Archiv 2009
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Die Einkommensarmut und eine soziale Ausgrenzung führen verstärkt in die Wohnungsnot. Auf diesen Missstand weist kurz vor Weihnachten die Arbeitsgemeinschaft (AG) Wohnungslosenhilfe im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck hin.
Nach Angaben von Martin Schenker, Vorsitzender der AG, landet nicht jeder, der von Armut und Ausgrenzung betroffen ist, unweigerlich auf der Straße. „Aber der Weg in Richtung Verliererstraße ist bereits eingeschlagen. Und es ist eine Einbahnstraße. Armut bedeutet nicht nur Entbehrung, sie geht einher mit Demütigung – man wird nicht gebraucht – und schränkt Teilhabe ein. Wir müssen aufpassen, dass die Wohnungslosigkeit bei vielen Betroffenen sich nicht verfestigt und zum Gewöhnungszustand wird.“
Integration in die Gesellschaft vollzieht sich nach Aussage des Vorsitzenden in starkem Maße über Beschäftigung. Vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich die Situation für wohnungslose Menschen verschärft. So war es in vergangenen Jahren in Einzelfällen möglich, einen Teil der Menschen, die durchaus arbeitsfähig sind, z. B. über Zeitarbeitsfirmen in ein sozialversichungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis zu vermitteln. Dies ist heute weitaus schwieriger geworden. In der Regel finden heute Menschen in „besonderen sozialen Schwierigkeiten“ (ehemals Wohnungslose) weder auf dem ersten noch auf dem zweiten Arbeitsmarkt eine Möglichkeit der Teilhabe am gesellschaftlichen Geschehen, besonders wenn in ihren Biografien Aufenthalte in z.B. Haftanstalten oder der stationären Rehabilitation enthalten sind.
Nach den neuesten Zahlen der Arbeitsgemeinschaft haben sich in Kurhessen-Waldeck am Stichtag 26.11.2009 insgesamt 330 Personen (269 Männer und 61 Frauen) an die Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe im DWKW gewandt, da sie in anderen Hilfesystemen nicht untergekommen sind. Von ihnen leben 14 Personen in Biwaks oder Notunterkünften. Im Jahr 2008 waren es gerade einmal 3 Personen. 6 Personen beziehen über den ersten und 8 Personen über den zweiten Arbeitsmarkt ein bescheidenes Einkommen. Der überwiegende Teil jedoch (163 Personen) bezieht laufende ALG II-Leistungen. Weitere Einkommensmöglichkeiten sind z.B. Tagessätze (24) und Rente/Pension (21).
Beispiel Herr X
Der drohende Wohnungsverlust und die Schwierigkeiten gesellschaftlicher Integration jüngerer Menschen werden an einem Beispiel aus dem Betreuten Wohnen deutlich:Herr X., Anfang 20, kam wegen besonderer Schwierigkeiten in die Sprechstunde des „Betreuten Wohnens“, einer Einrichtung des Diakonischen Werkes Kassel, und bat um Hilfe und Unterstützung. Seine Mutter war früh verstorben und der Vater Alkoholiker. Herr X. startete daraufhin mit 17 Jahren einen Versuch, einen eigenen Haushalt zu gründen. Wiederholte Versuche, mit einer Wohnung auf eigenen Beinen zu stehen misslangen, da er selbst ein Alkoholproblem entwickelte, keine Erfahrungen mit einem eigenen Haushalt hatte und auf keinerlei soziale Unterstützung zurückgreifen konnte. Herr X. hielt sich seit Kindheitstagen im verwahrlosten Milieu auf, wurde als Jugendlicher straffällig und hatte keinen Beruf erlernt. Herr X. kannte keine Regeln, hielt Termine nur unregelmäßig ein, hatte keinerlei Struktur in seinem Alltag. Geprägt durch eine ungünstige Kindheit und ein negatives Umfeld gelang es ihm nicht, in normalen gesellschaftlichen Bezügen Fuß zu fassen. Ziele waren durchaus vorhanden, auch wenn er sein Hauptziel zunächst negativ formulierte: „Ich möchte nicht wie mein Vater werden“. Erst durch die Hilfe der Ev. Wohnraumhilfe in Form eines Mietvertrages über eine eigene Wohnung und die Begleitung im Betreuten Wohnen gelangen erste Schritte zur Eingliederung in die Gesellschaft. Neben der Wohnraumversorgung und persönlicher Unterstützung ist für diesen Neuanfang auch die Möglichkeit, eine Ausbildung zu absolvieren ein Motivationsschub. Eine weitere enge Begleitung in der Wohnungslosenhilfe ist wichtig, um einen Rückfall in erneute Wohnungslosigkeit zu vermeiden und eine beginnende Integration (Distanz vom Milieu) abzusichern. Es geht vor allem darum, in den Hilfestellungen Strukturen zu schaffen, die Herrn X. dies ermöglichen und Alltagsfähigkeiten (Durchhalten etc.) zu trainieren.
Hintergrund AG Wohnungslosenhilfe
In der Arbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck haben sich die Mitgliedseinrichtungen zusammengeschlossen, die sich hauptamtlich mit der Hilfe für Wohnungslose beschäftigen. Ihre Angebote helfen in akuten Notlagen (in den wichtigsten Lebensbereichen: Wohnen, Sicherung des Lebensunterhalts, Arbeit, Ausbildung, Alltag, Gesundheit), sie sind gemeindenah organisiert und unterstützen präventiv. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe schätzt die rückläufige Zahl der tatsächlich wohnungslosen Menschen 2008 laut einer Pressemitteilung vom 18.11.2009 auf bundesweit 227.000 Menschen und die Zahl der von Wohnungslosigkeit bedrohten Menschen auf 103.000.
Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333
Kassel. Das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck (DWKW) fordert die Arbeits- und Sozialminister der Länder sowie Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen nach dem Scheitern der Gespräche am Montag auf, an der Grundidee der Arbeitsmarktreform von 2004 festzuhalten. Wichtig sei es, Hilfen aus einer Hand für Langzeitarbeitslose anzubieten.
Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333
Der Verwaltungsrat des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e.V. (DWKW) hat den Juristen Dr. Harald Clausen zum Nachfolger von Reinhard Löwer gewählt, der seit 35 Jahren - davon 14 Jahre als Direktor – im DWKW beschäftigt ist und im Sommer 2010 in den Ruhestand gehen wird. Dr. Clausen seinerseits ist seit 10 Jahren als Justiziar im DWKW tätig.
„Ich bin sehr erfreut darüber, dass der Verwaltungsrat mit der Wahl von Dr. Clausen ein klares Zeichen für eine Kontinuität in unserem Haus gesetzt hat“, erläuterte Landespfarrer Oberlandeskirchenrat Dr. Eberhard Schwarz, der gemeinsam mit dem Direktor die Geschäftsführung des DWKW bildet.
Der gebürtige Kasseler Dr. Harald Clausen (Jahrgang 1964) studierte nach dem Abitur am Wilhelmsgymnasium und einer Ausbildung zum Bankkaufmann Jura an der Universität in Göttingen. Der Abschluss erfolgte 1995 mit dem zweiten Staatsexamen, die Promotion folgte im Jahr 1999. In der Zeit von 1995 bis 1998 war er als Rechtsanwalt in Göttingen tätig, bevor er 1998 zum DWKW wechselte. Seine betriebswirtschaftliche Kompetenz vertiefte der Jurist in einem berufsbegleitenden „Intensivkurs Betriebswirtschaftslehre“ an der Fernuniversität Hagen in den Jahren 2002 und 2003.
Dr. Clausen ist ehrenamtlich als Vorsitzender des Aufsichtsrats des Baunataler Diakonie Kassel e.V. und als Mitglied des Aufsichtsrats der Diakonie Kliniken gGmbH (Diakonissen- und Burgfeldkrankenhaus in Kassel) tätig. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt mit seiner Familie in Kassel.
Das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck e.V. (DWKW) mit Sitz in Kassel ist der evangelische Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege in einem Gebiet von Bad Karlshafen in Nordhessen bis zum Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim, einschließlich des Kirchenkreises Schmalkalden in Thüringen. Der Verband vertritt die Interessen von derzeit rund 210 Mitgliedern (Vereine, Stiftungen, gemeinnützige GmbHs, Evangelische Kirchenkreise und -gemeinden, Evangelische Kindertagesstätten, landeskirchliche Zweckverbände). In deren gut 600 Einrichtungen arbeiten momentan rund 12.500 Hauptamtliche und ungezählte Ehrenamtliche. Darüber hinaus ist das DWKW Träger des Evangelischen Fröbelseminars. Die Geschäftsführung des DWKW übernimmt ein zweiköpfiger Vorstand, bestehend aus dem Landespfarrer und dem Direktor.
