Archiv - Nachrichten 2011

 

13.01.2012
Vortrag zum Thema „Kunst und Demenz“ am 18. Januar 2012 in den Diakonie-Kliniken Kassel

Im Rahmen der Ausstellung „Kunst trotz(t) Demenz“, die noch bis zum 8. Februar 2012 in den Diakonie-Kliniken Kassel zu sehen ist, spricht Dr. h.c. Andreas Mertin am 18. Januar 2012 zu dem Thema „Kunst und Demenz“ im Casino des Diakonissen-Krankenhauses der Diakonie-Kliniken, 1. Stock, Herkulesstraße 34 in Kassel. Beginn ist um 19:00 Uhr.

Dr. h.c. Andreas Mertin ist freier Mitarbeiter verschiedener kultureller, theologischer und religionspädagogischer Zeitschriften und war Kurator verschiedener Ausstellungen der Evangelischen Kirche im Begleitprogramm der documenta 1997, 2002 und 2007. Darüber hinaus hat er sich mit einem Beitrag zum Ausstellungskatalog der Ausstellung „Kunst trotz(t) Demenz“ inhaltlich mit der Ausstellung auseinandergesetzt.  

Ausstellung „Kunst trotz(t) Demenz“

Die Wanderausstellung „Kunst trotz(t) Demenz“ der Stiftung Diakonie in Hessen und Nassau und ihres Stiftungsfonds DiaDem will auf die Lebensumstände von Demenzkranken und deren Angehörigen aufmerksam machen.
Zum einen zeigen dabei an Demenz erkrankte Künstler, wie kreativ sie sind und wie sie mit Zeichenstift, Farbe und Pinsel ihre Stimmung und Gefühle mitteilen. Zum anderen liefern pflegende Angehörige und renommierte Fotografen überzeugende Beweise dafür, wie bei demenzkranken Menschen immer wieder Momente der Lebensfreude aufblitzen, ohne jedoch deren Hinfälligkeit zu retuschieren.
Die Kunstschau wurde erstmals im September 2009 gezeigt und tourt seitdem durch Deutschland. Sie präsentiert über 100 Kunstwerke von 32 zeitgenössischen deutschen Künstlern, die sich auf ganz unterschiedliche Art und Weise mit Demenz auseinandersetzen. Darunter sind renommierte Künstlerpersönlichkeiten wie Felix Droese, Madeleine Dietz, Jörg Immendorf oder Günther Uecker.
Die Stiftung Diakonie in Hessen und Nassau und ihr Stiftungsfonds DiaDem engagieren sich für demenzkranke Menschen und ihre Familien. Neben konkreten Hilfen will der Stiftungsfonds gezielt kreative Impulse setzen für eine breite öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema Demenz. Die Wanderausstellung „Kunst trotzt Demenz“ ist ein erstes Produkt dieser angestrebten Zielsetzung.
Informationen zur Ausstellung und eine Bestellmöglichkeit für Katalog und DVD finden Sie unter: http://www.kunst-trotzt-demenz.de/.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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20.09.2011: Bad Arolser Pfarrer wird im Juni 2012 Nachfolger von Dr. Eberhard Schwarz
Horst Rühl zum Landespfarrer für Diakonie berufen

Pfr. Horst Rühl (Foto: privat)
Pfr. Horst Rühl (Foto: privat)

In seiner Tagung am 19. September im Kloster Haina (Landkreis Waldeck-Frankenberg) berief der Rat der Landeskirche Pfarrer Horst Rühl zum Diakoniedezernenten der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW). Bereits am 7. September hatte der Verwaltungsrat des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e.V. (DWKW) den derzeitigen Vorsteher des Waldeckschen Diakonissenhauses Sophienheim in Bad Arolsen zum Nachfolger von Dr. Eberhard Schwarz im Amt des Landespfarrers gewählt. Pfarrer Rühl wird diese Ämter in Personalunion versehen.

„Ich bin sehr erfreut darüber, dass der Verwaltungsrat mit der Wahl und der Rat der Landeskirche mit der Berufung von Horst Rühl, dem bisherigen Vorsitzenden des Verwaltungsrates, ein klares Zeichen für eine Kontinuität in unserem Haus gesetzt hat. Dies ist insbesondere im Hinblick auf die geplante Fusion mit dem Diakonischen Werk in Hessen und Nassau besonders wichtig“, erläuterte Landespfarrer Oberlandeskirchenrat Dr. Eberhard Schwarz, der am 31. Mai 2012 in den Ruhestand gehen wird und der derzeit gemeinsam mit dem Direktor Dr. Harald Clausen den Vorstand des DWKW bildet.

Zur Person

Pfarrer Horst Rühl wurde 1958 in Kassel geboren, absolvierte dort seine Schulzeit an der Heinrich-Schütz-Schule, die er 1977 mit der allgemeinen Hochschulreife abschloss. Nach dem Studium der Theologie in Göttingen, Heidelberg und Mainz sowie seinem Vikariat in Hanau legte er 1986 das zweite theologische Examen ab. Nach seiner Ordination trat er die Pfarrstelle an der Marienkirche in Hanau an. Hier war er zugleich seit 1991 Gründungsvorsitzender einer diakonischen Stiftung bis zu seinem Wechsel (2007) in das Amt des Vorstehers des Waldeckschen Diakonissenhauses Sophienheim in Bad Arolsen. Horst Rühl hat sich durch zahlreiche Weiter- und Fortbildungen in den Bereichen Diakonie, Führungsaufgaben und Management profiliert. Herauszuheben ist der berufsbegleitende Masterstudiengang Diakoniewissenschaft an der Universität Heidelberg, den er nach fünf Semestern in 2009 mit dem „Master of Arts Diakoniewissenschaft“ abschloss.

Einen intensiven Einblick in die Arbeit des Diakonischen Werks in Kurhessen-Waldeck e.V. gewann der 53-jährige in den letzten sechs Jahren als Vorsitzender des Verwaltungsrats. In einem weiteren Ehrenamt ist er Vorsitzender des Palliativ- und Hospiz Netzwerkes Waldeck-Frankenberg, das seit zwei Jahren die palliative Versorgung sterbender Menschen im Landkreis sichert.

Horst Rühl ist verheiratet, hat eine 26-jährige Tochter und einen 23-jährigen Sohn. Er lebt mit seiner Frau in Bad Arolsen.

Hintergrund: DWKW

Das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck e.V. (DWKW) mit Sitz in Kassel ist der evangelische Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege in einem Gebiet von Bad Karlshafen in Nordhessen bis zum Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim, einschließlich des Kirchenkreises Schmalkalden in Thüringen. Der Verband vertritt die Interessen von derzeit rund 210 Mitgliedern (Vereine, Stiftungen, gemeinnützige GmbHs, Evangelische Kirchenkreise und -gemeinden, Evangelische Kindertagesstätten, landeskirchliche Zweckverbände). In deren gut 600 Einrichtungen arbeiten momentan rund 12.500 Hauptamtliche und ungezählte Ehrenamtliche. Darüber hinaus ist das DWKW Träger des Evangelischen Fröbelseminars. Die Geschäftsführung des DWKW übernimmt ein zweiköpfiger Vorstand, bestehend aus dem Landespfarrer als Vorsitzender und dem Direktor.

Der Verwaltungsrat überwacht die Tätigkeit des Vorstandes im Hinblick auf die Ausrichtung der Gesamtarbeit und die sachgemäße Erfüllung der sich daraus ergebenden Aufgaben. Dazu gehört auch die Wahl des Landespfarrers und des Direktors.

Hintergrund: Rat der Landeskirche

Der Rat der Landeskirche ist das Verbindungsorgan der kirchenleitenden Gremien. Ihm gehören der Bischof (als Vorsitzender) sowie seine beiden Stellvertreter, die Prälatin und der Vizepräsident, an, die Pröpste und Pröpstinnen, der Synodalvorstand (Präses als stellvertretender Vorsitzender des Rates der Landeskirche) sowie acht Synodale, sechs Laien und zwei Pfarrer.


Dabei muss ein Mitglied des Rates der Landeskirche Vertreter der diakonischen-missionarischen Arbeit sein. Der Rat verfügt über weitreichende rechtliche Kompetenzen: So kann er zwischen den Tagungen der Landessynode unter bestimmten Voraussetzungen Rechtsverordnungen erlassen.


Er beruft auf Vorschlag des Bischofs u.a. die Stellvertreter des Bischofs, die Pröpste, die Dezernenten des Landeskirchenamtes, die Dekane der Kirchenkreise und entscheidet in Zweifels- und Streitfragen, welche die Kirchenleitungsorgane betreffen.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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18.09.2011: Jahresempfang und Preisverleihung der Marburger Stadthalle
Elisabeth-Preis der Diakonie in Hessen geht an Jugenheimer Projekt „Aktiv leben mit Demenz“

Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz und Vorstandsvorsitzender Dr. Wolfgang Gern begrüßten die Gäste beim Jahresempfang der beiden Diakonischen Werke in Hessen (Foto: Kehrer/DWHN).
Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz und Vorstandsvorsitzender Dr. Wolfgang Gern begrüßten die Gäste beim Jahresempfang der beiden Diakonischen Werke in Hessen (Foto: Kehrer/DWHN).

Das Projekt „Aktiv leben mit Demenz – Altes Forstamt“ in Seeheim-Jugenheim an der Bergstraße ist Preisträger des erstmals vergebenen Elisabeth-Preises in Hessen. In der Marburger Stadthalle nahmen Verantwortliche des Projekts die Urkunde des Preises entgegen, der zukunftsweisende Ideen, Konzepte und Projekte in der sozialen Arbeit auszeichnet.

Vertreter der Stiftung Diakonie in Hessen und Nassau, die den Preis gemeinsam mit den Diakonischen Werken in Hessen und Nassau (DWHN) sowie Kurhessen-Waldeck (DWKW) vergibt, überreichten insgesamt vier Preisträgern die Urkunden. Die Preisverleihung fand im Rahmen des Jahresempfangs der beiden Diakonie­verbände in Hessen statt, den diese erstmals gemeinsam veranstalteten. Der Preis ist mit insgesamt 12.000 Euro dotiert, 6.000 gehen an den ersten Preis.

Den zweiten Preis teilen sich das Projekt „Wohnbereich Seckbacher AU“ der Inneren Mission Frankfurt am Main und das Marburger Projekt „Das Familienhaus“ des Elisabeth-Vereins Marburg. Die Projekte erhalten jeweils 3.000 Euro. Einen einmaligen Zusatzpreis in Höhe von 1.000 Euro erhält das Rimbacher Projekt  „Brunnengasse – Hilfen aus einer Hand“ des Diakonischen Werks Bergstraße.

