutzbau zur Hurrikanvorsorge das Erdbeben weitgehend unbeschadet überstanden hat und nun als Notunterkunft dient. „Das Gebäude war also auch erdbebensicher“, freute sich Gerdesmeier. Auch die vom evangelischen Hilfswerk ausgebildeten lokalen Zivilschutzkomitees haben erfolgreich gearbeitet und Menschen aus den Trümmern gerettet. Neben der Arbeit in der Schwerpunktregion um Jacmel unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe Opfer auch in Port-au-Prince und in Leogane. So erhält ein Kinderkrankenhaus in Port-au-Prince Medikamente im Wert von 50.000 Euro.

Das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck bittet dringend um Spenden auf folgendes Konto:

Spendenkonto 21 21 21, Evang. Kreditgenossenschaft Kassel, BLZ 520 604 10, Stichwort "Erdbeben Haiti" oder online: www.diakonie-katastrophenhilfe/haiti

Redaktion: Claus-Dieter Suß, Telefon: (05 61) 10 95 - 303

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08.02.2010: Schwerpunkt der Arbeit der Diakonie Katastrophenhilfe im ländlichen Bereich
Haiti: Land braucht langfristige Partnerschaft

Helfen Sie Haiti!
Helfen Sie Haiti!

Für eine Hilfe im Rahmen einer langfristigen Partnerschaft mit den Menschen in Haiti hat sich die Direktorin der Diakonie Katastrophenhilfe, Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, ausgesprochen. Nach dem schweren Erdbeben vom 12. Januar brauche das Land mehr als Nothilfe, um Stabilität und nachhaltige Entwicklung zu schaffen, sagte die Theologin am 8. Februar bei einer Pressekonferenz des evangelischen Hilfswerks in Stuttgart zur Hilfe in Haiti. Rainer Lang, Sprecher der Diakonie Katastrophenhilfe, der erst kürzlich aus dem Erdbebengebiet zurückgekehrt ist, hat nochmals auf das katastrophale Ausmaß der Zerstörung hingewiesen. „Zum Teil bieten sich albtraumhafte und apokalyptische Szenen in den zerstörten Regionen“, fügte er hinzu.

Der Schwerpunkt der Arbeit der Diakonie Katastrophenhilfe liegt in der Region Jacmel, also im ländlichen Bereich, wo das evangelische Hilfswerk schon vor dem Erdbeben tätig war. Dort wurden am Wochenende die ersten 100 von rund 2.000 Familienzelten aufgestellt. „Dank unserer engen Zusammenarbeit mit lokalen Selbstorganisationen und in Abstimmung mit den Vereinten Nationen, den lokalen Behörden und den anderen Organisationen vor Ort sind unsere Nothilfsmaßnahmen angelaufen“, betonte Füllkrug-Weitzel.

 „Wir sind und werden auch künftig überwiegend auf dem Land tätig sein, wo die Mehrheit der Bevölkerung am allerärmsten ist: Über 80% der Menschen auf dem Land haben nicht mehr als 1 US Dollar täglich zur Verfügung“, so die Theologin. Nun stünden sie noch vor dem zusätzlichen Problem, die Binnenflüchtlinge aufnehmen zu müssen, die – auch mit Aufforderung der Regierung – Port-au-Prince verlassen haben und auf dem Land Zuflucht suchen. „Vor der Hurrikansaison im Herbst bedarf neben dem Wiederaufbau für die Landbevölkerung die Frage zusätzlicher Unterkünfte für die Flüchtlinge einer dringenden Antwort. Und es muss sichergestellt werden, dass die Aussaat im März gelingt. Das alles muss in den nächsten sechs Monaten als Nothilfe laufen“, betonte die Direktorin.

Lang wies darauf hin, dass in den spontan entstandenen Notunterkünften drangvolle Enge herr-sche. „Aber es ist bewundernswert, dass die Menschen, die unter diesen Bedingungen leben, sich selbst organisieren und versuchen, trotz des Chaos ein Stück Ordnung zurückzugewinnen. Es ist offensichtlich, dass sie noch unter Schock stehen“, so Land. Wie können sie mit den Schmerzen, Verlusten und Ängsten weiterleben, sei eine Frage, die er sich immer wieder stelle. „Es ist gut zu sehen, dass die Partner der Diakonie Katastrophenhilfe bei der Verteilung auf andere Wege setzen, in direktem Kontakt mit den Betroffenen, sei es in den Camps oder in den Stadtgebieten. Das geht ohne Auseinandersetzungen, Drängeleien oder Gewalt ab.“