Der Verwaltungsrat überwacht die Tätigkeit des Vorstandes im Hinblick auf die Ausrichtung der Gesamtarbeit und die sachgemäße Erfüllung der sich daraus ergebenden Aufgaben. Dazu gehört auch die Wahl des Landespfarrers, der gleichzeitig Vorstandsvorsitzender ist, und des Direktors als weiteres Vorstandsmitglied.
Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333
Kassel. Die Arbeitsgemeinschaft Diakonischer Dienste (AGDD) in der Region Kassel äußert sich zum von Stadtkämmerer Dr. Jürgen Barthel vorgeschlagenen „Kassel-Ticket“: „Verbilligte Tickets sind grundsätzlich positiv, weil dann für Transferleistungsempfänger mehr Geld zur Verfügung steht. Es bleibt aber ein Widerspruch, dass die Höhe der Sozialleistungen die Kosten des öffentlichen Nahverkehrs nicht decken“, erläuterte Pfarrer Gerd Bechtel, Vorsitzender der AGDD Kassel.
Dr. Barthel hatte ein Monatsticket für 30 Euro vorgeschlagen, das ab 9 Uhr im Stadtgebiet gültig sein solle und damit etwas preisgünstiger wäre als das bereits eingeführte Diakonieticket mit Gültigkeit im Kassel-Plus-Bereich für 35,70 Euro. Das neue „Kassel-Ticket“ läge damit im Preis aber noch deutlich über dem vorgesehenen Anteil für Mobilität z.B. im Regelsatz des Arbeitslosengeldes II.
„Wir gehen davon aus, dass das vom Diakonischen Werk Kassel und der KVG angebotene Diakonieticket in der bisherigen Form im gesamten NVV-Gebiet weiter vertrieben wird. Das vorgeschlagene Kassel-Ticket kann somit als eingeschränkte und verbilligte Variante des Diakonietickets verstanden werden. Es erfüllt aber nicht die Kriterien eines Sozialtickets“, ergänzte Uwe Seibel, Geschäftsführer der AGDD und Sachgebietsleiter im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck.
Daher fordere man gemeinsam mit der Initiative für ein Sozialticket in Kassel weiterhin die Einführung eines Soziatickets für Kassel und Umgebung, das diesen Namen auch zu Recht trägt. „Wir erkennen die Problematik der Finanzierbarkeit: Trotzdem dürfen andere soziale Leistungen für ein solches Ticket nicht weiter gekürzt werden“, meinte der Geschäftsführer abschließend.
Arbeitgemeinschaft Diakonischer Dienste (AGDD)
In allen Landkreisen im Bereich des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck bestehen Arbeitsgemeinschaften Diakonischer Dienste (AGDD), in Kassel eine gemeinsame AGDD für Stadt und Landkreis. In den AGDD sind die diakonischen Träger und Einrichtungen der Region und die jeweiligen Kirchenkreise zusammengefasst. Sie vertreten gemeinsame Interessen gegenüber den Städten und Landkreisen und planen diakonische Aufgaben in der Region. Unter dem alle verbindenden Zeichen des Kronenkreuzes repräsentieren sie die Diakonie vor Ort.
Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333
Der Erstausgabetag der Weihnachtsmarken 2009 der Wohlfahrtsverbände ist der 12. November 2009. Darauf weist das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck e.V. hin.
Die Weihnachtsmarken zeigen in diesem Jahr die Anbetung und Beschenkung des Jesuskindes als wertvolle Initialen. Die 45 Cent Weihnachtsmarke trägt den Titel „Anbetung der Könige“ und die 55 Cent Marke den Titel „Geburt Christi“. Dazu kommen jeweils 20 bzw. 25 Cent Zuschlag, die für die Arbeiten innerhalb der Diakonie eingesetzt werden. Unternehmen und Privatpersonen, die ihre Weihnachtspost mit diesen aussagekräftigen Weihnachtsmarken frankieren, zeigen, dass sie ein Herz für hilfsbedürftige Menschen haben.
Erhältlich sind die Weihnachtsmarken ab sofort portofrei beim Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck e.V., Susanne Koch, Kölnische Straße 136, 34119 Kassel unter (0561) 1095-103 oder s.koch@dwkw.de
Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333
Kassel. Die gesamtpolitischen Umstände machen die Arbeit der Diakonie schwieriger. Dieses Fazit zog am 4. November 2009 der Vorstand des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e.V. (DWKW) anlässlich seiner Mitgliederversammlung im Kurhessischen Diakonissenhaus in Kassel.
Zu den über 200 Mitgliedern zählen neben diakonischen Einrichtungen und Trägern aus der Region auch die Kirchenkreise der Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck. Das DWKW als Spitzenverband berät nicht nur die unterschiedlichen diakonischen Einrichtungen und Träger in fachlicher und rechtlicher Hinsicht, sondern vertritt diese auch auf dem Feld der Sozialpolitik.
Der Vorstandsvorsitzende des DWKW, Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz, zeigte sich in seinem Bericht besorgt über die derzeitige sozialpolitische Situation im Land Hessen. Nach Bildung der neuen Landesregierung herrsche große Unsicherheit über die politischen Absichten des Ministeriums für Arbeit, Familie, Gesundheit (MAFG), wie das ehemalige Sozialministerium nun heißt. Dies wirkt sich z.B. im Bereich der Kindertagesstätten aus, wo etwa im Blick auf die Mindestverordnung, aber auch die Umsetzung des Bildungs- und Erziehungsplanes 0 – 10 bei den beteiligten Akteuren Ratlosigkeit und Verwirrung bestehe.
Dr. Schwarz ging auch auf die derzeitige Diskussion um die Heimerziehung der 50er und 60er Jahre ein: „Wir stehen in der Verantwortung, die Geschichte der Heimerziehung und damit die Erlebnisse ehemaliger Heimkinder aufzuarbeiten. Dazu gehört für mich zunächst das Erschrecken darüber, wie sehr auch diakonische Einrichtungen verwoben waren in den damaligen Zeitgeist. Sodann, und dies ist mir ein besonderes Anliegen, bedauere ich zutiefst das Leid, das Kindern und Jugendlichen in jenen Jahren in den Einrichtungen der Jugendhilfe zugefügt wurde. Diese Misshandlungen und Demütigungen dürfen nicht relativiert werden. Im Rahmen der Fürsorgeerziehung ist damals die Würde einer Vielzahl von Menschen nachhaltig verletzt worden. Aus heutiger Sicht waren die damaligen Vorgehensweisen für die Kinder und Jugendlichen entwürdigend und menschenverachtend. Im Rahmen einer Anhörung im Hessischen Landtag Ende Oktober haben wir die Erfahrungen und Positionen der Diakonie eingebracht.“ Er verwies in diesem Zusammenhang auch auf den runden Tisch in Berlin, der sich auf Bundesebene mit dem gleichen Thema beschäftigt. „Den beiden diakonischen Landesverbänden in Hessen ist es ein wichtiges Anliegen, die Rechte von Kindern und Jugendlichen in unseren Einrichtungen zu stärken. Hierzu wurde 2008 das Projekt „Netzwerk: Recht bekommen“ gemeinsam mit der Caritas initiiert. Ziel des Netzwerkes ist es, Kinder, Jugendliche und ihre Eltern bei der Wahrnehmung ihrer Rechte zu unterstützen,“ meinte der Vorstandsvorsitzende abschließend.
Neue Struktur von hauptamtlichem Vorstand und Verwaltungsrat
Pfarrer Horst Rühl, Vorsitzender des Verwaltungsrates des DWKW, verwies darauf, dass sich mit einer durch die Mitgliederversammlung beschlossenen Satzungsänderung das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck eine straffere Struktur gegeben hat. Zukünftig wird das operative Geschäft des Verbandes allein durch den Landespfarrer und den Direktor als hauptamtlichen Vorstand und nicht mehr durch einen mehrköpfigen ehrenamtlichen Vorstand verantwortet. Demgegenüber wächst mit dieser Änderung die Verantwortung des Verwaltungsrates.