Gern und Schwarz: „Freiwilliges Engagement ist soziale Arbeit eigener Qualität und bereichert professionelle soziale Arbeit“

Der gemeinsame Jahresempfang der beiden Diakonischen Werke gilt als wichtiges Zeichen für die im Januar 2013 geplante Fusion der Verbände. Er war in Anlehnung an das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011 unter das Motto gestellt worden: „Gaben entfalten – Engagement gestalten“. Auszüge aus dem Musical „Der Teufel und die Heilige“ über das Wirken der Elisabeth von Thüringen von und mit Fabian Vogt sowie Interviews mit so genannten Botschafterinnen und Botschaftern für das Freiwillige Engagement, die in verschiedenen Feldern der Diakonie ehrenamtlich tätig sind und darüber berichteten, gehörten unter anderem in das Programm und beleuchteten das Freiwillige Engagement in Kirche und Diakonie. Die Moderation hatte Petra Nagel vom Hessischen Rundfunk.

„Das Ehrenamt gehört zu den konstitutiven Wurzeln kirchlicher und diakonischer Arbeit. Lange vor der hauptberuflichen Organisation diakonischer Dienste gibt es das biblisch motivierte mitmenschliche Handeln, für andere da zu sein, nicht nur im Sinne des allgemeinen Priestertums aller Gläubigen‘. Für uns ist das vielfältige freiwillige Engagement eine soziale Arbeit eigener Qualität. Es kann und soll die professionelle soziale Arbeit nicht ersetzen, aber es erweitert und bereichert sie. Die Bereitschaft zum Ehrenamt ist in Deutschland glücklicherweise ungebrochen hoch. Ohne dieses Engagement wäre unsere Arbeit nicht so erfolgreich wie sie es ist“, betonten Pfarrer Dr. Wolfgang Gern, Vorstandsvorsitzender des DWHN, und Landespfarrer  Dr. Eberhard Schwarz (DWKW) unisono.

Als Vertreter der Landesregierung dankte Staatssekretär Dr. Rudolf Kriszeleit vom Hessischen Sozialministerium dem Diakonischen Werk in Hessen und Nassau sowie dem Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck für die geleistete Arbeit im Sozialbereich. „Die Diakonie ist ein wichtiger Partner, aber auch eine wertvolle und kritische Begleitung der Hessischen Landesregierung.“, so Kriszeleit. Er betonte: „Das Diakonische Werk versteht es, Menschen zu motivieren, ihren Glauben zu leben und sich für die Gesellschaft zu engagieren. Dies ist praktizierte Nächstenliebe und hat Vorbildwirkung.“, sagte der Staatssekretär.

Diakonie-Gottesdienst mit Bischof Dr. Hein und Kirchenpräsident Dr. Jung

Den Auftakt des Tages bildete zuvor ein gemeinsamer Diakonie-Gottesdienst in der Marburger ElisabeBischof Prof. Dr. Martin Hein wies in seiner Predigt auf die gegenseitige Verantwortung von KIrche und Diakonie hin. (Foto: Kehrer/DWHN)thkirche, den der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, und der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Volker Jung, gemeinsam feierten. In seiner Predigt über Markus 3,31-35 betonte Bischof Dr. Martin Hein, dass die von Jesus in die "größere Familie" gerufenen Menschen in Diakonie und Kirche die Verantwortung füreinander wahrnähmen. Das gelte nicht nur für die professionell Tätigen, sondern auch und gerade für die vielen Ehrenamtlichen. Dafür, dass es so viele seien, und zwar mehr, als man meine, können die Evangelischen Kirchen und die Diakonischen Werke in Hessen dankbar sein. Im gemeinsamen Fragen nach dem Willen Gottes übernähmen viele ganz konkret Verantwortung, in dem sie die Gaben, die Gott ihnen anvertraut habe, und ihr Engagement, das daraus erwachse, für die Gesellschaft einsetzten. „Wir sind in Christus Schwestern und Brüder – und werden es für andere“, so der Bischof.

Stichworte: Elisabeth-Preis / Preisträger – Laudatio Stiftungsvorsitzender Rudolf Herfurth – Stiftung Diakonie in Hessen und Nassau

a) Stichwort Elisabeth-Preis / Preisträger Elisabeth-Preis:

Die Stiftung Diakonie in Hessen und Nassau vergibt in Kooperation mit den Diakonischen Werken in Hessen und Nassau und Kurhessen-Waldeck den "Förderpreis der Diakonie in Hessen 2011", den so genannten „Elisabeth-Preis“. Das Preisgeld beträgt 12.000 Euro. Es kann auf mehrere Preisträger aufgeteilt werden. Ausgezeichnet werden zukunftsweisende Ideen, Konzepte und Projekte zu den folgenden Themen: Starke Familien – starke Kinder; Würde bewahren – trotz Alter und Krankheit. Der-Preis wird ausgeschrieben für Personen und Initiativen in Hessen, die Anstöße für solche zukunftsweisenden Ideen und Konzepte gegeben haben oder für ihre nachhaltige Durchsetzung stehen. Das Preisgeld soll deren Verbreitung dienen.

Elisabeth-Preis – Die Preisträger:

Erster Preis, 6.000 Euro Projekt „Aktiv leben mit Demenz – Altes Forstamt“, Seeheim-Jugenheim

Dieses Projekt  der Diakoniestation Nördliche Bergstraße e.V. verbindet räumlich und inhaltlich eine Sonderwohnform für Menschen mit Demenz mit einem Familienzentrum und einem Begegnungsort für junge Menschen. Die ideale Lage des Gebäudes in der Ortsmitte erleichtert und fördert die Teilhabebedürfnisse der Bewohner genauso wie den Kontakt und die Begegnung mit den Kindern und Besuchern des Familienzentrums. Die Bewohner bringen ihre Fähigkeiten und Gewohnheiten ein. Angehörige, Betreuer und Pflegekräfte sind Gäste. Das Forsthaus, seine Bewohner, deren Familien und andere Nutzer tragen regelmäßig zum kulturellen Leben der Kommune bei: Lesungen, Vorträge, Basare und andere Kulturveranstaltungen laden Nachbarn und Gemeinde ein und bereichern die Begegnungsmöglichkeiten und Kontakte der Menschen mit Demenz. Die Begegnungen mit den Betreuungsgruppen der unter Dreijährigen des Frauen- und Familienzentrums sowie einer Jugendgruppe der Deutschen Waldjugend entsprechen dem  Inklusionsanspruch.

Zweiter Preis (geteilt), 3.000 Euro - Projekt „Wohnbereich Seckbacher AU“ der Inneren Mission Frankfurt am Main

Seit bald 50 Jahren engagiert sich das Hufeland-Haus für eine gute Versorgung alter und bedürftiger Menschen in Frankfurt am Main. Angesichts der zu erwartenden Zunahme von Bewohnern mit Demenz wurde das Hufeland-Haus baulich entsprechend für diese Anforderungen gerüstet. Das Konzept verfolgt auch das Ziel, die Bewohner weitestgehend ohne freiheitseinschränkende Maßnahmen zu betreuen. Es handelt sich um einen Bereich, in dem den Bewohnern ausreichend Bewegungsalternativen angeboten werden. Ein großer Wohnbereich wird in zwei Betreuungsbereiche aufgeteilt, einen Demenzbereich für mobile Bewohner (14 Plätze), der durch seine Ausstattung, seinen Zugang zum beschützten Garten und speziell geschulte Mitarbeitende geprägt ist, und eine Tagesoase (acht Plätze), in der immobile Bewohner mit weit fortgeschrittener demenzieller Erkrankung ihren Lebensort finden.

Mit diesem Konzept unterscheiden sich die Aktivitäten des Hufeland-Hauses von anderen Konzepten. Es stellt ein Phasenkonzept dar:  d. h. Menschen mit Demenz werden je nach Fortschritt und Symptomatik in eigenen Räumlichkeiten  von einem vertrauten Team betreut. Schließlich ist das Konzept so angelegt, dass es offen und entwicklungsfähig ist. Damit ist eine fallbezogene Anwendung je nach der individuellen Bedarfslage eines Bewohners gegeben.

Zweiter Preis (geteilt),  3.000 Euro - Projekt „Das Familienhaus“ des Elisabeth-Vereins Marburg

Das Projekt „Familienhaus“ versteht sich als Versuch, angesichts steigender Zahlen von Familien mit Problemen in produktiver Weise zu reagieren. Es ist in seiner Konzeption in der Bundesrepublik einzigartig und richtungweisend. Im Familienhaus werden Familien betreut,

  • deren Kinder in der Vitos Klinik Lahnhöhe behandelt werden und an deren Behandlung sich eine Hilfe zur Erziehung anschließen soll;
  • in denen ein Elternteil in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie behandelt wird und deren Familienmitglieder sich mit der Diagnose der psychischen Erkrankung auseinandersetzen müssen, um den Familienalltag mit der Erkrankung so zu gestalten, dass die Entwicklung und das Wohl der Kinder nicht gefährdet ist;
  • denen nach Beratung durch das Jugendamt eine stationäre Hilfe zur Erziehung für ihr Kind empfohlen wird, jedoch gleichzeitig Ansätze und Voraussetzungen zu erkennen sind, dass die elterlichen Kompetenzen und/oder seelischen Dispositionen erweiterungsfähig sind.

Beispielgebend an diesem Projekt ist die enge Verzahnung von Fachkräften der Jugendhilfe und der Psychiatrie. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet.