Das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck bittet dringend um Spenden auf folgendes Konto:

Spendenkonto 21 21 21, Evang. Kreditgenossenschaft Kassel, BLZ 520 604 10, Stichwort "Erdbeben Haiti" oder online: www.diakonie-katastrophenhilfe/haiti

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30.01.2010: Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt 300 Familien mit Werkzeugen
Haiti: Airbus bringt Hilfsgüter ins Erdbebengebiet

Erdbebenopfer brauchen Ihre Hilfe!
Erdbebenopfer brauchen Ihre Hilfe!

Nach über einer Stunde in einer Warteschleife kann die A 340 der Airbus Industries endlich auf dem Flughafen von Haitis Hauptstadt Port-au-Prince landen. An Bord hat das Großraumflugzeug zehn Tonnen Hilfsgütern der Diakonie Katastrophenhilfe, die von den Helfern sehnsüchtig erwartet werden. Der Airbus A 340 war von Hamburg aus gestartet. Es war der zweite Hilfsflug des evangelischen Hilfswerks. Mit den Werkzeugsets an Bord wird die Diakonie Katastrophenhilfe in der Stadt Jacmel im Südosten Haitis ein "Food for Work"-Programm (Nahrung für Arbeit) für 300 Familien starten.

Die Betroffenen können sich so an der Beseitigung der Trümmer sowie am Wiederaufbau beteiligen. Bezahlt werden sie in Nahrungsmittel, die die Vereinten Nationen bereit stellen. Damit wird die Ernährung für Familien in der schwierigen Phase nach dem Erdbeben, in der auch die Preise für Nahrungsmittel stark gestiegen sind, gesichert. Der Schwerpunkt der Arbeit der Diakonie Katastrophenhilfe ist in Jacmel im Südosten Haitis. Hier und in Bainet hat das evangelische Hilfswerk seit Jahren landwirtschaftliche Projekte.

"Wir sind sogar ein bisschen früher dagewesen als geplant", sagte Flugkapitän Klaus-Dietrich Flade. Eigentlich sollte der große Airbus um 15 Uhr Ortszeit landen. Es wurde dann aber doch mehr als eine Stunde später. Erst mussten zwei große Transportmaschinen Platz machen für das große Flugzeug. "Der Hinflug ist reibungslos verlaufen", fügte Flade hinzu. Die Besonderheit: der Airbus A 340 ist ein Testflugzeug. Deshalb freute sich der Pilot, dass er und sein Team den Testflug dazu nutzen konnten, um Hilfsgüter nach Haiti zu bringen.

Die 10 Tonnen Werkzeuge werden jetzt nach Jacmel weiter transportiert. Dort werden sie an die betroffenen Familien verteilt. Darüber hinaus wird die Diakonie Katastrophenhilfe 2.000 Zelte, Decken, Haushalts- und Hygienesets sowie Plastikplanen in Jacmel und Bainet verteilen. Ebenso sollen in der Region 300 beschädigte Häuser und zwei Schulen mit Unterstützung des evangelischen Hilfswerks wieder aufgebaut werden. Außerdem wird das Hilfswerk Toiletten und Duschen für Erdbebenopfer errichten.

 

Das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck bittet dringend um Spenden auf folgendes Konto:

Spendenkonto 21 21 21, Evang. Kreditgenossenschaft Kassel, BLZ 520 604 10, Stichwort "Erdbeben Haiti" oder online: www.diakonie-katastrophenhilfe/haiti

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28.01.2010: Diakonie Katastrophenhilfe startet zweiten Hilfsflug für Jacmel
Haiti: Notunterkünfte und Arbeit für die Überlebenden

Spenden Sie für die Erdbebenopfer
Spenden Sie für die Erdbebenopfer

Die Diakonie Katastrophenhilfe schickt zum zweiten Mal Hilfsgüter nach Haiti. Am heutigen Donnerstag ist ein Flugzeug von Airbus von Hamburg aus in die haitianische Hauptstadt Port-au-Prince geflogen. Das Unternehmen stellte den Flug kostenlos zur Verfügung. Damit reagiert das evangelische Hilfswerk auf die Notlage der haitianischen Bevölkerung nach dem schweren Erdbeben vom 12. Januar. "Das Ausmaß der Zerstörungen ist riesig", sagt Rainer Lang, der zur Zeit für die Diakonie Katastrophenhilfe vor Ort ist. Lang hat in den vergangenen Tagen die Verteilung der Hilfsgüter in Jacmel begleitet.