Ausgeglichener Haushalt
Wie in den letzten Jahren auch konnte Direktor Reinhard Löwer in seinem Bericht über einen ausgeglichenen Haushalt informieren. Demnach liegt die Bilanzsumme bei 22,8 Millionen Euro. Zu 66 % finanziert sich das Werk aus Zuwendungen der Landeskirche und öffentlichen Mitteln, die restlichen 34 % kommen aus Mitgliedsbeiträgen und Umsatzerlösen zentraler Dienstleistungsbetriebe (Treuhandstelle, Zentrale Gehaltsabrechnungsstelle). Aber die allgemeine Finanzentwicklung geht auch am DWKW nicht spurlos vorbei. Die Zuschüsse halten mit den steigenden Kosten nicht mehr Schritt. Daher wird das Diakonische Werk bei Ausscheiden von Mitarbeitern zukünftig intensiv prüfen, ob die Stelle wieder besetzt werden muss oder eingespart werden kann.
Kooperation mit dem DW in Hessen und Nassau
Ein wichtiger Meilenstein in der Kooperation mit dem Diakonischen Werk in Hessen und Nassau war die Gründung der „Diakonie Hessen GmbH“ am 30. März 2009. Nach Angaben von Landespfarrer Dr. Schwarz hat die gemeinnützige GmbH die Aufgabe, die Diakonie in Hessen nach außen öffentlichkeitswirksam und verbindlich auftreten zu lassen. Dazu wurde die Rechtsform einer GmbH gewählt: die Diakonischen Werke in Hessen und Nassau sowie in Kurhessen-Waldeck sind die einzigen Gesellschafter, die zu gleichen Anteilen diese GmbH gegründet haben. Die Vorstandsvorsitzenden der beiden Diakonischen Werke, Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz und Pfarrer Dr. Wolfgang Gern (DWHN) sind die Geschäftsführer dieser GmbH. „Diese Gesellschaft stellt einen Zwischenschritt dar auf dem Weg zu einer Fusion der beiden Vereine. Wir hoffen, dass wir dieses Ziel im Jahre 2012 erreichen können. Wenn die beiden Vereine fusioniert sind, hat die Gesellschaft ihre Schuldigkeit getan und wird wieder aufgelöst. Ein Zwischenschritt also, aber ein wichtiger. Zeigen wir doch damit in verbindlicher Form an, wo wir hin wollen: zu einem Diakonischen Werk in Hessen,“ so der Landespfarrer abschließend.
Vertreter(in) für den Bereich der übergemeindlichen Diakonie:
• Herr Pfr. Maik Dietrich-Gibhardt, Vorstandsvorsitzender des DW Oberhessen
Vertreter(in) für den Bereich der diakonischen Einrichtungen:
• Herrn Rüdiger Rohe (Wiederwahl)
Weitere geeignete Personen, durch die Mitgliederversammlung zu wählen:
• Herr Uwe Heidemann (Wiederwahl)
• Herr Pfr. Karl Daniel Leonhäuser (Wiederwahl)
Neuwahlen, die bei Annahme der Satzungsänderung durch das Registergericht in Kraft treten:
• Frau Dekanin Claudia Brinkmann-Weiß, Kirchenkreis Hanau-Stadt
• Frau Pfrin. Barbara Eschen, Vorstandsvorsitzende des Hessischen Diakoniezentrums Hephata e.V., Schwalmstadt
Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333
Mit insgesamt 1 Million Euro fördert die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) Projekte der Kirchengemeinden, die sich mit dem Thema Armut auseinandersetzen.
„Wir setzen mit dem Geld einen Beschluss der Landessynode vom Herbst 2008 um, in dem wir unsere Kirchengemeinden aufgefordert haben, sich in vielfältigen Projekten mit dem Thema zu beschäftigen. Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck hat dazu eine Projektbeschreibung mit Förderrichtlinien erstellt, die darüber Auskunft gibt, wie man die Fördergelder bekommen kann,“ erläuterte Prof. Dr. Martin Hein, Bischof der EKKW.
Die Landessynode hatte am 25. November 2008 anlässlich ihrer Herbsttagung in Hofgeismar im Zusammenhang des Diakonieberichts durch den Landespfarrer für Diakonie Oberlandeskirchenrat (OLKR) Dr. Eberhard Schwarz eine Stellungnahme zur gestiegenen Armut in Deutschland abgegeben.
Der Rat der Landeskirche wurde seinerzeit von der Landessynode beauftragt, Mittel zur Verfügung zu stellen, die die Kirchengemeinden unterstützen, Initiativen zur Armutsbekämpfung und Konzeptionen zur nachhaltigen Integration sozial benachteiligter Menschen zu entwickeln bzw. fortzuführen. Die Landessynode forderte zugleich die Kirchengemeinden auf, „sich intensiv mit dem Armutsthema vor Ort zu beschäftigen und nach Wegen zu suchen, wie die Integration von gesellschaftlich ausgegrenzten Menschen gelingen kann.“. Mit den jetzt bereitgestellten 1 Million Euro für Kirchengemeinden sollen in den nächsten vier Jahren entsprechende Projekte gefördert werden.
Anträge
Antragsteller ist die Kirchengemeinde. Sie wird bei der Ausarbeitung des Gemeindeprojektes, dem Antragsverfahren und bei der Projektdurchführung und dessen Evaluation durch das regionale Diakonische Werk beraten und begleitet. Außerdem können Kirchenkreise oder regionale Diakonische Werke Anträge auf Förderung stellen, wenn mindestens mit einer, eventuell mit mehreren Kirchengemeinden, eine konkrete Projektplanung vereinbart wird. Die erforderlichen Antragsformulare stellt das Landeskirchenamt zur Verfügung. Die fachliche Prüfung des Antrages erfolgt durch das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck. Über den Antrag entscheidet das Diakoniedezernat in Absprache mit dem Haushaltsdezernat der Landeskirche.
Projektträger ist die Kirchengemeinde oder ein Kirchenkreis/ reg. Diakonisches Werk unter Beteiligung einer oder mehrerer Kirchengemeinden. Die Beteiligung von freien diakonischen Trägern aus der Region ist erwünscht. Nach Möglichkeit sollen auch weitere Kooperationspartner - Schule, Kommune, Kindertagesstätten, Vereine, Behörden, Unternehmen, Initiativen etc. - eingebunden werden.
Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333
Unter dem Motto „Hier spielt das Leben“ informierte der neu gegründete nordhessische Verbund Glücksspielsucht der Diakonie am 17. September über seine Tätigkeiten und Ziele.
In dem Verbund haben sich die regionalen Diakonischen Werke Waldeck-Frankenberg, Hersfeld-Rotenburg, Eschwege-Witzenhausen, Schwalm-Eder-Kreis, Marburg und Kassel zusammengeschlossen, um ein flächendeckendes Beratungs-, Behandlungs- und Präventionsangebot für Menschen mit Glücksspielproblemen und deren Angehörigen in der Region Nordhessen zu schaffen. Der Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e.V., Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz, meinte als Vertreter des Landesverbandes dazu: “Ich freue mich, dass die regionalen Diakonischen Werke in Nordhessen sich zu diesem Verbund zusammengetan haben. Wir als Landesverband begrüßen diesen Schritt, zeigt er doch, wie wichtig der Netzwerkgedanke ist. Und wie bedeutungsvoll dieser Schritt ist, zeigen die aktuellen Zahlen zu den Umsätzen aus den einzelnen Regionen. Es ist schon erschreckend, wie viele Menschen in unserer Region betroffen sind.“
Hintergrund für die Gründung des Verbundes ist das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum staatlichen Glücksspielmonopol und dem neuen hessischen Glücksspielgesetz, das zum 01.01.2008 in Kraft getreten ist. In diesem Zusammenhang „ … stellt das Land Hessen (§ 3 Glücksspielsuchtprävention) nach Maßgabe des Haushaltsplanes einen angemessenen Anteil der Spieleinsätze in Hessen für ein Netz von Beratungsstellen im Hinblick auf Glücksspielsucht, für die fachliche Beratung und Unterstützung des Landes bei der Glücksspielaufsicht, zur Beratung des Landes über geeignete Maßnahmen zur Glücksspielsuchtprävention (…) zur Verfügung“.
In Hessen wurden daraufhin 13 Stellen „Fachberatung Glücksspielsucht“ befristet auf drei Jahre eingerichtet, die als Ziel eine Personalverstärkung der Beratungs- und Präventionsarbeit bei der Glücksspielsucht in 15 ausgewählten Suchtberatungsstellen hat. Diese Suchtberatungsstellen sollen zu Schwerpunktberatungsstellen für Glücksspielsucht und –prävention ausgebaut werden. Die Hessische Landesstelle für Suchtfragen (HLS) hat dabei die Koordination übernommen.