Sonderpreis, 1.000 Euro (einmalig vergeben) - Projekt  „Brunnengasse – Hilfen aus einer Hand“, Rimbach, Diakonisches Werk Bergstraße

Die Arbeit mit psychisch kranken Menschen ist seit 25 Jahren einer der Arbeitsschwerpunkte des Diakonischen Werks Bergstraße. Vor dem Auf- und Ausbau der gemeindepsychiatrischen Dienste wurden psychisch kranke Menschen durch die Allgemeine Lebensberatung des Diakonischen Werks unterstützt. Das „Wohnprojekt Brunnengasse“ in Rimbach hat zum einen das Ziel, die Wohn- und Lebenssituation von Familien zu verbessern, die von psychischer Erkrankung betroffen sind und intensive professionelle Unterstützung benötigen und wünschen. Kinder, bei denen ein Elternteil psychisch erkrankt ist, sind besonders gefährdet, was ihre eigene psychische Entwicklung anbetrifft. Psychisch kranke Eltern haben aber in der Regel sowohl eine Beziehung zum als auch ein Interesse am Kind. Sie können dessen kontinuierliche emotionale und psychische Versorgung nicht durchgehend leisten. Das Angebot des Betreuten Wohnens für die ganze Familie trägt dieser Situation Rechnung, vernachlässigt aber nicht Ressourcen, die in der Familie vorhanden sind.

b) Laudatio Rudolf Herfurth, Vorsitzender des Stiftungsvorstands

Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Diakonie in Hessen und Nassau, der Frankfurter Rechtsanwalt Rudolf Herfurth, sagte zur Verleihung des Elisabeth-Preises unter anderem:

„Wir freuen uns, dass wir in diesem Jahr erstmals den Elisabeth-Preis vergeben können, initiiert von der Stiftung Diakonie in Hessen und Nassau. Der Förderpreis wird an Personen, Personen­gruppen und Einrichtungen im Bundesland Hessen verliehen, die Anstöße für zukunftsweisenden Ideen und Konzepte gegeben haben oder für ihre nachhaltige Durchsetzung stehen. Wir wollen mit dem Preisgeld deren Verbreitung und Umsetzung unterstützen und sind froh, in den beiden Diakonischen Werken in Hessen Mitstreiter gefunden zu haben, die den Preis finanziell wie inhaltlich unterstützen und fördern. Denn das in den Projekten gezeigte Engagement ist lebensnotwendig für ein gutes Miteinander in unserer Gesellschaft."

c) Stichwort: Stiftung Diakonie in Hessen und Nassau

Die Stiftung Diakonie in Hessen und Nassau wurde zur Förderung aller diakonischen Zwecke im Bereich der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau ins Leben gerufen. Dies kann durch Zustiftungen und durch Spenden geschehen. Die Stiftung hat die folgenden Arbeitsschwer­punkte:

  1. Sie ist Dienstleister für regionale diakonische Initiativen und soll die einfache, kostengünstige Gründung und Führung von regionalen Unterstiftungen ermöglichen. Hierzu sollen unterschiedliche Beratungsangebote aus einer Hand angeboten werden und die treuhänderische Verwaltung von Unterstiftungen übernommen werden.
  2. Sie baut landesweite, thematisch festgelegte Stiftungsfonds auf wie DiaDem – Hilfen für demenzkranke Menschen und ihre Angehörigen und DiaKids – starke Familien – starke Kinder. DiaJobs soll ab dem Jahr 2011 Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf unterstützen.
  3. Sie will neue soziale Konzepte und Initiativen fördern, die für die soziale Arbeit Innovationen befördern oder auch neue Hilfeangebote abdecken, die gesetzlich noch keine Förderung erfahren.

Informieren Sie sich unter: http://www.sinn-stiften.de

Dem Stiftungsvorstand gehören an: Vorstandsvorsitzender Rudolf Herfurth, Rechtsanwalt; stellvertretender Vorstandsvorsitzender: Prof. Bernhard Meyer; Stiftungsdirektor: Wilfried Knapp, Vorstand DWHN.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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08.09.2011: Einladung nach Marburg
Premiere für Elisabeth-Preis und gemeinsamen Jahresempfang der Diakonie

Diakonie feiert am Sonntag, 18. September, in Marburger Elisabethkirche und Stadthalle – Bischof und Kirchenpräsident im Gottesdienst – Inszenierter Gang und Musical-Auszüge erinnern an Elisabeth von Thüringen – Vier Preisträger werden ausgezeichnet

Der Elisabeth-Preis, der Förderpreis der Diakonie in Hessen, wird erstmalig am Sonntag, 18. September, im Rahmen des gemeinsamen Jahresempfangs des Diakonischen Werks in Hessen und Nassau (DWHN) und des Diakonischen Werks in Kurhessen-Waldeck (DWKW) in Marburg vergeben werden. Der Preis, der von der Stiftung Diakonie in Hessen und Nassau in Kooperation mit beiden Verbänden vergeben wird, ist mit 12.000 Euro dotiert. Er zeichnet zukunftsweisende Ideen, Konzepte und Projekte zu den beiden Themen „Starke Familien – starke Kinder“ und „Würde bewahren – trotz Alter und Krankheit“ aus.

Premiere hat an diesem Tag nicht nur die Verleihung des Elisabeth-Preises. Auch der gemeinsame Jahresempfang der beiden Diakonischen Werke, DWHN und DWKW, findet an diesem Tag erstmalig statt.

Den Auftakt bildet zuvor ein gemeinsamer Diakonie-Gottesdienst in der Marburger Elisabethkirche um 10 Uhr, den der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Volker Jung, und der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, feiern. Die thematische Klammer von Diakonie-Gottesdienst, anschließendem Jahresempfang und der Verleihung des Förderpreises ist das Freiwillige Engagement in Kirche und Diakonie. In diesem Zusammenhang wird auch an Elisabeth von Thüringen, die im Protestantismus als Sinnbild der Nächstenliebe gilt und unter anderem auch in Marburg wirkte, erinnert. Ein inszenierter Gang wird daher die Gottesdienstbesucher auf ihrem Weg zum anschließenden Jahresempfang in der Stadthalle an Stationen aus dem Leben der Elisabeth erinnern.

Der Jahresempfang unter dem Thema „Gaben entfalten – Engagement gestalten“ wird nach einem Imbiss ebenfalls das Wirken der Elisabeth aufgreifen: durch Auszüge aus dem Musical „Der Teufel und die Heilige“ von und mit Fabian Vogt sowie durch Interviews mit Botschafterinnen und Botschaftern, die sich in verschiedenen Feldern der Diakonie ehrenamtlich engagieren und darüber berichten. Das Programm wird komplettiert durch die Vergabe des Elisabeth-Preises, den sich insgesamt vier Preisträger teilen. Der Preis ist erstmals in diesem Jahr ausgeschrieben für Personen und Initiativen in Hessen und wird alle zwei Jahre vergeben.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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09.09.2011: Selbsthilfetag in der Behindertenhilfe
Arbeitsgemeinschaft thematisiert Inklusion

"Inklusion als Chance oder Illusion" ist der Titel des 18. Selbsthilfetag der AGBM am Samstag, 17. September 2011 in Hofgeismar.

Am Samstag, 17. September 2011 findet in der Zeit von 10.00 bis 15.00 Uhr in den Hofgeismarer Werkstätten, Erlenweg 4, 34369 Hofgeismar, der 18. Selbsthilfetag der Arbeitsgemeinschaft behinderter Menschen, Angehöriger und Beiräte in der Behindertenhilfe im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck e.V. (AGBM) statt. Unter dem Titel „Ist die Inklusion eine Chance oder Illusion?" werden sich zahlreiche Referenten mit dem zurzeit heftig diskutiertem Thema Inklusion beschäftigen.

Inklusion heißt Teilhabe und bedeutet: Jeder und jedem sollen alle Lebensbereiche offen stehen, unabhängig von Ansehen, Status, Fähigkeiten oder Herkunft. Ob dieser Prozess für Menschen mit Behinderung eine Chance hat oder eine Illusion ist, soll im Rahmen des Selbsthilfetages diskutiert werden. In den Arbeitsgruppen werden Fragen notiert, die dann nach der Mittagspause den Podiumsteilnehmern gestellt werden.

Dr. Johannes Schädler von der Universität Siegen, der das Modellprojekt „Personenzentrierte Steuerung der Eingliederungshilfe in Hessen" (PerSEH) im Auftrag des Landeswohlfahrtsverbandes kritisch begleitete und die Auswertung vornahm, wird das Hauptreferat zum Tagungsthema halten.

In den Impulsreferaten werden 4 Einrichtungen beispielhaft gelungene Projekte der Inklusion darstellen. Gäste sind willkommen. Anmeldung bei dem Vorsitzenden der AGBM, Konstantin Lauer, unter 06421 43583.

Hintergrund: AGBM

In der Arbeitsgemeinschaft behinderter Menschen, Angehöriger und Beiräte im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck (AGBM) haben sich im Jahr 1992 Menschen mit Behinderung, Angehörige, gesetzliche Betreuer, Eltern und Freunde zusammengeschlossen, um sich für die Belange, Sorgen und Interessen dieser Menschen einzusetzen. Die AGBM ist seit Dezember 1997 Mitglied im Diakonischen Werk in Kurhessen Waldeck e. V. (DWKW), dem evangelischen Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Als Dienstleister und Anwalt tätig zu sein, ist elementares Selbstverständnis des DWKW. Fachliche Beratung gehört damit genauso zu seiner Arbeit wie die Förderung von Selbsthilfeinitiativen sozial Benachteiligter.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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31.08.2011: Den Kinderschuhen entwachsen:
Aus „Hofgeismarer Hospiztagen“ wird „Nordhessisches Hospizforum“

Sind mit den Hospiztagen zufrieden: Michael Krahl, Vorsitzender der AG Hospizarbeit und Sterbebegleitung im DWKW, bedankt sich bei Geschäftsführerin Franca D’Arrigo.
Sind mit den Hospiztagen zufrieden: Michael Krahl, Vorsitzender der AG Hospizarbeit und Sterbebegleitung im DWKW, bedankt sich bei Geschäftsführerin Franca D’Arrigo.

Mit einer dicken Überraschung begannen am 19. August 2011 die 4. Hofgeismarer Hospiztage. Bereits in seinem Grußwort erklärte Michael Krahl, Vorsitzender der verantwortlichen AG Hospizarbeit und Sterbebegleitung im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck e.V., dass die Tagung in Zukunft den Namen „Nordhessisches Hospizforum“ tragen wird.

„Wir haben für unsere Veranstaltung einen enormen Zulauf, auch aus Westfalen und Südniedersachsen kommen Gäste zu uns. Wir wollen dem Rechnung tragen und dies auch am Namen deutlich machen“, so Krahl in einem Gespräch mit Rückblick auf die Veranstaltung.

Mit dem neuen Namen sei man auch nicht mehr an einen Ort gebunden und könne so den Gästen entgegenkommen, so der Vorsitzende weiter. Sichtlich zufrieden mit der Veranstaltung zeigte sich Franca D'Arrigo, Geschäftsführerin der AG Hospizarbeit: „Die Referate und Workshops waren von einer guten Qualität. Wir haben einen hohen Standard erreicht, den wir noch ausbauen wollen. Von daher macht es Sinn, die Tagung zukünftig auf andere Gebiete auszudehnen. Dabei wird uns auch die Namensänderung helfen.“

Die 4. Hofgeismarer Hospiztage hatten sich in diesem Jahr in zahlreichen Referaten und Workshops mit der Hospizarbeit mit behinderten Menschen im Alter beschäftigt. „In der letzten Lebensphase bedürfen gerade auch geistig und mehrfach behinderte Menschen einer besonders sensiblen Begleitung. Die Frage ist dabei, wie eine sinnvolle und würdige Begleitung dieser Menschen gestaltet werden kann.

Dies war eines der Themen, mit denen sich die Tagung beschäftigt hat. Sie richtete sich an alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden in ambulanten und stationären Hospizdiensten sowie in Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe. Und wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Es hat sich gezeigt, dass viele Ehrenamtliche im Umgang mit Menschen mit Behinderung nicht geschult wurden. Wir haben einen Prozess angestoßen, der dieses zukünftig in der täglichen Hospizarbeit mit berücksichtigen wird“, so Krahl abschließend.