Von Hamburg aus werden unter anderem 10 Tonnen Werkzeug nach Haiti gebracht. Sie sind für das sogenannte "Cash for Work"-Programm (Geld für Arbeit) vorgesehen. Dies ist nach Angaben von Lang gerade in der schwierigen Phase direkt nach dem Erdbeben sehr sinnvoll. In Haiti war auch schon vor dem Erdbeben die Armut im Land ein riesiges Problem. Außerdem sind die Lebensmittelpreise stark gestiegen. Deshalb ist es gerade jetzt wichtig, für möglichst viele Familien eine sichere Einkommensbasis zu schaffen. Positive Erfahrungen mit diesem Programm hatte die Diakonie Katastrophenhilfe schon 2005 nach dem Erdbeben in Pakistan gesammelt.

Besonders freut sich Lang darüber, dass die Diakonie Katastrophenhilfe ein Kinderkrankenhaus in Port-au-Prince unterstützt. "Wir haben hier selbst  gesehen, wie groß der Bedarf ist und wie viele Menschen in der Klinik gerade behandelt werden", so Lang. Er war in den vergangenen Tagen in Jacmel und im benachbarten Bainet . Dort läuft seit Tagen die Verteilung der schon angekommenen Hilfsgüter auf Hochtouren. Die haitianische Partnerorganisation "Crose" verteilt dort die Hilfsgüter an rund 1.600 Menschen. Unter anderem werden Nahrungsmittel, Decken, Wasserkanister, Hygieneartikel und Plastikplanen verteilt.

Diese persönlichen Verteil-Aktionen durch die Diakonie Katastrophenhilfe und ihre Partner kommen bei den betroffenen Menschen vor Ort gut an. Das kann Rainer Lang nur bestätigen: "Der Abwurf von Hilfsgütern aus Flugzeugen wird hier von der Bevölkerung kritisiert", berichtet er. Die Menschen kämen sich vor wie Tiere, außerdem löse diese Verteil-Strategie unter den Betroffenen oft Streit aus. Rainer Lang ergänzt: "Bei uns ist es bisher nicht zu Tumulten oder Streit gekommen. Es ist keine Begleitung durch Sicherheitskräfte nötig."

Das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck bittet um Spenden auf folgendes Konto:

Diakonie Katastrophenhilfe
21 21 21, Evang. Kreditgenossenschaft Kassel, BLZ 520 604 10, Stichwort "Erdbeben Haiti"

Spenden online:
www.diakonie-katastrophenhilfe.de/haiti

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26.01.2010: Weiterer Hilfsgüterflug wird vorbereitet
Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt Krankenhaus in Port-au-Prince

Erdbebenopfer brauchen Hilfe!
Erdbebenopfer brauchen Hilfe!

Die Diakonie Katastrophenhilfe hat zwei Großraumzelte an ein Krankenhaus in Port-au-Prince übergeben. Weiter steht die Verteilung von Hilgsgütern in entlegenen Gebieten des Erdbebengebietes im Vordergrund der Hilfen. Ein weiterer Hilfgüterflug wird für Donnerstag geplant.

Geduldig buchstabiert der Junge seinen Namen: Kevine Scemoaes. Er soll am nächsten Tag operiert werden, erklärt die Krankenhausmanagerin Vanessa Carpenter den Besuchern von der Diakonie Katastrophenhilfe. Eigentlich ist das gar nicht Carpenters Job. Aber nach dem schweren Erdbeben in Haiti ist sie kurzerhand nach Port-au-Prince gekommen, um die glücklicherweise unbeschädigt gebliebene Klinik am Rande der Stadt zu unterstützen. Normalerweise wickelt die US-Amerikanerin die Überführung von Kindern in die USA ab, die eine schwere Operation benötigen.  Jetzt ist sie Tag und Nacht auf den Beinen, um den Klinikbetrieb am Laufen zu halten.