Neue befristete Stellen
So konnten die Suchtberatung Kassel 1 ½ Fachberater Glücksspielsucht, die Suchtberatungen Eschwege und Bad Hersfeld jeweils ½ Fachberater Glücksspielsucht und die Suchtberatung Marburg 1 Fachberater Glücksspielsucht für jeweils vier Jahre einstellen. Der Verbund der regionalen Diakonischen Werke wurde gegründet, um für die gesamte Region Nordhessen flächendeckend Versorgungsangebote für von der Glücksspielsucht Betroffene anbieten zu können. Der Kreis Waldeck-Frankenberg und der Schwalm-Eder-Kreis werden in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Suchtberatungsstellen und der Allgemeinen Sozial- und Lebensberatung der Diakonie mitversorgt. Für das Diakonische Werk Waldeck-Frankenberg mit seinen Standorten in Korbach, Bad Arolsen, Bad Wildungen und Frankenberg geschieht dies über Fachberater, die von Kassel und Marburg in den Landkreis kommen. Gleiches gilt für das Diakonische Werk Schwalm-Eder mit seinem Beratungsstandort Homberg(Efze).
Ziele des Verbundes
Nach repräsentativen Erhebungen der Uni Bremen (Bisdro 2006) zum Vorhandensein von Glücksspielsucht in der bundesdeutschen Bevölkerung werden ca. 265.000 Personen als pathologische Spieler eingestuft. Damit liegt das anzunehmende Ausmaß der Glücksspiel-problematik mindestens in der Größenordnung der Zahl an Drogenabhängigen.
Der Nordhessische Verbund Glücksspielsucht der Diakonie hat sich zum Ziel gesetzt, in Nordhessen ein ausdifferenziertes Angebot für Menschen mit Glücksspielproblemen zu bieten:
vom Erstgespräch bis zur ambulanten Therapie und Nachsorge ist ein umfassendes Angebot entstanden und kann in den Suchtberatungsstellen und den Außenstellen der diakonischen Werke in Nordhessen in Anspruch genommen werden. Ein wichtiger Schritt, um die Angebote bekannt zu machen, ist die Fertigstellung der gedruckten Medien, die im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt wurden.
Weitere Informationen unter www.hier-spielt-das-leben.de
Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333
Mit dem goldenen Kronenkreuz, der höchsten Anerkennung für haupt- oder ehrenamtliches Engagement in der Diakonie, wurde am 5. September Kurt Birkholz ausgezeichnet.
Der Landespfarrer für Diakonie Dr. Eberhard Schwarz bedankte sich anlässlich der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft behinderter Menschen, Angehöriger und Beiräte im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck (AGBM) bei dem langjährigen Vorsitzenden für dessen unermüdlichen Einsatz für die Behinderten und ihre Angehörigen und würdigte somit die mehr als 25-jährige ehrenamtliche Tätigkeit. „Sie haben mit alledem diakonisch gewirkt und unsere Gesellschaft menschenfreundlicher gemacht,“ sagte er zu dem sichtlich überraschten Kurt Birkholz.
Kurt Birkholz begann seine ehrenamtliche Tätigkeit im diakonischen Bereich 1983 als Mitglied im Beirat der Baunataler Werkstatt. Sein Sohn war zwei Jahre zuvor in die Einrichtung gekommen. Ab 1990 bis 2000 war der heute 78-Jährige auch Vorsitzender des Gesamtangehörigenbeirats der Werkstatt. 1994 wurde die AGBM gegründet, deren Vorsitz Kurt Birkholz bis zur Mitgliederversammlung 2009 inne hatte. Er kandidierte aus Altersgründen nicht mehr für eine weitere Wahlperiode als Vorsitzender. Kurt Birkholz lebt mit seiner Frau in Kassel und hat drei erwachsene Kinder.
Neuer Vorstand
Einstimmig wurde während der Mitgliederversammlung auch ein neuer Vorstand gewählt.
Er besteht aus folgenden Personen:
1. Vorsitzender: Konstantin Lauer
2. Vorsitzender: Helmut Rudolph
Kassiererin: Gerlinde Sprecher
Schriftführer: Hellmut Schlauch
Die Beisitzer:
Kurt Birkholz (-Ehrenvorsitzender-)
Peter Berndt
Günter Ritter
Erwin Schwarz
Richard Pinks
Hintergrund: AGBM
In der Arbeitsgemeinschaft behinderter Menschen, Angehöriger und Beiräte im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck (AGBM) haben sich im Jahr 1994 Menschen mit Behinderung, Angehörige, gesetzliche Betreuer, Eltern und Freunde zusammengeschlossen, um sich für die Belange, Sorgen und Interessen dieser Menschen einzusetzen. Die AG ist seit Dezember 1997 Mitglied im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck e.V. (DWKW), dem evangelischen Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Als Dienstleister und Anwalt tätig zu sein, ist elementares Selbstverständnis des DWKW. Fachliche Beratung gehört damit genauso zu seiner Arbeit wie die Förderung von Selbsthilfeinitiativen sozial Benachteiligter.
Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333
Das Spendenergebnis der Aktion "Brot für die Welt" in Kurhessen-Waldeck ist im Jahr 2008 erneut leicht gestiegen. Mit 1.913.359 Euro wurden rund 0,8 Prozent mehr gespendet als im Vorjahr. Das Ergebnis resultiert aus den Spenden und Kollekten in den evangelischen Kirchengemeinden sowie aus Direktspenden auf zentrale Konten.
Bundesweit sank das Spendenergebnis von "Brot für die Welt" um 1,4 Million auf 51,4 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang um 2,6 Prozent.
Wie Claus-Dieter Suß, "Brot für die Welt"-Referent im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck, erklärte, leiden die Menschen in Asien, Afrika und Lateinamerika zunehmend unter den Folgen des Klimawandels. Die globale Erwärmung durch den ungebremsten CO2-Ausstoß zerstöre in den letzten Jahrzehnten gemachte Entwicklungsfortschritte. Der Klimawandel bedrohe durch ausbleibende Niederschläge einerseits und das Ansteigen des Meerspiegels andererseits landwirtschaftliche Anbauflächen.
Die sich ausweitenden Folgen des Klimawandels erforderten die Ausweitung der Projektarbeit in den besonders betroffenen Gebieten, wie z.B. der Küste von Bangladesh, der Südpazifikregion und der Sahelzone. Suß dankte allen Spenderinnen und Spendern, die die Arbeit von "Brot für die Welt" unterstützen.
"Brot für die Welt", das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen in der Bundesrepublik, wurde 1959 in Berlin gegründet. Die Aktion fördert jährliche rund 1000 Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika. Gemeinsam mit ihren Partnern vor Ort leistet sie damit effektive Hilfe zur Selbsthilfe. Am 1. Advent 2009 wird die 51. Aktion "Brot für die Welt" in München eröffnet.
"Brot für die Welt", Konto 200 000,
Evang. Kreditgenossenschaft Kassel, BLZ 520 604 10
Redaktion: Claus-Dieter Suß, Telefon: (05 61) 10 95 - 303
Zum zweiten Mal seit ihrem Bestehen öffnet sich die Tür der Kapelle des Diakonischen Werks in Kurhessen-Waldeck einer breiteren Öffentlichkeit. Sie ist dem Verwaltungssitz in Kassel, Kölnische Straße 136, angegliedert. Das Gotteshaus, das 2003 fertig gestellt wurde, kann am 26. Juni 2009 in der Zeit von 18.00 bis 24.00 Uhr anlässlich der „Nacht der offenen Kirchen“ besucht werden.
„Kirche ist Diakonie und Diakonie ist Kirche. Wir leben Kirche“, sagt der Landespfarrer für Diakonie in Kurhessen-Waldeck, Dr. Eberhard Schwarz. „Unsere tägliche Arbeit als evangelischer Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege hat einen vor allem sozialpolitischen und beratenden Charakter. Oftmals haben wir dabei mit Schicksalen zu tun, die uns nahe gehen und betroffen machen. Gerade hier brauchen wir die Stärkung durch Gottes Wort.“
Um 18.00 Uhr beginnt der Abend mit einem geistlichen Impuls in der Kapelle, die sonst Raum für Gottesdienste und Andachten für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Werks bietet. Anschließend werden jeweils zur halben Stunde mit einer Ton-Bild-Installation die Kapellenfenster erläutert. Diese wurden - wie der gesamte Innenraum - von dem Künstler Tobias Kammerer gestaltet. Die Glaskunst der Fenster zeigt die Werke der Barmherzigkeit und geht auf die Pfingstgeschichte ein.
Besonderer Höhepunkt wird um 21:00 Uhr eine Lesung Claire Buhl-Loeschers sein, die einem breiten Kasseler Publikum als Schauspielerin bekannt ist und zu den Klängen des Saxophonisten Peter Zinngrebe zwei Stücke vortragen wird, in deren Mittelpunkt die Frage nach Anerkennung und Gerechtigkeit steht.
Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333
Nachbesserungen beim Bleiberecht haben Caritas und Diakonie in Hessen unisono bei ihrer jüngsten gemeinsamen Konferenz in Kassel gefordert.
Die Vertreter der kirchlichen Wohlfahrtsverbände in Hessen sehen mit Sorge, dass viele Flüchtlinge zum Jahresende die strengen Anforderungen an die eigene Lebensunterhaltssicherung nicht vorweisen können, ihnen deshalb die Aufenthaltserlaubnis entzogen wird und die Abschiebung droht. Im Rahmen der gesetzlichen Altfallregelung haben viele langjährig geduldete Menschen, die länger als sechs oder acht Jahre in Deutschland leben, bis zum Ende des Jahres 2009 eine Aufenthaltserlaubnis „auf Probe“ erhalten, unter der Voraussetzung, dass sie in der Lage sind, selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen.
„Diese Frist ist nicht realistisch. Denn Geduldete wurden über lange Zeit systematisch vom Arbeitsmarkt ferngehalten. Dass sie gerade jetzt in wirtschaftlich schwierigen Zeiten innerhalb der genannten Frist in der Lage sein sollen, ihren Lebensunterhalt selbst zu sichern, ist unrealistisch“, sagte Oberlandeskirchenrat und Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks in Kurhessen-Waldeck (DWKW) und derzeitiger Vorsitzender der Caritas-Diakonie-Konferenz, in Übereinstimmung mit den Spitzen von Caritas und Diakonie in Hessen.
Schwarz sagte, es sei zunächst notwendig, die Betroffenen beruflich zu qualifizieren, um ihre Selbständigkeit zu fördern. „Gerade Familien mit Kindern, die seit mehr als acht Jahren in Deutschland leben, kann man nicht abschieben, wenn ihre vorläufige Aufenthaltserlaubnis zum 31. Dezember 2009 ausläuft,“ so der Landespfarrer. Statt diese Menschen erneut der Unsicherheit zu überlassen, müssten vernünftige Lösungen gefunden werden.
Die Caritas-Diakonie-Konferenz in Hessen setzt sich dafür ein, so schnell wie möglich eine Fristverlängerung zu beschließen. Um das Ziel, Kettenduldungen abzuschaffen, wirklich erreichen zu können, müsse darüber hinaus auf einen Stichtag gänzlich verzichtet werden.
Daneben fordern die Verbände eine qualitative Verbesserung der Kriterien. So sollte schon der Nachweis genügen, dass man sich ernsthaft um die Sicherung des Lebensunterhaltes bemüht hat. Die faktische Integration in die Gesellschaft, die gerade Kindern sehr häufig gut gelungen ist, sollte ebenfalls stärker berücksichtigt werden. „Darüber hinaus,“ so Schwarz, „muss unabhängig von der Lebensunterhaltssicherung auch kranken, traumatisierten, alten oder pflegebedürftigen und alleinerziehenden Personen ein Bleiberecht gewährt werden.“
Caritas und Diakonie erinnern daran, dass der Hessische Innenminister eine entscheidende und konstruktive Rolle bei der Innenministerkonferenz im November 2006 gespielt habe, als es darum ging, einen Kompromiss bei der Bleiberechtsregelung zu finden. Auch bei der bisherigen Umsetzung liegt Hessen vorn. Nach Rheinland-Pfalz wurden in Hessen bundesweit die meisten Aufenthaltserlaubnisse erteilt, viele davon allerdings nur „auf Probe“.
Deshalb appellieren Caritas und Diakonie, dass auch jetzt von Hessen deutliche Signale ausgehen, die Bleiberechtsregelung nachzubessern.
Stichwort: Caritas-Diakonie-Konferenz in Hessen
Der Konferenz von Caritas und Diakonie in Hessen gehören an:
Caritasverband für die Diözese Fulda, Caritasverband für die Diözese Limburg, Caritasverband für die Diözese Mainz, Diakonisches Werk in Hessen und Nassau, Diakonisches Werk in Kurhessen-Waldeck. Der derzeitige Vorsitzende ist der Vorstandsvorsitzende des DWKW, OLKR und Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz.
Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333
In Deutschland trinkt im Durchschnitt jeder Erwachsene täglich mehr als vier Gläser Alkohol – das ist mehr, als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für unbedenklich hält. Das Bewusstsein für den eigenen Alkoholkonsum zu schärfen, dies ist das Ziel einer bundesweiten Aktionswoche unter dem Motto „Alkohol? Kenn dein Limit“. In Kassel finden aus diesem Anlass die zentralen Aktionstage vom 18. bis 20. Juni in Kooperation mit dem dez Einkaufszentrum statt.
„Mit diesen Aktionen wollen wir möglichst viele Menschen für einen verantwortungsvollen Alkoholkonsum sensibilisieren und freuen uns ganz besonders, dass wir in den drei Tagen diese Kampagne einem breiten Publikum in unserem Haus in Kassel-Niederzwehren präsentieren dürfen“, sagte Amer Sandawi, Center-Manager des dez Einkaufszentrums, in seiner Begrüßung. Neben dem dez Einkaufszentrum, das seine Flächen kostenfrei zur Verfügung gestellt hat, beteiligen sich noch 29 weitere Einkaufszentren an der Aktionswoche, die alle von der ECE-Projektmanagement GmbH & Co. KG mit Sitz in Hamburg betrieben werden.
Bischof mahnt verantwortungsvollen Umgang an
Hochkarätige Personen des öffentlichen Lebens nutzten die Gelegenheit, bei der Eröffnung auf die Gefahren des Alkohols hinzuweisen. So verwies der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein darauf, dass die bei den Aktionstagen zahlreich vertretenen kirchlich-diakonischen Einrichtungen darauf abzielten, zu einem gesunden und ausgewogenen Umgang mit Alkohol hinzuführen. Der nordhessische Polizeipräsident Wilfried Henning erläuterte, dass das Thema Alkohol im weiten Spektrum der polizeilichen Arbeit eine ganz wesentliche Rolle spiele. Dazu gehöre nicht nur die Ahndung bei Vergehen im Hinblick auf „Alkohol im Straßenverkehr“, sondern auch die Aufklärung im Vorfeld mit präventiven Aktionen. Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen hatte in seinem Grußwort in einer zu den Aktionstagen verteilten Broschüre darauf verwiesen, dass alles, was dazu beitrage, Wege in die Sucht zu verhindern oder zu deren Überwindung beizutragen sowie das Wissen um Alkoholmissbrauch zu mehren, willkommen sei. Nach der Eröffnung verteilten Spitzensportler der Polizei und des KSV Hessen Kassel verschiedene von der Juice-Box gemixte alkoholfreie Cocktails.
Stichwort Aktionswoche Alkohol
Bundesweiter Veranstalter der Aktionswoche vom 13. bis 21. Juni 2009 sind die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) e.V. sowie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Die Schirmherrschaft hat die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, übernommen. Zahlreiche Veranstaltungen in Einkaufszentren, auf Sportplätzen, in Restaurants, Unternehmen, Kirchen, Arztpraxen und Apotheken sollen jeden Einzelnen dazu anregen, das eigene Trinkverhalten ehrlich einzuschätzen. „Denn Prävention beginnt bei der Frage, welche selbstverständliche Bedeutung Alkohol für uns im Alltag hat, welche Regeln gelten und wo der oftmals schleichende Übergang zum riskanten Alkoholkonsum einsetzt“, so Bätzing.
Weitere Informationen zur Aktionswoche im dez-Einkaufszentrum in der Broschüre.
Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333
Unter dem Slogan "Weil wir es wert sind" hat die Diakonie eine Aktion für mehr Anerkennung und Wertschätzung in der Pflege gestartet.
Im Rahmen der Aktion setzen sich Pflegekräfte, Pflegebedürftige und die Bevölkerung gleichermaßen für eine Anerkennung und Wertschätzung der Pflege ein. Anlässlich des Deutschen Pflegekongresses 2009 fordert das Diakonische Werk der EKD gesetzliche Rahmenbedingungen für eine zukunfts- und wertorientierte Pflege zu schaffen und die Sozialgesetzgebung entsprechend anzupassen.