AG Hospizarbeit und Sterbebegleitung im DWKW

Die Begleitung Sterbender, ihrer Angehörigen und Trauernder gehört schon immer zu den Aufgaben der Kirche und ihrer Diakonie in der Nachfolge Jesu Christi. Ambulante Hospizgruppen und stationäre Hospize haben sich auch im Bereich unserer Landeskirche dieser Aufgabe unter heutigen gesellschaftlichen Bedingungen in besonderer Weise angenommen.

Einige dieser Gruppen haben sich zur Arbeitsgemeinschaft für Hospizarbeit und Sterbebegleitung im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck (AG Hospiz) zusammengeschlossen. Die AG Hospiz will diakonische Hospizdienste in Kurhessen-Waldeck unterstützen und sieht in Ergänzung zu anderen Interessenvertretungen in Hessen vor allem drei Schwerpunkte ihrer Arbeit. Sie möchte das Hospizthema im Bereich von Kirche und Diakonie durch kompetente und verantwortliche Ansprechpartner vertreten, sich über gemeinsame diakonische Standards und Inhalte sowie über sozialpolitische Entwicklungen der Arbeit verständigen und auf eine stärkere Wahrnehmung der Hospizarbeit in der kirchlichen Öffentlichkeit hinwirken.

Die Arbeitsgemeinschaft ist offen für alle Hospizgruppen im Bereich der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, die als kirchliche Gruppen oder selbständige Träger Mitglied im Diakonischen Werk sind.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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21.06.2011: Hauptsache Arbeit?!
Fachtag Öffentlich geförderte Beschäftigung

Viele Träger von öffentlich geförderter Beschäftigung fürchten, demnächst ihre Tätigkeiten einschränken zu müssen, manche müssen jetzt schon Personal entlassen und Werkstätten schließen.

Darauf wiesen neben dem Sozialwissenschaftler Stefan Sell am 19. Mai in Kassel auf einem Fachtag des Diakonischen Werks in Kurhessen-Waldeck auch viele Einrichtungsvertreter hin. Bereits im Vorfeld der Instrumentenreform wird die Anzahl öffentlich geförderter Arbeitsplätze von Seiten der Jobcenter massiv gekürzt. Innerhalb nur eines Jahres sei allein in Hessen die Zahl öffentlich geförderter Beschäftigter um über 30 Prozent gesunken. Eine solche Maßnahme sei aber für viele Hartz-IV-Empfänger oft die einzige Möglichkeit gewesen, "überhaupt noch irgendetwas hinzubekommen", betonte der Arbeitsmarktexperte auf der Veranstaltung zum Thema "Hauptsache Arbeit?! Perspektiven einer öffentlich geförderten Beschäftigung".

Statt einer Kürzung brauche man einen Ausbau der öffentlich geförderten Beschäftigung, forderte Eberhard Schwarz, Landesdiakoniepfarrer des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck. "Es ist ein Skandal, dass die Mittel für die Förderung zurückgefahren werden sollen." Schwarz wies darauf hin, dass eine halbe Million Menschen seit 2005 in Hartz-IV "feststecke" und keine Perspektiven auf dem ersten Arbeitsmarkt erhalte.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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21.07.2011
Diakoniedezernent besichtigte Projekte der Aktion „Diakonische Gemeinde": EinLaden in Homberg/Efze und Familiengarten in Kassel-Waldau

OLKR Dr. Eberhard Schwarz besuchte den Familiengarten in Kassel-Waldau
OLKR Dr. Eberhard Schwarz besuchte den Familiengarten in Kassel-Waldau

Die ersten zehn Projekte der Aktion „Diakonische Gemeinde – Armut bekämpfen und gesellschaftliche Teilhabe fördern" der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) laufen sehr erfolgreich. Mit diesen Projekten unterstützt die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck die Bekämpfung von Armut und versucht vor allem, die Kirchengemeinden für das Thema zu sensibilisieren. Oberlandeskirchenrat und Landespfarrer für Diakonie Dr. Eberhard Schwarz besuchte nun am 14. Juli zwei Einrichtungen in der Region, um seine Wertschätzung für die dort geleistete Arbeit auszudrücken und sich ein lebendiges Bild vor Ort zu machen.

Die Landessynode der EKKW hatte am 25. November 2008 anlässlich ihrer Herbsttagung in Hofgeismar auf Anregung von Dr. Schwarz eine Stellungnahme zur gestiegenen Armut in Deutschland abgegeben. Der Rat der Landeskirche wurde seinerzeit von der Landessynode beauftragt, Mittel zur Verfügung zu stellen, die die Kirchengemeinden unterstützen, Initiativen zur Armutsbekämpfung und Konzeptionen zur nachhaltigen Integration sozial benachteiligter Menschen zu entwickeln bzw. fortzuführen. Die Summe von 1 Million Euro über einen Zeitraum von vier Jahren wurde bereitgestellt, um in Kirchengemeinden entsprechende Projekte zu fördern. In seinen einleitenden Worten zu Beginn der Besuche machte Dr. Schwarz nachdrücklich darauf aufmerksam, dass diese Förderung als Anschub gedacht sei und nicht als Dauerfinanzierung. Es sei gerade ein Ziel dieses Projektes, die Kräfte vor Ort zu aktivieren. Darum sei der Titel des Projektes mit Bedacht gewählt und jedes einzelne Wort habe Gewicht: „Diakonische Gemeinde – Armut bekämpfen und gesellschaftliche Teilhabe fördern". In den Gesprächen vor Ort zeigte sich, dass dieses Anliegen in den beiden besuchten Projekten gut und phantasievoll verwirklicht wurde. Dr. Schwarz wies auch daraufhin, dass der wirtschaftliche Aufschwung, der im Moment zu bemerken sei, für viele Menschen, die an der Armutsgrenze oder darunter leben, vermutlich wenig positive Folgen haben werde, da sie für den entsprechenden Arbeitsmarkt nicht in Frage kämen, so dass die durch das „Armutsprojekt" angestoßenen Alternativen auch weiterhin nötig sein werden. Umso wichtiger sei eine nachhaltige Verankerung des Bewusstseins für die Problematik in den Kirchengemeinden. Armutsbekämpfung sei eine wichtige Aufgabe der Kirche und Teil ihres Auftrages.

„EinLaden" in Homberg/Efze

Seit April 2011 sind im ehemaligen Zentralkaufhaus in der Homberger Altstadt drei Projekte untergebracht: die Homberger Tafel des Diakonischen Werkes im Schwalm-Eder-Kreis, die Kleiderkammer des Kirchenkreises Homberg und ein Treff, der von Engagementlotsen der Stadt Homberg und weiteren Ehrenamtlichen betrieben wird. Pfarrerin Margret Artzt und Projektleiter Jürgen Kurz berichteten, dass vor allem im Bereich der Kleiderkammer und im Treff von Armut betroffene Menschen an der Planung und Ausführung beteiligt sind. Sie arbeiten als Ehrenamtliche mit oder seien im Rahmen einer Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung (Zusatzjob) beteiligt. Ein Bürgerarbeitsplatz zur Mitarbeit sei kürzlich durch das Bundesverwaltungsamt genehmigt worden und werde demnächst besetzt. Gleichzeitig mit dem Besuch des Diakoniedezernenten wurde eine Ausstellung des Bildhauers Willi Hofmann eröffnet, der auch im Laden seine Arbeitsweise vorführte und erläuterte. Eine Besichtigung des ehemaligen „Zentralkaufhauses" sowie Gespräche mit Betroffenen, Ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern zeigten, wie sehr gerade dieses Projekt auf Teilhabe und Aktivierung angelegt ist. Das Ziel sei, so Pfarrerin Margret Artzt, den EinLaden für alle Interessierten attraktiv zu machen: Als „Second-Hand-Shop" und als Begegnungsstätte. Zudem sei es wichtig, die zahlreichen anderen sozialen Projekte in den vier Kirchenkreisen Homberg, Fritzlar, Melsungen und Ziegenhain stärker miteinander zu vernetzen. Nach einem kräftigen Imbiss und einem Rundgang durch das Angebot verabschiedete sich Dr. Schwarz mit dem Wunsch um Gottes Segen und weiteren Erfolg des Projektes.

Familiengarten in Kassel/Waldau

„Es ist schön in Waldau" – so zitierte eine der beiden Projektleiterinnen, Angela Rembiak, eine Frau aus Afghanistan, die im Familiengarten eine Parzelle bearbeitet und dort auf Gleichgesinnte trifft, die in einer ähnlichen Situation leben wie sie. Dieses Zitat wertete Frau Rembiok als Ausdruck für den Erfolg des Projektes.

Der Familiengarten ist ein Kooperationsprojekt der Evangelischen Kirchengemeinde Kassel-Waldau und des Diakonischen Werks Kassel, Sachgebiet Interkultureller Dialog. Es entstand ein Gemeinschaftsgarten für Familien mit und ohne Migrationshintergrund. Möglichkeiten der Eigenversorgung durch den eigenen Anbau von Nahrungsmitteln und der Vermittlung von hauswirtschaftlichen und handwerklichen Fertigkeiten und Kenntnissen wurden geschaffen, wodurch der Aufbau von sozialen Beziehungen gefördert wird.Die Zielgruppe des Projekts umfasst Personen aus Familien, deren Lebenssituation durch soziale / finanzielle Benachteiligungen bzw. ein erhöhtes Armutsrisiko gekennzeichnet ist, oft verbunden mit einem Migrationshintergrund und / oder einem niedrigen Bildungsniveau. Frau Rembiok erläuterte, dass es ein Leitziel sei, das Selbstwertgefühl und das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten der Teilnehmer/innen zu stärken, Selbsthilfepotentiale zu aktivieren und nicht zuletzt auch die Gesundheit zu fördern. Einem ungünstigen Ernährungsverhalten und Bewegungsmangel von Kindern soll entgegengewirkt werden durch Naturerlebnisangebote, Beschäftigung mit gesunder Lebensweise. Handwerkliche (Alltags)fertigkeiten, die der Eigenhilfe der Familien förderlich sind (Nähen, Werken, Reparaturarbeiten), werden vermittelt. Stadträtin Anne Janz unterstrich in ihrem Grußwort noch einmal, wie gut die Zusammenarbeit von Diakonie, Kirche und Kommune gerade in Waldau funktioniere, und dass das Projekt sich sehr gut in die anderen Projekte – gerade im Bereich Bildung, - einpasse.

Dr. Schwarz unterstrich auch hier in seinen einleitenden Worten, das gerade das Moment der Teilhabe und der Integration im Vordergrund stehe. Auch Ortsvorsteher Bonn machte deutlich, dass das Gartenbauprojekt das Gemeinschaftsgefühl steigere, zumal rund um den Garten weitere Parzellen verpachtet seien, sodass dort ein reger Austausch stattfinde. Für ihn als Kirchenvorsteher sei es selbstverständlich und dringlich, solche Projekte auf den Weg zu bringen und zu unterstützen.