Glücklich ist sie über die beiden Großraumzelte, die die Leiterin des Büros der Diakonie Katastrophenhilfe, Astrid Nissen, ihr übergeben hat. „Wir brauchen die Zelte dringend, um unsere Platzprobleme zu lösen“, sagt sie. Das Krankenhaus hat 100 Betten, ist aber im Moment mit 140 Patienten belegt. Die Zelte sind für die Unterbringung von frisch operierten Patienten gedacht, die eine Erholungsphase benötigen. So ein Fall wäre zum Beispiel Kevine. Der Sechsjährige hat hohes Fieber. Seine Mutter sitzt neben ihm am Bett und fächelt ihm frische Luft zu. Carpenter sagt, dass es noch nicht sicher ist, dass die Ärzte seinen Fuß retten können oder ob er amputiert werden muss. Er hat sehr starke Verletzungen vom Erdbeben. Kevine ist guten Mutes.  Trotz seines hohen Fiebers erzählt er Astrid Nissen seine Geschichte. Er ist zur Zeit des Erdbebens allein auf der Straße unterwegs gewesen. Eine Mauer stürzte ein und begrub ihn teilweise unter sich. Er konnte sich selbst befreien, aber wegen seines verletzten Beines nicht mehr gehen. Er kroch in die Mitte der Straße und rief so lange um Hilfe, bis er ins Krankenhaus gebracht wurde.

Operiert wird in der Klinik praktisch rund um die Uhr von italienischen und amerikanischen Ärzten. Behandelt werden müssen vor allem Knochenbrüche. Allein 40 Fälle von Oberschenkelfrakturen nennt Vanessa Carpenter. Außerdem gebe es viele Amputationen. Im Zimmer von Kevine liegt auch die fünf Jahre alte Melunda Bregar. Sie hat schwere Kopf- und Rückenverletzungen. Außerdem spricht sie seit dem Erdbeben nicht mehr. Ihre Mutter sitzt auf ihrem Bett und streichelt ihrer Tochter zärtlich über die Haare. Mitgebracht hat sie ein kleines Neues Testament, das aufgeschlagen auf dem Kopfkissen der Tochter liegt.

Die Diakonie Katastrophenhilfe bereitet inzwischen einen zweiten Hilfsflug nach Haiti vor. Mit ihm sollen am Donnerstag vor allem Werkzeuge zum Wiederaufbau auf die Insel transportiert werden.

Das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck bittet um Spenden auf folgendes Konto:

Konto 21 21 21, Evang. Kreditgenossenschaft Kassel, BLZ 520 604 10, Stichwort "Erdbeben Haiti"

Spenden online: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/haiti

Redaktion: Claus-Dieter Suß, Telefon: (05 61) 10 95 - 303

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23.01.2010: Team der Diakonie Katastrophenhilfe organisiert Verteilung an die Überlebenden
Haiti: Angst vor Nachbeben

Haiti: Die Diakonie Katastrophenhilfe verteilt auch in entlegenen Gebieten Hilfsgüter - Foto: Diakonie Katastrophenhilfe/Brot für die Welt (c) 2010.
Haiti: Die Diakonie Katastrophenhilfe verteilt auch in entlegenen Gebieten Hilfsgüter - Foto: Diakonie Katastrophenhilfe/Brot für die Welt (c) 2010.

Das Team der Diakonie Katastrophenhilfe hat bis zum Wochenende 7,5 Tonnen Hilfsgüter von Haitis Hauptstadt Port-au-Prince in die Stadt Jacmel weiter im Süden transportiert.
Die Güter konnten nur per Helikopter befördert werden, weil der Zustand der Straßen noch zu schlecht ist. Mit der Verteilung der Medikamente, Decken, Plastikplanen, Wasserkanister und Nahrungsmittel wird umgehend begonnen. Der Bedarf der Opfer an Hilfe ist enorm. „Die meisten Menschen in der Hauptstadt Port-au-Prince schlafen weiterhin im Freien“, sagt Rainer Lang, der für die Diakonie Katastrophenhilfe vor Ort ist.

„Viele Häuser und Wohnungen sind zerstört, viele Menschen haben aber auch Angst vor den ständigen Nachbeben, die es im Katastrophengebiet täglich gibt“, berichtet Lang. Als erstaunlich beschrieb er, wie die Menschen in dem Chaos der Zerstörung ihr Leben organisieren. Zum Wochenende hin hat sich die Lage im Katastrophengebiet seiner Einschätzung nach ein Stück weit entspannt. Hilfsgüter erreichen nach und nach die Betroffenen, auch wenn die logistischen Herausforderungen enorm sind. Dazu zählt vor allem der schlechte Zustand der Straßen, der eine geordnete Verteilung der Hilfsgüter sehr erschwert.