„Die Qualität der Pflege und Arbeitsplätze in diakonischen Diensten und Pflegeheimen sind in Gefahr“, betont Klaus-Dieter Kottnik, Präsident des Diakonischen Werkes der EKD. Er fordert die Politik daher zum Handeln auf: „Mindestlöhne lösen das Problem nicht. Wir fordern ganz konkret eine Anpassung der Sozialgesetzgebung. Tariflöhne sollen respektiert und vollständig refinanziert werden.“ Derzeit beruhe die volle Finanzierung der Pflege auf dem Wohlwollen der Leistungsträger. Diese sollten aber gesetzlich dazu verpflichtet werden, geltendes Arbeitsrecht anzuerkennen, so Kottnik weiter. Nicht allein die ortsüblichen Vergütungen sollten Maßgabe sein, sondern Tarife ebenso wie kirchliche Arbeitsrechtsregelungen.
Ziel der Diakonie ist es, ihre Forderungen zum Thema der künftigen Bundesregierung zu machen. Der Wert der Pflege soll anerkannt werden – ideell und finanziell. WEIL WIR ES WERT SIND.
In Deutschland sind bereits heute mehr 2,25 Millionen Menschen täglich auf Pflege und Betreuung angewiesen. Tendenz steigend. In diakonischen Pflegeeinrichtungen arbeiten derzeit nahezu 100.000 Mitarbeitende. Die Diakonie legt Wert auf eine intensive Zuwendung und hohe Qualität der Pflege. Das erfordert qualifizierte Mitarbeitende und eine leistungsgerechte Vergütung. Nur die Anpassung des gesetzlichen Rahmens kann eine qualitätvolle Pflege dauerhaft sichern.
Redaktion: Claus-Dieter Suß, Telefon: (0561) 10 95 - 303
Erneut haben 13 Pflegefachkräfte aus verschiedenen nordhessischen Diakoniestationen ihre Weiterbildung zur Pflegeberaterin/Pflegeberater (Diakonie) erfolgreich abschließen können.
Mit sehr viel Ehrgeiz und Engagement haben sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter innerhalb einer 120 Stunden umfassenden Qualifizierungsmaßnahme im Christlichen Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe (CBG) in Kassel für die Beratung von pflegenden Angehörigen fit gemacht und ihre Kompetenzen gestärkt. Damit hat das CBG mit dem jetzigen und dem vorausgegangenen Kurs insgesamt 26 Pflegefachkräfte von Diakoniestationen für die Pflegeberatung qualifiziert und freut sich mit ihnen über den erfolgreichen Abschluss.
Ältere Menschen und deren pflegende Angehörige brauchen nicht nur unmittelbare Unterstützung, sie benötigen neben Informationen vor allem eine persönliche Beratung. Pflegende Angehörige sind mit komplexen Fragestellungen zu Gesundheit und Pflegebedürftigkeit konfrontiert, unterschiedliche Ansprechpartner und Zuständigkeiten sowie verschiedene Kostenträger und Leistungssystematiken erschweren die Orientierung. Dies hat auch Svenja Dittrich, die Ihren Kurs gerade erfolgreich abgeschlossen hat, erfahren: „Bei der heutigen umfassenden Pflege ist Pflegeberatung ein nicht wegzudenkender Bereich, der ausbaufähig ist und sein wird. Für mich persönlich bedeutet diese Weiterbildung der richtige Weg um professionell beraten zu können. Noch sind die Türen für die Pflegestützpunkte nicht geöffnet, aber wir als Fachpersonal in der Alten- und Krankenpflege -mit der Weiterbildung als Pflegeberater/in - stehen schon davor. Die Ressourcen sind vorhanden und müssen nur noch genutzt werden.“
Und dass das Angebot der Pflegeberatung angenommen wird, erfahren die Absolventen, die im März 2008 den ersten Kurs erfolgreich abgeschlossen hatten. So antwortet Simone Ahlbrecht von der Diakoniestation West in Kassel auf die Frage, ob bei pflegenden Angehörigen ein Beratungsbedarf besteht: „Ja, auf jeden Fall. Die Praxis zeigt, dass das Angebot der aufsuchenden Beratung und die Teilnahme an Pflegekursen sehr gut angenommen wird. Häusliche Pflege gestaltet sich oft sehr komplex. Pflegende Angehörige haben den Wunsch sich auszutauschen und benötigen einen Berater, der sie durch das komplexe Gesundheitssystem leitet.“
Pflegeberatung
Die Pflegeberaterinnen und Pflegeberater der Diakonie unterstützen beratend in allen Pflegefragen und bei der Hilfsmittelwahl, helfen bei der Entscheidung über die richtige Pflegeleistung und geben Tipps zu entlastenden Verhaltensweisen in der häuslichen Pflege. Sie stellen Kontakte zu Gesprächskreisen her und vermitteln die Ersatzpflege, wenn pflegende Angehörige Zeit für sich benötigen oderaus anderen Gründen an der Pflege gehindert sind. Die Fachweiterbildung zur Pflegeberaterin/Pflegeberater Diakonie hat die Bundesakademie für Kirche und Diakonie gemeinsam mit dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland entwickelt.
Diese Weiterbildung schafft für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Diakoniestationen ein solides Kompetenzfundament zu einer Pflegeberatung, in deren Fokus die Angehörigen von Pflegebedürftigen stehen.
Ziel dieser Beratung ist es, pflegende Angehörige für ihre verantwortungs- und anspruchsvolle Tätigkeit zu stärken, und zu entlasten.
Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333
Angesichts der derzeitigen heftigen militärischen Auseinandersetzungen und der humanitären Krise im Norden von Sri Lanka fordert der Landespfarrer des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck e.V., Oberlandeskirchenrat Dr. Eberhard Schwarz, einen sofortigen Abschiebungsstopp für das vom jahrelangen Bürgerkrieg gebeutelte Land.
„Die erschütternden Meldungen aus dem Kriegsgebiet im Norden Sri Lankas sprechen von tausenden eingekesselter Zivilisten auf einem Gebiet von weniger als 50 Quadratkilometer. Die Versorgungssituation ist katastrophal. Weder Nahrungsmittel noch dringend benötigte medizinische Hilfe erreichen das Bürgerkriegsgebiet. Der über 25 Jahre andauernde Bürgerkrieg mit über 80.000 Toten findet damit seinen Höhepunkt. Insgesamt erlaubt weder die Sicherheits- und Menschenrechtslage noch die humanitäre Situation eine Rückführung von Flüchtlingen nach Sri Lanka,“ so Dr. Schwarz.
Die Lage in Sri Lanka ist katastrophal
Die Sicherheitslage im Norden sowie im Osten des Landes ist nach Aussage von verschiedenen Organisationen geprägt von offenen Kriegshandlungen bzw. militärischer Instabilität. Es kommt zu willkürlichen Verhaftungen, täglich verschwinden Menschen. Im Osten verschärft sich die Lage zusätzlich durch Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden tamilischen Rebellengruppen. Medico international berichtet aus dem Norden von systematischen Folterungen, Erschießungen und Vergewaltigungen in den Internierungsund Auffanglagern der Armee. Auf der anderen Seite verstärkt laut Angabe der Schweizer Flüchtlingshilfe, die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) ihre Zwangsrekrutierungen. Die instabile Sicherheitslage ist nicht auf die Nord- und Ostprovinz begrenzt. Landesweit kommt es zu Bombenanschlägen und Attentaten, die die Zivilbevölkerung direkt oder mittelbar betreffen. Dem gegenüber sind v. a. Tamilen von gezielten Polizeiaktionen sowie willkürliche Festnahmen durch Militär, paramilitärische Gruppen und Polizei betroffen.
Aber auch die Menschenrechtssituation ist sehr angespannt.
Laut dem Asien Centre for Human Rights steht Sri Lanka in Südasien bei Verletzungen von Menschenrechten auf Platz eins. Dies liegt vor allem an der fehlenden Aufklärung und Verfolgung von politischen und ethnisch motivierten Verbrechen. Erschwerend kommt der mangelhaft ausgebildete Wille zur Strafverfolgung dieser Verbrechen hinzu. Opfer von Menschenrechtsverletzungen ist überwiegend die tamilische Bevölkerungsgruppe. „Es ist eine Katastrophe, was sich dort abspielt. Deshalb setze ich mich für den Abschiebestopp ein,“ meinte der Landespfarrer abschließend.
Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333
Mit der Unterzeichnung des Gesellschaftervertrags der Diakonie Hessen GmbH haben die beiden Diakonischen Werke in Hessen, das Diakonische Werk in Hessen und Nassau (DWHN) und das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck (DWKW), einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem gemeinsamen Verband getan.