Eine Besichtigung des Gartens, zu der sich auch eine betroffene Familie und einige Ehrenamtlichen Mitarbeiteten gesellten, rundeten Besuch ab, der mit Kaffee und Kuchen fröhlich ausklang. Dr. Schwarz dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz und wünschte Ihnen für das weitere Gedeihen Gottes Segen.

Armut auch in Kirchengemeinden

Die Zahl von Menschen in Deutschland, die in Armut leben oder von Armut bedroht sind, nimmt in den letzten Jahren stetig zu, eine Vielzahl dieser Menschen lebt in den Kirchengemeinden. Die sozialidyllische Vorstellung, Armut und soziale Benachteiligung spiele in ländlichen Regionen wie denen in Kurhessen-Waldeck keine Rolle, entspricht nicht der Realität. Sozial benachteiligte Menschen - Menschen in Armut - leben zwar in unseren Kirchengemeinden zwischen Bad Karlshafen und Bergen-Enkheim, zwischen Korbach und Tann in der Rhön, sind dort aber oft im täglichen Gemeindeleben nicht sichtbar. Die fehlende Teilhabe von ärmeren Menschen am sozialen, politischen und kulturellen Leben setzt sich somit in den Kirchen vor Ort fort. Armut heißt nicht nur materielle Armut, sondern bedeutet darüber hinaus das Abgeschnitten sein von vielen Lebensbezügen. Mit der Aktion „Diakonische Gemeinde – Armut bekämpfen" stellt sich die Landeskirche diesen Fragen. Dabei geht es nicht nur darum, die wirtschaftlichen Lebenslagen der Betroffenen zu verbessern, sondern sie konkret anzusprechen, ihre Kompetenzen wahrzunehmen und sie bei der Planung und Umsetzung der Projektideen zu beteiligen.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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30.06.2011: Bilanz 2010
„Brot für die Welt"-Spendenergebnis in Kurhessen-Waldeck geht zurück

Die Aktion „Brot für die Welt" hat in Kurhessen-Waldeck im vergangenen Jahr ein deutlich geringeres Ergebnis erzielt als im Vorjahr. Mit 1,73 Millionen Euro gingen rund 9,4 Prozent weniger Spenden ein als im Jahr 2009.

Bundesweit erreichte die Aktion Brot für die Welt mit 62,1 Mio. Euro eines ihrer besten Ergebnisse. Damit wurde das Vorjahresergebnis um 13,5 Prozent gesteigert.

Mit den Spenden unterstützte „Brot für die Welt" im Jahr 2010 weltweit 1.020 Projekte mit 49 Millionen Euro. Dabei ging der Hauptanteil der Spenden wieder nach Afrika, wo vor allem Ernährungs-, aber auch Friedensprojekte gefördert werden.

Das Ergebnis resultiert aus den Spenden und Kollekten in den evangelischen Kirchengemeinden sowie aus Direktspenden auf zentrale Konten.

Für das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck dankte Claus-Dieter Suß, Referent der Aktion „Brot für die Welt", für die Unterstützung.

„Brot für die Welt", das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen in der Bundesrepublik, wurde 1959 in Berlin gegründet. Die Aktion fördert Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika. Gemeinsam mit ihren Partnern vor Ort leistet sie damit effektive Hilfe zur Selbsthilfe.

Spendenkonto:
„Brot für die Welt", Konto 200 000, Evang. Kreditgenossenschaft Kassel, BLZ 520 604 10

Redaktion: Claus-Dieter Suß, Telefon: (0561) 10 95 - 303

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08.06.2011: „Hör‘ auf dein Herz“ - Herztöne für Gerechtigkeit - Streiten am Runden Tisch
Diakonie und Kirche mit gemeinsamem Stand auf dem Kirchentag in Dresden

Thomas Klämt-Bender, Referent für Kreisdiakonie im DWKW, im Gespräch mit Gästen am runden Tisch (Foto: Heike Schaaf)
Thomas Klämt-Bender, Referent für Kreisdiakonie im DWKW, im Gespräch mit Gästen am runden Tisch (Foto: Heike Schaaf)

Die Themen waren kontrovers, aber gestritten wurde nicht am Runden Tisch der Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck und des Diakonischen Werks in Kurhessen-Waldeck. Zum ersten Mal präsentierten sich Landeskirche und Diakonisches Werk mit einem gemeinsamen Stand auf dem 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden.

Am großen Runden Tisch wurde diskutiert, gegessen und getrunken, ausgeruht und zugehört. Der gemeinsame Stand war ein Publikumsmagnet auf dem Markt der Möglichkeiten. Welche Art von Gerechtigkeit denn die wichtigste sei, wurden die flanierenden Besucherinnen und Besucher gefragt, und schon war man in ein Gespräch darüber verwickelt. Das Thema „Bildungsgerechtigkeit“ wurde dabei am häufigsten gewählt.

Der Donnerstag stand ganz im Zeichen der Diakonie. Hier wurde konkret über Gerechtigkeit im Sinne der Teilhabe von Menschen gesprochen. Aus dem regionalen Diakonischen Werk Hofgeismar-Wolfhagen kam Frau Schreiber (Name geändert)  zu Wort: Sie berichtete, dass ihr Teilzeiteinkommen als Verkäuferin nicht reicht. So verzichte sie z.B. auf modische Kleidung oder Aktivitäten im Freizeitbereich. Um etwas finanziellen Spielraum zu erzielen, ist sie regelmäßig Kundin der Tafel. Frau Zibei (Name geändert) hat nur eine bescheidene Rente und liegt knapp über dem Regelsatz für Grundsicherungsleistungen. Sie tat sich schwer, Lebensmittel von der Tafel in Anspruch zu nehmen. Seit sie selbst bei der Ausgabe der Lebensmittel mitarbeitet, hat sie ihre Scham überwunden.

Es wurde in den Gesprächen deutlich, dass in den Städten Armut meist sichtbarer als auf dem Land ist. Dennoch gibt es sie auch dort: Margret Artzt, Diakoniepfarrerin im Schwalm-Eder-Kreis, sagte, dass man vielen Menschen auf dem Land ihre Armut nicht ansieht. Viele Menschen mit wenig Geld könnten aber nicht am gesellschaftlichen oder geselligen Leben teilnehmen. Dafür ist im Schwalm-Eder-Kreis mit dem Projekt „EinLaden“ eine Initiative  im doppelten Sinn entstanden: Es ist ein Ort, wo es eine Tafel gibt, wo für wenig Geld gegessen werden kann. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich zu treffen und sich im Secondhandshop umzuschauen.

In der Landeskirche gibt es zurzeit zehn Projekte, sogenannte Teilhabeprojekte, die gefördert werden. Menschen, die von Armut betroffen oder bedroht sind, werden begleitet, beraten und auch gefördert, in den Projekten selbst mitzuarbeiten. Wichtig ist für Pfarrer Dietrich Hering,  Referentim Diakoniedezernat der EKKW, dass die Menschen, die Hilfe nötig haben, als gleichberechtigte Menschen angesehen und geachtet werden, denen nicht nur geholfen wird, indem sie zum Beispiel an Tafeln teilnehmen, sondern indem sie daran auch mitarbeiten können. Sie sollen befähigt werden, wieder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Auf die Frage, wann solche Teilhabeprojekte erfolgreich seien, hieß es, dass Gemeinden, in denen Projekte laufen, sich verantwortlich fühlen sollen – so kann gute Netzwerkarbeit stattfinden. Auch kann nur auf diese Art und Weise das Projekt, wenn die Finanzierung denn irgendwann einmal ausgelaufen ist, weitergehen, wenn sich Menschen füreinander verantwortlich fühlen, sagte Uwe Seibel, Pfarrer und Leiter der Stabstelle im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck.

„Hör‘ auf dein Herz“, diese Aufforderung auf dem Stand von Kirche und Diakonie konnte auch wörtlich genommen werden. An einer Stelle konnte man seine eigenen Herztöne erleben. So wurde der Runde Tisch auf dem Kirchentag ein Ort, der von der Hoffnung auf Gerechtigkeit ein kleines Beispiel gab – und damit im Zeichen der Diakonie stand. Eine Wiederholung eines gemeinsamen Standes auf dem Kirchentag 2013 in Hamburg ist nicht ausgeschlossen!

Redaktion: Uwe Seibel, Telefon: (0561) 10 95 - 305

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27.04.2011
Diakonie in Kurhessen-Waldeck: Hartz-IV-Empfänger als Zivi-Ersatz ist der falsche Weg

Mit großer Verwunderung reagierte das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck e.V. (DWKW) auf die Meldung, dass es in der CDU Überlegungen gibt, Hartz-IV-Empfänger für den Sozialdienst heranzuziehen.

„Mit großer Sorge blicken wir wieder einmal nach Berlin, wo es ständig neue Ideen zur Nachfolge des Zivildienstes gibt. Dass aber nun einige CDU-Politiker überlegen, Hartz-IV-Bezieher als Ersatz für Zivildienstleistende zu verpflichten, ist mehr als bedenklich. Wir versuchen gerade, mit neuen kreativen Ideen den Bundesfreiwilligendienst in der Region bekannt zu machen. Da ist solch eine Forderung mehr als kontraproduktiv", sagte dazu der Landespfarrer für Diakonie, Oberlandeskirchenrat Dr. Eberhard Schwarz, als Vorstandsvorsitzender des DWKW.

„Wir stimmen mit den Forderungen überein, Hartz-IV-Empfänger besser zu qualifizieren sowie den Job-Centern und Optionskommunen mehr Flexibilität zu ermöglichen. Wir sehen aber in der Überlegung, den Freiwilligendienst dafür zu benutzen, den falschen Weg", so der Landespfarrer weiter.

Schwarz verwies auf die enormen Anstrengungen des Zentrums für Freiwilligen-, Friedens- und Zivildienst der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (ZFFZ), das auch für die diakonischen Einrichtungen der Landeskirche zuständig ist. „Wir müssen die Lücke schließen, die der Wegfall des Zivildienstes gerissen hat. Bundesweit werden ca. 35.000 Freiwillige gebraucht, und bisher haben sich viel zu wenig gemeldet. Das ist auch in unserer Region so. Hier rechnen wir mit ca. 200 benötigten Freiwilligen. Aber erst ein Bruchteil hat sich gemeldet. Deshalb hat das ZFFZ den Bundesfreiwilligendienst 27 plus ins Leben gerufen. Hier sind Menschen ab 27 Jahren aufgerufen, sich für die Gemeinschaft zu engagieren. Wir bewerben also auf allen Ebenen den Bundesfreiwilligendienst. Und nun sollen Hartz-IV-Empfänger eingesetzt werden. Da frage ich mich, wie das umgesetzt werden soll!" meinte der Landespfarrer abschließend.