Trotz der schwierigen Situation ist die Lage bislang erstaunlich ruhig geblieben. Es gibt jetzt wieder Benzin, auch Banken und Supermärkte sind zum Teil wieder geöffnet. Über das Ausmaß der Zerstörung in der Innenstadt zeigt sich Lang schockiert. Immer noch hängt über vielen Gebäuden der Verwesungsgeruch und in den Trümmern liegen noch Tote. „Viele Überlebende stehen nach wie vor unter Schock und können noch gar nicht das ganze Ausmaß der Katastrophe fassen“, berichtet Rainer Lang. „Auch für uns Helfer ist die Lage oft bedrückend. Hier ist langfristige Hilfe nötig“, betont er im Blick auf die bittere Armut, die in dem Land herrscht.

Die Diakonie Katastrophenhilfe, die seit fünf Jahren ein eigenes Büro in Haiti hat, ist inzwischen in Kontakt mit allen ihren lokalen Partnerorganisationen, die selbst betroffen sind von der Katastrophe. Gemeinsam mit ihnen und den Partnern im globalen kirchlichen Hilfsnetzwerk ACT (Kirchen helfen gemeinsam) arbeitet die Diakonie Katastrophenhilfe in einem lokal eingebundenen Hilfsnetzwerk.

Gemeinden zu Spenden aufgerufen

Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Martin Hein, sowie Diakonie-Landespfarrer Oberlandeskirchenrat Dr. Eberhard Schwarz rufen zu weiteren Spenden auf. In einem gemeinsamen Schreiben an die Pfarrerinnen und Pfarrer bitten sie die Kirchengemeinen, den Menschen auf Haiti zu helfen: Dies könne vor Ort durch Extrasammlungen und Spendenaufrufe in den Gottesdiensten geschehen. Zudem bitten der Bischof und der Landespfarrer: «Schließen Sie die Menschen in Haiti und die Helfer vor Ort in Ihre Fürbitten ein.» Gleichzeitig bedanken sie sich bei allen, die durch Spenden dazu beitragen haben, dass den Menschen in Haiti geholfen werden kann.

Wie die Pressestelle mitteilte, stockt die Landeskirche ihre Hilfe für die Erdebenopfer um weitere 20.000 Euro auf. Bereits unmittelbar nach den ersten Katastrophenmeldungen aus Haiti hatte die Landeskirche in der vergangenen Woche 20.000 Euro aus der Erntedankkollekte zur Verfügung gestellt. Wichtig sei eine nachhaltige Unterstützung Haitis, damit der lang währende Wiederaufbauprozess gelingt, heißt es in einer Pressemitteilung.

Das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck bittet um Spenden auf folgendes Konto:

Konto 21 21 21, Evang. Kreditgenossenschaft Kassel, BLZ 520 604 10, Stichwort "Erdbeben Haiti" 

Spenden online: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/haiti

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Brief an die Gemeinden

Fürbitten

Kollektenaufruf - Hilfe für Erdbebenopfer

Redaktion: Claus-Dieter Suß, Telefon: (05 61) 10 95 - 303

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13.01.2010: Diakonie Katastrophenhilfe vor Ort
Haiti: Erdbeben verwüstet Karibikstaat

Erdbeben Haiti: Kind vor zerstörter Schule (Foto: Reuters)
Erdbeben Haiti: Kind vor zerstörter Schule (Foto: Reuters)

Nach dem Erdbeben auf Haiti mit zahlreichen Toten, Verletzten und schweren Verwüstungen bereitet die Diakonie Katastrophenhilfe Nothilfemaßnahmen vor. Besonders die Hauptstadt Port-au-Prince wurde in weiten Teilen zerstört. Neben Krankenhäusern und Schulen sind unzählige Häuser eingestürzt und Straßenverbindungen unterbrochen. Das Büro der Diakonie Katastrophenhilfe und die Mitarbeitenden sind unversehrt. Das evangelische Hilfswerk stellt 100.000 Euro für die Nothilfe und den Wiederaufbau zur Verfügung.

„Es sind zahlreiche Häuser zerstört. Es wird sicherlich viele Hunderte Tote gegeben haben, wenn nicht sogar deutlich mehr“, so Astrid Nissen, Projektleiterin der Diakonie Katastrophenhilfe in Haiti. Die Stimmung in Port-au-Prince sei vom Schock über die unerwartete Katastrophe geprägt. „Tausende Menschen sind auf den Straßen, sitzen auf dem Boden, singen, beten. Es gibt kein Licht, keinen Strom und keine Telefonverbindung“, berichtet Nissen weiter. Das Erdbeben hatte sich kurz vor Einbruch der Dunkelheit ereignet. Seit gestern 17 Uhr Ortszeit habe es circa jede halbe Stunde Nachbeben bis um 2 Uhr morgens gegeben.