Hintergrund Zivildienst in Kurhessen-Waldeck

Im Bereich der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) leisten derzeit 280 Männer ihren Zivildienst in kirchlichen oder diakonischen Einrichtungen ab. Die Aussetzung des Zivildienstes wird zum 1. Juli 2011 stattfinden. Die (theoretisch) letzte Einberufung zum Zivildienst wird am 16. Juni 2011 erfolgen. Nach derzeitigem Stand wird der letzte Zivildienstleistende - der einen freiwilligen zusätzlichen Zivildienst vom 1. Juli 2011 bis zum Jahresende macht - aus dem Bereich des ZFFZ Mitte Dezember entlassen. Bundesweit wird voraussichtlich am 16.12.2011 der letzte Zivildienstleistende seinen Dienst beenden. Im Anschluss daran soll der Bundesfreiwilligendienst die Lücken schließen. Bisher gibt es dafür jedoch zu wenig Bewerber.

 

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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08.04.2011
Neue Elterninfo zum Thema „Konfirmation und Alkohol“ erschienen

Das im Jahr 2007 gestartete Gemeinschaftsprojekt "Konfirmation und Alkohol" der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e. V. (DWKW) und der diakonischen Fachstellen für Suchtprävention hat als Nachfolge des bisherigen Elternbriefs eine neue Elterninfo herausgebracht. Dies erklärte Dirk Kaliske, Referent für Suchtfragen im DWKW. Ziel sei es, Eltern zu informieren und der Tendenz entgegenzuwirken, dass der Tag der Konfirmation als "Tag des ersten Vollrausches" begangen werde.

„Wir wollen verhindern, dass die Jugendlichen am Tag ihrer Konfirmation über die Stränge schlagen und sich maßlos betrinken. Das Probieren von Alkohol soll nicht verboten werden, aber es sollte in einem kontrollierten Rahmen stattfinden", so Kaliske.
Nach seinen Angaben wurden die Elterninfos bereits über die Dekanate der Landeskirche an die Kirchengemeinden verschickt. Der Inhalt umfasse z. B. Informationen zum Thema „Jugendliche und Alkohol“ und gebe Anregungen, wie Eltern mit ihren Kindern über das Thema reden können und wie eine Konfirmationsfeier ohne übermäßigen Alkoholkonsum gestaltet werden kann. Die Publikation wurde bereits in den vergangenen Jahren verteilt und stieß dabei auf eine positive Resonanz. „Mittlerweile sind von der ersten Auflage alle Exemplare vergriffen. Daher wurde der Elternbrief inhaltlich überarbeitet, neu gestaltet und unter dem neuen Namen „Alkohol und Konfirmation – Elterninfo“ mit einer Auflage von 15.000 Stück frisch gedruckt. Sie steht nun rechtzeitig für die kommenden Konfirmationen zur Verfügung“, so der Suchthilfereferent abschließend.

Die Elterninfo ist ab sofort über das Pädagogisch-Theologische Institut der EKKW (0561-9307146, astrid.hueneburg@ekkw.de) kostenlos zu beziehen.

Hintergrund: Konfirmation und Alkohol
Das Projekt „Konfirmation und Alkohol“ wurde ins Leben gerufen, um das Thema „Konfirmation und Alkoholmissbrauch“ ab 2007 zielgruppengerecht in die Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Kurhessen-Waldeck (EKKW) zu tragen. Es wurde in Kooperation von diakonischen Fachstellen für Suchtprävention, dem Pädagogisch-Theologische Institut  (PTI) der EKKW, dem Referat Kinder- und Jugendhilfe der EKKW sowie dem Suchtreferat des DWKW durchgeführt. Es gibt umfassende Anregungen und Hinweise für alkoholpräventive Aktivitäten mit Konfirmanden und Eltern. Anlass für dieses Projekt waren Diskussionen zu der Thematik „Konfirmation und Alkoholmissbrauch“ in den Gremien der Arbeitsgemeinschaft Suchthilfe im Diakonischen Werk, u.a. aufgrund des tragischen „Alkoholtodes" eines Jugendlichen im Schwalm-Eder-Kreis im November 2004. Da Jugendliche allgemein immer früher zu Suchtmitteln greifen, ist dieses Thema grundsätzlich von besonderer Brisanz. Im Arbeitskreis der hessischen Fachstellen für Suchprävention wurde das Thema erörtert und wurden erste Ideen entwickelt. Anschließend wurde eine Projektgruppe aus o.g. Partnern zur Gestaltung des Konzepts gebildet.
Im Rahmen des o.g. Projektes wurde neben dem Elterninfo auch eine Materialmappe mit Anregungen zur Gestaltung eines thematischen Konfirmandentages und Elternabends entwickelt. Die Mappe beinhaltet u. a. Anleitungen zu Kommunikations- und Selbsterfahrungsspielen wie auch suchtmittelspezifische Informationen. Die Mappe in der Reihe „Suchtprävention konkret“ ist unter dem Titel „Konfirmation und Alkohol“ erschienen und gegen einen Kostenbeitrag in Höhe von 7,-- € plus Porto zu beziehen über die Hessische Landesstelle für Suchtfragen (069-71376777, hls@hls-online.org).

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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05.04.2011
Diakonisches Werk in Kurhessen-Waldeck fordert bessere Lebensbedingungen für Flüchtlinge

Das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck (DWKW) spricht sich für die Abschaffung des Asylbewerberleistungsgesetzes (AsylbLG) aus und bittet die Landesregierung, sich im Bundesrat für die Streichung des Gesetzes einzusetzen. Dies machte der Vorstandsvorsitzende des DWKW, Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz, am Dienstag deutlich.

Er unterstützte dabei ausdrücklich den Antrag der Kreissynode Ziegenhain an die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck zur Abschaffung des AsylbLG. Der Antrag wurde zwischenzeitlich mit großer Mehrheit zur weiteren Beratung an den Rat der Landeskirche überwiesen und steht nach Aussage des Landespfarrers in Übereinstimmung mit einem entsprechenden Beschluss der EKD-Synode, des höchsten Beschlussgremiums der Evangelischen Kirche von Deutschland, vom 9. November 2010.

„Es darf nicht sein, dass in Deutschland Menschen mit einem Einkommen leben müssen, welches im Durchschnitt 35% unter dem Existenzminimum liegt. Eine solche Regelung ist weder mit den Grundsätzen der christlichen Nächstenliebe noch mit dem Menschenwürdeprinzip der Verfassung zu vereinbaren. Man kann bei der Menschenwürde nicht mit zweierlei Maß messen“, so Schwarz. Ausdrücklich wird von Seiten des DWKW in diesem Zusammenhang begrüßt, dass diese Frage zwischenzeitlich von den Landessozialgerichten in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg als verfassungsrechtlich bedenklich angesehen und dem Bundesverfassungsgericht zur Prüfung vorgelegt wurde. „Unabhängig von der Entscheidung der Gerichte sollten als eine erste Maßnahme die Leistungen des AsylbLG angepasst werden. Dies ist als Sofortmaßnahme umgehend nötig, weil selbst die abgesenkten Leistungen seit 1993 nicht erhöht wurden. Hier ist dringend ein Ausgleich in Höhe der Preissteigerungsrate von ca. 30% erforderlich“, sagte der Landespfarrer weiter.

Abschaffung des Asylbewerberleistungsgesetzes
Mittelfristig sei aber die Abschaffung des AsylbLG zwingend notwendig, auch weil es, wie die Erfahrungen der Beratungsstellen vor Ort zeigten, Ausgrenzung und Stigmatisierung von Flüchtlingen fördert. Wenn aber, wie Experten in einer Anhörung des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales im Mai 2009 mehrheitlich bestätigten, das AsylbLG kein Anreiz für Flucht sei und sich die Zahl der Anspruchsberechtigten seit Mitte der 90er Jahre um 70% verringert habe, dränge sich die Abschaffung des AsylbLG nahezu auf.
„Ich appelliere deshalb an die verantwortlichen Politiker und Regierenden in Hessen, sich gemeinsam mit der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und dem Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck e.V.  dafür einzusetzen, das diskriminierende und integrationsverhindernde Gesetz abzuschaffen“, so Landespfarrer Dr. Schwarz.

Hintergrund: Asylbewerberleistungsgesetz
Das Asylbewerberleistungsgesetz sichert Ausländern und Flüchtlingen ohne gesichertes Bleiberecht die materielle Lebensgrundlage. Anspruchsberechtigt sind Asylsuchende, Ausländer mit Duldung, sonstige ausreisepflichtige Ausländer sowie auch Ausländer mit Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen. Zu den gesetzlich vorgesehenen Leistungen gehören solche für Unterkunft, Ernährung, Kleidung, Hygienebedarf, den persönlichen Bedarf und die medizinische Versorgung. Ausländer, die unter das AsylbLG fallen, haben keinen Anspruch auf Grundsicherung für Arbeitssuchende oder Sozialhilfe. Nach 48 Monaten können aber unter bestimmten Voraussetzungen Leistungen in Höhe der Sozialhilfe gezahlt werden.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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04.04.2011: Über 25 Jahre Selbsthilfe
Goldene Kronenkreuze für Ehrenamtliche in der Suchtkrankenhilfe

Nach der Überreichung der goldenen Kronenkreuze (v.l.n.r.): Gerda Boy, Klaus-Dieter Döge, Hans-Peter Schwadron, Werner Bischof, Manfred Ewald und Friedel Röse-Nolte.
Nach der Überreichung der goldenen Kronenkreuze (v.l.n.r.): Gerda Boy, Klaus-Dieter Döge, Hans-Peter Schwadron, Werner Bischof, Manfred Ewald und Friedel Röse-Nolte.

Mit dem goldenen Kronenkreuz, der höchsten Anerkennung für haupt- oder ehrenamtliches Engagement in der Diakonie, wurden jetzt sechs in der Suchtkrankenhilfe ehrenamtlich Tätige Frauen und Männer ausgezeichnet.

Der Landespfarrer für Diakonie und Oberlandeskirchenrat Dr. Eberhard Schwarz bedankte sich im Rahmen des Festgottesdienstes zum 25-jährigen Jubiläum der Arbeitsgemeinschaften der Freundeskreise für Suchthilfe der Diakonie in Kurhessen-Waldeck für ihren Einsatz. „Sie haben mit alledem diakonisch gewirkt und unsere Gesellschaft menschenfreundlicher gemacht", sagte er bei der Überreichung der Kronenkreuze.

Die Selbsthilfe von Suchtkranken und Angehörigen ist ein fester Bestandteil der Hilfestrukturen für Abhängigkeitskranke. 27 Freundeskreise für Suchtkranke in der Diakonie in Kurhessen-Waldeck bieten wöchentlich rund 150 Selbsthilfegruppen an. Vor 25 Jahren schlossen sich die Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe zu Sprengelarbeitsgemeinschaften zusammen. Dies war auch Anlass für den Festgottesdienst, in dessen Verlauf die folgenden Frauen und Männer stellvertretend für viele andere Ehrenamtliche geehrt wurden:

Sprengelarbeitsgemeinschaft der Freundeskreise im Sprengel Hersfeld

  • Manfred Ewald, Gründungsmitglied des Freundeskreises Hessisch-Lichtenau seit 1979

  • Friedel Röse-Nolte, Gründungsmitglied des Freundeskreises Homberg seit 1975

Sprengelarbeitsgemeinschaft der Freundeskreise im Sprengel Marburg

  • Claus-Dieter Döge, Vorsitzender des Freundeskreises Waldeck

  • Gerda Boy, Mitglied im Freundeskreis Marburg seit 1985

Sprengelarbeitsgemeinschaft der Freundeskreise im Sprengel Kassel

  • Werner Bischoff, Gründungsmitglied des Freundeskreises Fritzlar

  • Hans-Peter Schwadron, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Freundeskreise im Sprengel Kassel

Hintergrund „Freundeskreis"

Der Begriff „Freundeskreis" steht als Synonym für Selbsthilfegruppe. Dabei ist es ein Hauptziel, die Suchtkranken durch einen offenen und vertraulichen Erfahrungsaustausch in eine stabile Abstinenz zu begleiten und eine Perspektive für ein zufriedenes Leben ohne das Suchtmittel zu geben. Freundeskreise arbeiten ohne starre Richtlinien und Vorschriften. In der Gruppe spricht man nicht nur über das Suchtproblem, sondern auch über ganz alltägliche Probleme und Nöte. Zielgruppe der Freundeskreise sind alle Suchtkranken, unabhängig von ihrer Konfession - egal, ob sie abhängig von Alkohol oder Medikamenten sind - und Angehörige. Auch sie sollen eine Anlaufstelle für ihre Nöte haben und Hilfe für sich selbst erfahren.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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18.03.2011: Diakonie Katastrophenhilfe ruft zur Solidarität mit Betroffenen auf
Japan: Katastrophe mit unabsehbaren Folgen

Die Diakonie Katastrophenhilfe ruft zur Solidarität mit den Menschen im japanischen Krisengebiet auf. Noch sind die Folgen des schweren Erdbebens und der riesigen Tsunamiwelle nach Einschätzung des evangelischen Hilfswerks unabsehbar, vor allem im Blick auf die Schäden in der Atomanlage Fukushima. Die Betroffenen sind in dieser schwierigen Situation auf Beistand und Unterstützung angewiesen, heißt es weiter.

„Wir erhalten aktuelle Nachrichten von evangelischen Kirchen und Gemeinden in Japan, und die Informationen von dort zeigen, wie stark die Menschen verunsichert sind“,  berichtet Rainer Lang, Sprecher der Diakonie Katastrophenhilfe. Noch immer wird das Land von Erdstößen erschüttert. Große Angst haben die Menschen aber vor allem vor möglicher radioaktiver Strahlung, die freigesetzt werden könnte. „Die Gefahren der Kernkraft seien sträflich unterschätzt worden, sagt Lang. Es habe sich jetzt gezeigt, dass gerade in Gebieten, die erdbebengefährdet sind, die Risiken nicht beherrschbar sind.

Die Diakonie Katastrophenhilfe steht in Kontakt mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Kirchen und Gemeinden in Japan, der Bundesregierung sowie Caritas international. Das evangelische Hilfswerk hält es für wichtig, dass die Betroffenen unter dem Eindruck der weiteren Entwicklung so viel Beistand wie möglich erhalten. Die Folgen der Naturkatastrophe sind angesichts des beschädigten Kernkraftwerks noch unabsehbar.

Mit einem Erdbeben dieser Stärke haben offenbar selbst Experten nicht gerechnet. Das evangelische Hilfswerk weist jedoch darauf hin, dass die Abwägung der Risiken der Atomkraft verbessert werden muss.

Für seriösen Umgang mit Spenden
Spenden für Japan über den allgemeinen Katastrophenfonds erbeten

Die Diakonie Katastrophenhilfe ist von der großen Solidarität der deutschen Bevölkerung mit den Opfern der verheerenden Katastrophe in Japan beeindruckt. Noch ist aber nicht absehbar, ob die japanische Gesellschaft einen ebenso großen Hilfsbedarf haben und äußern wird. Für den Fall, dass die Hilfsbereitschaft in Deutschland die Bitten unserer Partner um Unterstützung und sinnvolle Wege zur Umsetzung übersteigt, erbittet die Diakonie Katastrophenhilfe im Sinne eines seriösen Umgangs mit Spenden diese nicht unter dem Stichwort „Japan“, sondern dem Stichwort „Allgemeiner Katastrophenfonds“.

„Kein Land ist so gut auf Katastrophenhilfe spezialisiert und dafür gerüstet wie das Industrieland Japan“, sagt die Direktorin der Diakonie Katastrophenhilfe, Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel. „Darum ist für uns noch nicht absehbar, wie viele unserer Spendenmittel in der Katastrophenregion gebraucht werden.“ Umfang und Ende dieser schweren Katastrophe, die über Japan hereingebrochen ist, seien noch nicht absehbar.

„Wir gehen verantwortlich und korrekt mit Spenden um“, erläutert die Theologin. „Aus dem Allgemeinen Katastrophenfonds finanzieren wir jede Hilfe, die wir in Japan mit Partnern unseres Vertrauens zugunsten der betroffenen Bevölkerung leisten können, dessen können die Spendenden und Gemeinden gewiss sein.“

Sollte die Hilfsbereitschaft aber größer sein als der Hilfsbedarf, kann die DiakonieKatastrophenhilfe damit auch Menschen in anderen Krisenregionen helfen, die weniger im Licht der Öffentlichkeit stehen, aber ebenso dringend hilfsbedürftig sind und auf Unterstützung hoffen. Angesichts der Katastrophe in Japan dürfen nach Ansicht des Hilfswerks andere Krisen auf der Welt nicht ins Abseits geraten.

Gegenwärtig steht die Diakonie Katastrophenhilfe mit dem weltweiten kirchlichen Netzwerk „ACT Alliance“ und Vertretern der evangelischen Kirchen in Japan in Kontakt bezüglich der Prüfung des Bedarfs und hat ihnen Unterstützung zugesichert. „Auch wir sind tief bewegt von den schrecklichen Bildern von Tod und Zerstörung und spüren das Bedürfnis, etwas tun zu wollen“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel.

Spendenkonto

Diakonie Katastrophenhilfe, Konto 21 21 21, Evang. Kreditgenossenschaft Kassel, BLZ 520 604 10, Kennwort "Allgemeiner Katastrophenfonds"

Brief an die Gemeinden zu Spenden für die Erdbebenopfer

Redaktion: Claus-Dieter Suß, Telefon: (0561) 10 95 - 303

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05.03.2011: Direktorin des Evangelischen Hilfswerkes auf Projektreise im Tschad
Nordafrika: Hilfe für Flüchtlinge muss verstärkt werden

Die Diakonie Katastrophenhilfe ist besorgt über den wachsenden Strom der Flüchtlinge aus Libyen.

„Die Nachbarländer sind mit dem Ansturm völlig überfordert“, sagt der Leiter der Programmabteilung, Volker Gerdesmeier. Das evangelische Hilfswerk ruft dazu auf, Tunesien und Ägypten bei der Versorgung der Flüchtlinge zu unterstützen. Die Menschen brauchen dringend Nahrungsmittel, Trinkwasser, Decken und Zelte.

Unterdessen besucht die Direktorin des Hilfswerks, Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, Flüchtlingslager im Tschad, dem südlichen Nachbarland Libyens. Sie ist vom 5. bis 10. März in dem Land. Das globale kirchliche Netzwerk „ACT Alliance“, in dem die Diakonie Katastrophenhilfe Mitglied ist, hat eine Gruppe von Helfern nach Tunesien entsandt, um Hilfsmaßnahmen vorzubereiten. „Zehntausende von Menschen brauchen Hilfe“, berichten sie.

Die Diakonie Katastrophenhilfe ist auch mit der Caritas in engem Kontakt, um möglichst schnell den Betroffenen der Krise in Nordafrika zu helfen. Inzwischen liegt die Zahl der Flüchtlinge aus Libyen nach Tunesien und Ägypten nach UN-Angaben bei 180.000. Die meisten haben in Libyen gearbeitet. Im Tschad gibt es dagegen schon lange eine große Flüchtlingsproblematik. Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt seit Jahren Hilfsprojekte für Flüchtlinge aus Darfur, der Zentralafrikanischen Republik und intern Vertriebene. Dabei kooperiert die Diakonie Katastrophenhilfe eng mit dem Lutherischen Weltbund. Beide arbeiten auch im Rahmen der „ACT Alliance“ zusammen. Zudem hat das evangelische Hilfswerk im Tschad 2010 ein eigenes Büro eingerichtet, das momentan auch die Lage im Norden Afrikas intensiv beobachtet und in engem Kontakt mit Helfern vor Ort steht. „Für uns ist dies eine Schwerpunktregion, die leider viel zu wenig öffentliche Beachtung findet“, betont Cornelia Füllkrug-Weitzel.

Spendenkonto

Das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck bittet um Spenden auf folgendes Konto:

Diakonie Katastrophenhilfe
Konto 21 21 21, Evangelische Kreditgenossenschaft Kassel, BLZ 520 604 10, Stichwort: "Krise Nordafrika"

Redaktion: Claus-Dieter Suß, Telefon: (0561) 10 95 - 303

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22.02.2011: Übergang vom Zivildienst zum Freiwilligendienst verläuft alles andere als glatt
Unrühmliches Ende des Zivildienstes

„Wir bekommen von Einrichtungen aus der Diakonie immer mehr Rückmeldungen, dass der Übergang vom Zivildienst zum Freiwilligendienst alles andere als glatt läuft. Die freiwillige Verlängerung der Dienstzeiten der Zivildienstleistenden, die dadurch auch einen reibungslosen Übergang gewährleisten sollten, wird immer öfter abgelehnt. Dies ist ein unrühmliches Ende des Zivildienstes", sagte Dr. Eberhard Schwarz, Landespfarrer für Diakonie und Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e.V. (DWKW).