Große Teile des Stadtzentrums sind verwüstet. Sowohl der Nationalpalast als auch das Parlament, der Sitz der UN-Mission und mehrere Ministerien sind zum Teil eingestürzt. Ebenfalls ein Kinderkrankenhaus, der größte Supermarkt und ein großes Hotel. Das Gebäude der EU-Kommission ist gesperrt worden. „Die noch funktionierenden Krankenhäuser sind überfüllt. Ich habe in drei Krankenhäusern Ärzte gesehen, die bei Kerzenlicht Verletzten helfen“, berichtet Nissen. Stark betroffen sind laut Nissen auch die dicht besiedelten Slums an den Hängen der Hauptstadt, wo es zu Erdrutschen kam. Völlig unklar ist die Lage im wahrscheinlich ebenfalls betroffenen Südosten des Landes, zu dem sämtliche Verbindungen unterbrochen sind.

Zurzeit bereitet die Diakonie Katastrophenhilfe die Nothilfe vor. Nach Anbruch des Tages (6 Stunden Zeitverschiebung) werden Teams die Situation sichten. Partnerorganisationen der Diakonie Katastrophenhilfe und der Schwesterorganisation „Brot für die Welt“ in Haiti stehen in Kontakt mit dem Büro und planen gemeinsame Hilfeleistungen. Ebenfalls wird die Nothilfe über das globale kirchliche Hilfsnetzwerk ACT (Kirchen helfen gemeinsam) mit den vor Ort arbeitenden Hilfsorganisationen vorbereitet.

Redaktion: Claus-Dieter Suß, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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02.01.2010: Neue Wohlfahrtsmarken duften jetzt
Früchte auf Briefmarken: Neue Wohlfahrtsmarken erschienen

Neue Wohlfahrtsmarken zeigen Früchte und duften.
Neue Wohlfahrtsmarken zeigen Früchte und duften.

Am 2. Januar 2010 erscheinen die neuen Wohlfahrtsmarken. Die neuen Marken zeigen nicht nur die Bilder von Früchten, sie duften auch danach. Obst auf Briefmarken: Das sieht nicht nur appetitlich aus – jetzt duftet es auch intensiv!

Diese produktionstechnische Sensation ist erstmals in Deutschland mit der Wohlfahrtsmarken-Serie 2010 möglich geworden. Ab dem 2. Januar erhalten Käufer und Empfänger die Markenmotive Apfel, Erdbeere, Zitrone und Heidelbeere mit dem entsprechenden Duft.

Der aufwendigen Produktion dieser neuen Serie gingen umfangreiche Tests mit Duftproben der Obstsorten voraus. Aufbringungsverfahren wurden ebenso getestet wie einwandfreie postalische Verwendung und gesundheitliche Unbedenklichkeit. Auch musste im Produktionsprozess eine Höchstzahl an Duftstoffen auf die Marken aufgebracht werden, damit der Duft nicht nach einmaligem Rubbeln verbraucht ist. Diese technischen Hürden sind überwunden. Die Marken entfalten – neben der optischen Eleganz – das ganze Aroma der jeweiligen Frucht.

Diese Markeninnovation wird am 7. Januar 2010 vom Bundesfinanzministerium als Herausgeber präsentiert und an den Schirmherrn des Sozialwerkes Wohlfahrtsmarken, Bundespräsident Professor Dr. Horst Köhler, in Schloss Bellevue übergeben.

Abbildung Neue Wohlfahrtsmarken 2010: Erdbeere, Apfel, Zitrone, FeigeBereits ab dem Erstausgabetag 2. Januar gibt es die gezackte Duftsensation bei der Post, in den Einrichtungen der Wohlfahrtsverbände und beim Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck. Der Erlös aus dem Verkauf dieser „Duftmarken“ kommt den Wohlfahrtsverbänden zugute.

Bestellungen nimmt Frau Susanne Koch, Diakonisches Werk in Kurhessen-Waldeck e.V., entgegen: Tel. (0561) 10 95 - 103, e-Mail: s.koch@dwkw.de

Redaktion: Claus-Dieter Suß, Telefon: (0561) 10 95 - 303

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