Mit dem Wehrrechtsänderungsgesetz, das in der Mitte des vergangenen Jahres beschlossen wurde, sollte neben der Verkürzung des Zivildienstes von 9 auf 6 Monate auch ein erstes Element der Freiwilligkeit in den Zwangs-Zivildienst eingeführt werden. Das Stichwort hieß „freiwillige Verlängerung des Zivildienstes". Zivildienstleistende sollten die Möglichkeit erhalten – freiwillig und in Absprache mit der Dienststelle – ihren Dienst um bis zu 6 Monate zu verlängern. Viele von ihnen haben darauf gebaut und ihr Leben entsprechend geplant. Auch die kirchlich-diakonischen Einrichtungen, bei denen die Zivildienstleistenden beschäftigt sind, haben darauf gebaut, dass diese freiwillig ihren sozialen Dienst tun. Doch es kam anders: „Seit 1.12.10 konnte der Antrag auf freiwilligen zusätzlichen Zivildienst gestellt werden. Bearbeitet wurden diese Anträge aber erst seit Januar 2011, weil das neue Haushaltsjahr betroffen ist. Und an dieser Stelle gab es nun für alle Beteiligten eine unangenehme Überraschung: Offensichtlich wurde die Bereitschaft zum freiwilligen Engagement völlig unterschätzt. Schon Mitte Januar wurden die ersten Anträge auf freiwillige Verlängerung des Zivildienstes abgelehnt, weil keine Haushaltsmittel mehr zur Verfügung standen", berichtete Klaus Tschentscher, Zivildienstreferent im Zentrum für Freiwilligen-, Friedens- und Zivildienst (ZFFZ) der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Das Bundesamt für den Zivildienst hat sich demnach in der ersten Not dafür entschieden, nur noch Plätze „im unmittelbaren Dienst am Menschen" (sogenannte „01er"-Plätze) zu genehmigen. Tätigkeiten im hausmeisterlichen Dienst u.Ä. hatten also bereits ab Mitte Januar keine Chance mehr auf eine freiwillige Verlängerung. Schon bald konnte aber auch diese Regel nicht mehr eingehalten werden: Inzwischen wurden auch schon Anträge auf freiwillige Verlängerungen solcher „01er"-Plätze abgelehnt.

„Die Leidtragenden dieser Maßnahme sind die jungen Männer und die sozialen Einrichtungen. Sie hatten sich auf die Verlässlichkeit staatlichen Handelns in dieser Sache verlassen. Sie haben sich mit ihrer Lebensplanung auf die Möglichkeit einer Verlängerung ihres Dienstes eingestellt und bekommen nun signalisiert, dass ihrer Bereitschaft, einen freiwilligen zusätzlichen Dienst für die Gesellschaft dieses Landes zu leisten, staatlicherseits eine so geringe Priorität eingeräumt wird, dass ihre Anträge abgelehnt werden müssen. Das ist in unseren Augen ein Skandal und ein falsches Signal an junge Menschen, die sich in dieser und für diese Gesellschaft engagieren möchten. Der Zivildienst, dessen 50jähriges Bestehen noch im April 2011 begangen wird, hätte ein würdigeres Ende verdient", so Schwarz abschließend.

Hintergrund Zivildienst in Kurhessen-Waldeck

Im Bereich der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) leisten derzeit 280 Männer ihren Zivildienst in kirchlichen oder diakonischen Einrichtungen ab. Ca. 60 Prozent der von der Verkürzung von 9 auf 6 Monate betroffenen Zivildienstleistenden (ZDL) wollen auf ihre ursprüngliche Dienstzeit verlängern. Die Aussetzung des Zivildienstes wird zum 1. Juli 2011 stattfinden. Die (theoretisch) letzte Einberufung zum Zivildienst wird am 16. Juni 2011 erfolgen. Nach derzeitigem Stand wird der letzte ZDL aus dem Bereich des ZFFZ am 30.11.2011 entlassen. Bundesweit wird voraussichtlich am 16.12.2011 der letzte Zivildienstleistende seinen Dienst beenden.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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04.02.2011: Pflege ist nicht nur Körperpflege
Abschluss der vierten Weiterbildung zur Pflegeberatung der Diakonie

Die 13 neuen Pflegeberaterinnen und Pflegeberater mit ihren Ausbilderinnen Elisabeth Soose (erste Reihe rechts) und Uta Hofmann (mittlere Reihe zweite von rechts) vom CBG sowie Stefan Euler (ganz links) vom Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck. (Foto: Lieberknecht)
Die 13 neuen Pflegeberaterinnen und Pflegeberater mit ihren Ausbilderinnen Elisabeth Soose (erste Reihe rechts) und Uta Hofmann (mittlere Reihe zweite von rechts) vom CBG sowie Stefan Euler (ganz links) vom Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck. (Foto: Lieberknecht)

Ende Januar konnten 13 Pflegefachkräfte aus verschiedenen nord- und osthessischen Diakoniestationen ihre Weiterbildung zur Pflegeberaterin/zum Pflegeberater (Diakonie) erfolgreich abschließen. Mit großem Ehrgeiz und Engagement absolvierten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine umfassende Qualifizierungsmaßnahme, die im Christlichen Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe (CBG) in Kassel zum vierten Mal stattfand und deren Ziel es war, Wissen und Kompetenzen für die Beratung von pflegenden Angehörigen zu stärken.

„Für mich hat diese Weiterbildung sehr viele neue Erkenntnisse gebracht. Zwar hatte ich auch vorher schon Beratungen durchgeführt, aber jetzt habe ich noch viel mehr Hintergrundwissen, vor allem in rechtlicher Hinsicht", meinte Heike Heß, Leiterin der Diakoniestation in Baunatal. Und Melanie Hochgrebe von der Diakoniestation Cappel (Marburg) ergänzte: "Eigentlich müsste jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter aus den Diakoniestationen hier teilnehmen."

„Pflege ist nicht nur Körperpflege, Pflege unterstützt die Menschen in ihrem Lebenssystem umfassend und differenziert", erläuterte Stefan Euler, Fachreferent im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck (DWKW) und einer der Organisatoren des Programms, zum Hintergrund des Kurses.

Pflegebedürftige und ihre pflegenden Angehörigen sind nach seinen Worten heute auf sehr differenzierte Informationen angewiesen. Entscheidungen bräuchten Zeit, zum Entwickeln oder Finden von Handlungsalternativen seien oft intensive Beratungen notwendig. Auch das Zurechtfinden im komplizierten Leistungsrecht der Kranken- und Pflegeversicherung fiele einem Laien sehr schwer; ohne Hilfe sei die Orientierung oft unmöglich.

„Die Pflegeberatung der Diakonie reduziert sich nicht auf die reine Weitergabe von Informationen, sondern ist vor allem prozesshafte Beratung. Mit den Ratsuchenden gemeinsam werden Lösungen und Handlungsalternativen für mögliche Problem- und Belastungssituationen gesucht, Lebenswelt und Bedürfnisse der Ratsuchenden werden berücksichtigt und einbezogen", so Euler weiter. Ältere Menschen und deren pflegende Angehörige bräuchten nicht nur unmittelbare Unterstützung, sie benötigten auch immer mehr Informationen zum Hilfesystem und vor allem Beratung zum Unterstützungsprozess. Die pflegenden Angehörigen seien mit komplexen Fragestellungen zu Gesundheit und Pflegebedürftigkeit konfrontiert, unterschiedliche Ansprechpartner und Zuständigkeiten sowie verschiedene Kostenträger und Leistungssystematiken erschwerten die Orientierung. Hier sollen die Pflegeberaterinnen und Pflegeberater beraten und unterstützen.

Die Absolventen des vierten Kurses waren:

Natalie Borberg (Bad Hersfeld), Sonja Käufer (Bad Hersfeld), Anke Schmadtke-Rath (Melsungen), Martina Schmidt (Hofgeismar), Lydia Ebbrecht (Hofgeismar), Anna-Lena Schneider (Frankenberg), Heike Heß (Baunatal), Eberhard Heim (Tann/Rhön), Christa Schinköthe (Bad Wildungen), Ilona Kroliczek (Bad Wildungen), Eva-Maria Aap (Hünfeld), Renate Wolf (Rodenbach) und Melanie Hochgrebe (Marburg).

Pflegeberatung

Das Qualifizierungsprogramm der Diakonie zur Pflegeberatung startete im Jahr 2008 mit dem Ziel, das Kompetenzprofil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Pflegeberuf zu erweitern. Den hohen Wert dieser Zielsetzung hebt auch Bundesministerin Schröder in einer aktuellen Pressemitteilung über die Fachkräftesituation in der Altenpflege hervor.

Die Pflegeberaterinnen und Pflegeberater der Diakonie unterstützen beratend in allen Pflegefragen und bei der Hilfsmittelwahl, helfen bei der Entscheidung über die richtige Pflegeleistung und geben Tipps zu entlastenden Verhaltensweisen in der häuslichen Pflege. Sie stellen Kontakte zu Gesprächskreisen her und vermitteln die Ersatzpflege, wenn pflegende Angehörige Zeit für sich benötigen oder aus anderen Gründen an der Pflege gehindert sind.

Die Fachweiterbildung zur Pflegeberaterin/zum Pflegeberater (Diakonie) hat die Bundesakademie für Kirche und Diakonie gemeinsam mit dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland entwickelt. Diese Weiterbildung schafft für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Diakoniestationen ein solides Kompetenzfundament zu einer Pflegeberatung, in deren Fokus die Angehörigen von Pflegebedürftigen stehen.

Ziel dieser Beratung ist es, pflegende Angehörige für ihre verantwortungs- und anspruchsvolle Tätigkeit zu stärken und zu entlasten.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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23.01.2011
Ehemaliger Landesdiakoniepfarrer Dr. Friedrich Thiele 85 Jahre alt

Landespfarrer i.R. Dr. Friedrich Thiele, der fast 20 Jahre an der Spitze des Diakonischen Werks in Kurhessen-Waldeck e.V. stand, feierte am 23. Januar seinen 85. Geburtstag.

In seine Amtszeit von 1969 bis 1988 fiel eine große Erweiterung der Aktivitäten des Diakonischen Werkes, das bei seinem Ausscheiden mehr als 450 einzelne Einrichtungen mit fast 7.500 Mitarbeitern zählte. Er setzte sich unter anderem für den Ausbau der Suchtkranken-, Asylbewerber- und Aussiedlerhilfe sowie für die Errichtung von Diakoniestationen ein. Außerdem hatte der ehemalige Landespfarrer das Diakoniegesetz der Landeskirche aus dem Jahr 1975 wesentlich mitgeprägt.
Friedrich Thiele wurde 1926 in Wisconsin/USA geboren, wo sein Vater als Pastor einer deutschsprachigen Gemeinde arbeitete. 1934 kehrte die Familie zurück in das Gebiet der lippischen Landeskirche. Nach dem Theologiestudium in Bethel, Heidelberg, Uppsala, Münster und Amsterdam war Thiele dort Pfarrer, zuletzt im Diakonissenhaus Detmold. 1969 wurde er Landespfarrer für Diakonie in Kurhessen-Waldeck. Auch in seinem Ruhestand in Kassel ist Thiele ehrenamtlich in diakonischen und kirchlichen Leitungsgremien aktiv.

Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333

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