Geschäftsführer der GmbH werden Pfarrer Dr. Wolfgang Gern, Vorstandsvorsitzender des DWHN mit Sitz in Frankfurt am Main, und Oberlandeskirchenrat Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz, Vorstandsvorsitzender des DWKW mit Sitz in Kassel, sein. Mit Spitzenvertretern beider Diakonischer Werke und der Evangelischen Kirchen in Hessen stellten sie die Gesellschaft vor und erläuterten erstmals in der Öffentlichkeit die weiteren Schritte bis zur geplanten Fusion von DWHN und DWKW.
„Die Diakonie Hessen GmbH ist eine Tochtergesellschaft beider Diakonischer Werke. Sie hat dieAufgabe, beide Diakonischen Werke in Hessen, die bis zur geplanten Fusion ihre Arbeit wie gehabt fortsetzen, nach außen einheitlich, öffentlichkeitswirksam und verbindlich auftreten zu lassen, dem Land gegenüber, in der Liga der Freien Wohlfahrtspflege, gegenüber dem Landeswohlfahrtsverband und unseren Kostenträgern und den politisch Verantwortlichen“, sagten die Geschäftsführer Gern und Schwarz. Die Gesellschaft sei ein Zwischenschritt auf dem Weg zu einer Fusion der beiden Werke. „Wir hoffen, dass wir die Schaffung eines Diakonischen Werkes beider Landeskirchen in Hessen im Jahr 2012 erreichen. Auch wegen der enger werdenden Finanzierungsbedingungen auf dem Sozial- und Gesundheitsmarkt ist es höchste Zeit, jetzt schon mit einer Stimme – und zwar einer kräftigen – in Hessen zu sprechen“, so Schwarz und Gern.
Schwarz sprach von einem „Meilenstein“ auf dem Weg zu einem Diakonischen Werk in Hessen. „Wir haben den Gesellschaftsvertrag unterschrieben für die Diakonie Hessen GmbH. Sie ist in Gründung, wir warten noch auf die Eintragung beim Registergericht. Sie wird gemeinnützig sein.“ Es sei zudem wichtig, die vorhandenen Unterschiede beider Werke, die es im strukturellen und finanziellen Bereich gebe, zusammenzuführen. Dazu habe es bereits Gespräche mit den Kirchenleitungen gegeben. Voraussetzung für eine Fusion sei eine nachhaltige Finanzierung des fusionierten Werkes durch seine beiden Landeskirchen, so Schwarz. „Wir haben bislang viel Gemeinsames im Selbstverständnis unserer beiden Werke festgestellt: Diakonie als Kirche, Diakonie als Unternehmen, Diakonie als Dienstleister, Diakonie als Anwältin. Wir glauben, dass sich die Mühe lohnt und dass es aus demographischen und finanziellen Gründen Sinn macht, diese Gemeinsamkeiten durch eine entsprechende Struktur zum Ausdruck zu bringen: durch die Schaffung eines Diakonischen Werkes beider Landeskirchen in Hessen“, betonte Schwarz.
Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Volker Jung, sagte, der Sinn von Kooperation und möglicher Fusion der Diakonien in Hessen liege darin, dass die wohnort- und basisnahen Angebote durch eine gemeinsame sozialpolitische Stimme und eine gemeinsame Anwaltschaft der Diakonie auf Landesebene gestärkt würden. Kirche und Diakonie gehörten zusammen – jede an ihrem Platz und mit ihrer spezifischen Aufgabe. „Dabei bleiben besonders die Finanzierungslogiken von Kirche und Diakonie unterschiedlich. Die Diakonie ist von den Finanzierungslücken in der öffentlichen Kostenträgerschaft besonders hart betroffen. Aber Diakonie muss in der Mitte unserer Kirche verankert bleiben und muss aus der geistlichen Mitte der Kirche gestärkt werden“, so Jung. Zugleich helfe die Diakonie den Kirchen, angesichts drängender interner Fragen die Sorge um die Menschen im Blick zu behalten.
Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, nannte die Diakonie eine der wesentlichen Lebensäußerungen der Kirche. Dabei sei die Diakonie nicht einfach eine sozialpolitische Interessensvertretung unter anderen, sondern bringe jeweils die theologische Begründung ihrer fachlichen Position und politischen Forderungen zur Geltung. Von ihrem Anfang an habe die Christenheit stets auch in den Blick genommen, wie die Fürsorge an Armen und der Dienst an Benachteiligten so organisiert werden könne, dass möglichst effizient Hilfe geleistet werde. Die Gründung der Diakonie Hessen GmbH stehe in dieser Linie; sie sei ein richtiger Schritt in die richtige Richtung. Sie sei zugleich Ansporn, den Kooperationsprozess der beiden evangelischen Landeskirchen in Hessen besonnen und zielstrebig voranzutreiben.
Zweck und Aufgabe der Gesellschaft ist die sozialpolitische und verbandsübergreifende Vertretung diakonischer Anliegen auf Landesebene, also gegenüber dem Land Hessen, den kommunalen Spitzenverbänden, Sozialleistungs- und Sozialversicherungsträgern sowie deren Verbänden und Anstalten und sonstigen Dritten. Die Gesellschaft soll verbandsübergreifende Grundsatzfragen und Stellungnahmen erarbeiten, die diakonische Arbeit auf Landesebene vernetzen, die sozialpolitischen Positionen und Interessenvertretungen auf Landesebene koordinieren – besonders für Menschen in Krisensituationen und Notlagen –, und die diakonische Gremienarbeit unter anderem in der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen und der Caritas-Diakonie-Konferenz in Hessen koordinieren.
Mitglieder- und Dachverband: Das Diakonische Werk in Hessen und Nassau (DWHN) ist ein Mitglieder- und Dachverband für das evangelische Sozial- und Gesundheitswesen auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und ein Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege. Derzeit gehören dem DWHN 262 Mitglieder mit 369 Einrichtungen an, darunter Krankenhäuser und Einrichtungen der Jugend-, Alten- und der Behindertenhilfe, sozialpflegerische bzw. pädagogische Ausbildungsstätten. Insgesamt sind in diakonischen Einrichtungen etwa 18.000 Mitarbeiter beschäftigt.
Trägerverband: In der Geschäftsstelle des DWHN in Frankfurt am Main bzw. bei den 19 regionalen Diakonischen Werken, deren Träger das DWHN ist, und ihren Außenstellen arbeiten mehr als 1.150 Mitarbeiter. Zu deren meist ambulanten Angeboten gehören die Jugend-, Ehe- und Familienberatung, Hilfen für Suchtkranke, Angebote für seelisch Kranke, für Menschen mit Behinderungen, Wohnungslose und alte Menschen, außerdem Mobile Soziale Dienste, Schuldnerberatung und – gemeinsam mit der Caritas – die Bahnhofsmissionen in Darmstadt, Frankfurt und Gießen. Dem DWHN ist zudem die Fachberatung für die Gemeindekrankenpflege zugeordnet.
Das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck e.V. (DWKW) mit Sitz in Kassel ist der evangelische Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Der Verband vertritt die Interessen von derzeit rund 210 Mitgliedern (Vereine, Stiftungen, gemeinnützige GmbHs, Evangelische Kirchenkreise und -gemeinden, Evangelische Kindertagesstätten, landeskirchliche Zweckverbände). In deren gut 600 Einrichtungen arbeiten momentan rund 12.500 Hauptamtliche und ungezählte Ehrenamtliche. Darüber hinaus ist das DWKW Träger des Evangelischen Fröbelseminars. Als Dienstleister und Anwalt tätig zu sein ist elementares Selbstverständnis des DWKW. Fachliche Beratung gehört damit genauso zu seiner Arbeit wie die Förderung von Selbsthilfeinitiativen sozial Benachteiligter.
Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333
Am 20. Februar 2009 beendeten 22 Teilnehmerinnen die vom Verband Ev. Tageseinrichtungen für Kinder im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck (DWKW), in Kooperation mit dem Evangelischen Fröbelseminar angebotene Qualifizierungsmaßnahme zur Praxisanleitung.
Bereits im vierten Durchgang bietet der Verband Ev. Tageseinrichtungen für Kinder im DWKW in Kurhessen-Waldeck in Kooperation mit dem Ev. Fröbelseminar diese Fortbildung zur Qualifizierung von Praxisanleitung an.
Inzwischen haben insgesamt 80 Fachkräfte aus unterschiedlichen sozialpädagogischen Arbeitsfeldern an dieser Qualifizierung erfolgreich teilgenommen. Mit diesem Fortbildungsangebot werden die Praxisfelder als Ausbildungsort gestärkt und die dazu notwendigen Kompetenzen der Praxisanleitung erweitert.
Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333
Am Sonntag Invokavit, 1. März 2009, wurde in der Evang. Adventkirche in Vellmar die 16. Aktion „Hoffnung für Osteuropa" eröffnet. Bischof Dr. Martin Hein rief in seiner Predigt dazu auf, die Passionszeit zu nutzen, um die Not anderer besser wahr zu nehmen.
Hein wies auf die Aktion „Sieben Wochen ohne" hin. Der bewusste Verzicht von immer mehr Menschen gerade in der Passionszeit mache auch dazu frei auf die Not anderer zu sehen.
Die Entwicklung in den Ländern Mittel- und Osteuropa habe zwar wirtschaftlichen Aufschwung gebracht, jedoch sei die Not für Teile der Bevölkerung immer noch groß. Angesichts dieser Not schaffe die Hilfe „Symbole der Hoffnung", sie werde die Situation jedoch nicht auf einen Schlag beenden. In den letzten Monaten hätten auch die Menschen in Deutschland die Zerbrechlichkeit des Wachstums und des Wohlstands kennen gelernt. Die gegenwärtige Wirtschaftskrise „trifft vor allem auch die Menschen in Mittel- und Osteuropa, die sich nicht auf ein funktionierenden Sozialsystem verlassen können", sagte Hein. Er rief zu bewussten Opfern für die Menschen in Mittel- und Osteuropa auf. „Wir können und etwas einschränken und andere dadurch stützen."
83.071 Euro wurden im vergangenen Jahr für die Aktion „Hoffnung für Osteuropa" in Kurhessen-Waldeck gespendet, wie Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz berichtete. „Die Aktion soll die Verbundenheit und Solidarität der evangelischen Christinnen und Christen in Deutschland mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa zum Ausdruck bringen", sagte Dr. Schwarz.
Neben Projekten auf EKD-Ebene wurde damit die Ausbildung junger Handwerker in Rumänien in einer Lernwerkstatt in der Kirchenburg von Mediasch gefördert. Handwerker aus Kurhessen-Waldeck unterstützen dieses Projekt durch eigene Einsätze in ihrem Urlaub. Die landwirtschaftliche Beratung im Kaliningrad Gebiet durch den Verein „Rat und Tat", die im Rahmen des Eröffnungswochenende besonders vorgestellt wurde, zählte ebenso zu den Projekten wie die Präventionsarbeit gegen Frauenhandel in Weißrussland.
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Aus Anlass der Diskussion um die Heizkostenpauschale in der Stadt Kassel weist die Arbeitsgemeinschaft für Diakonische Dienste (AGDD) in der Region Kassel darauf hin, dass Arbeitslosengeld-II Empfänger ihre Heizkostennachzahlungen bei der Arbeitsförderung Kassel-Stadt (AFK) geltend machen sollten.
„Laut Gesetz werden Leistungen für Unterkunft und Heizung - soweit diese angemessen sind - in Höhe der tatsächlichen Aufwendungen vom Leistungsträger übernommen. Auch das Landessozialgericht ist bislang dieser Ansicht. Die Forderung der Stadt Kassel, dass die Nachzahlung grundsätzlich von den Mietern zu übernehmen ist, widerspricht dem Sinn des Gesetzes. Der Gesetzgeber gibt die Übernahme der angemessenen Heizkosten vor," erläuterte Stefan Sigel-Schönig, stellvertretender Vorsitzender der AGDD Kassel.Aufgrund der gestiegenen Energiekosten und des kalten Winters seien in vielen Fällen Nachzahlungen zu erwarten. Wenn diese Kosten nicht wie gesetzlich vorgegeben übernommen werden, müssen sie die Betroffenen von ihren ohnehin viel zu niedrigen Regelsätzen abzweigen. „Konkret bedeutet das, dass viele Familien und Einzelpersonen von dem Geld, das kaum für Essen und Kleidung reicht, zusätzliche Ratenzahlungen an die städtischen Werke leisten müssen. Das darf nicht sein!", betonte Sigel-Schönig. Denn die Diakonie habe in der Vergangenheit immer wieder darauf hingewiesen, dass die Transferleistungen um mindestens 20% angehoben werden müssten, um ein auskömmliches Leben zu ermöglichen.
Falls im Einzelfall ein Verdacht auf unangemessenes Heizverhalten vorliege, sollte dies die AFK selbstverständlich überprüfen. Mieter müssten bereit sein, bei zu hohen Energiekosten, die nicht auf äußere Umstände wie ein extrem kalter Winter oder fehlende Dämmung zurückzuführen sind, ihr Heizverhalten analysieren zu lassen. „Dies dürfe aber nicht zu einem Generalverdacht gegen alle Empfängerinnen von Sozialleistungen führen", so Sigel-Schönig abschließend.
In allen Landkreisen im Bereich des Diakonischen Werkes von Kurhessen-Waldeck bestehen Arbeitsgemeinschaften Diakonischer Dienste (AGDD), in Kassel eine gemeinsame AGDD für Stadt und Landkreis. In den AGDD sind die diakonischen Träger und Einrichtungen der Region und die jeweiligen Kirchenkreise zusammengefasst. Sie vertreten gemeinsame Interessen gegenüber den Städten und Landkreisen und planen diakonische Aufgaben in der Region. Unter dem alle verbindenden Zeichen des Kronenkreuzes repräsentieren sie die Diakonie vor Ort.
Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333
Die Aufnahme der Pflegebranche in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz wird vom Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck e.V. zurückhaltend beurteilt. „Die Einführung eines Mindestlohns in der Pflegebranche ist zumindest ein Signal gegen Dumpinglöhne.
Der diskutierte Betrag liegt jedoch noch um die Hälfte niedriger als die tarifgerechte Entlohnung, wie sie in der Diakonie für Fachpersonal in der Pflege üblich ist. Selbst die hauswirtschaftlichen Dienste im Bereich der Pflege werden höher bezahlt als die derzeit genannten 7,50 €. Auf keinen Fall darf der Mindestlohn als Regellohn missverstanden werden“, sagte dazu der Vorsitzende des Vorstandes des DWKW, Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz.
Dr. Schwarz bezog sich damit auf die Befürchtungen vieler Mitgliedseinrichtungen, dass die Kostenträger in Zukunft den Mindestlohn als Grundlage für die Pflegesätze nehmen könnten, um die Entgelte für Heime und Pflegedienste noch stärker zu beschneiden: “Wir haben bisher von der Politik noch keine Zusage erhalten, dass dies nicht passieren wird.“ Der Landespfarrer setzt sich daher nachdrücklich dafür ein, eine angemessene Entlohnung der anspruchsvollen Tätigkeiten im Bereich der Pflege durch eine ausreichende Refinanzierung zu sichern.
Der Mindestlohn in der Pflege wird auch Thema eines Podiumsgespräches im Rahmen des sozialpolitischen Forums der Diakonie und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck am 2. Februar 2009 sein. Neben Barbara Heller, leitende Pfarrerin der Ev. Altenhilfe Gesundbrunnen (Mitgliedseinrichtung des DWKW) nehmen auch Michael Schmidt, Geschäftsführer der AWO Hessen-Nord, der Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär Alfred Hartenbach sowie der ver.di-Geschäftsführer Harald Fennel teil.
Sozialpolitisches Forum
Mindestlohn in der Pflege?
Montag, 2. Februar 2009 um 19.30 Uhr
Evangelisches Forum am Lutherplatz
Mauerstraße 15
34117 Kassel
Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333
Elf diakonische und kirchliche Bildungsträger in Hessen haben sich zusammengeschlossen, um ihr Angebot auf einer Plattform im Internet zu präsentieren. Diese ist ab sofort unter www.diakonie-bildung-hessen.de erreichbar und bietet der Nutzerin und dem Nutzer hessenweit diakonische Bildung auf einen Blick.
Bei der Präsentation des neuen Angebotes zeigten sich Pfarrer Dr. Wolfgang Gern (Diakonisches Werk in Hessen und Nassau), Landespfarrer Dr. Eberhard Schwarz (Diakonisches Werk in Kurhessen-Waldeck) und Präsidentin Prof. Dr. Alexa Köhler-Offierski (Evangelische Fachhochschule Darmstadt) erfreut über die vielfältigen Möglichkeiten: „Wir sind sehr zuversichtlich, dass dieses Angebot hilft, die Qualität unserer diakonischen Arbeit zu sichern.“ Berufliche Fort- und Weiterbildung sei gleichermaßen bedeutend für die institutionelle Wertschöpfung und die Persönlichkeitsbildung, hieß es.
Die Angebote der Fort- und Weiterbildung decken die verschiedenen Bereiche diakonischer und psychosozialer Arbeit ab und sollen dazu beitragen, Fachkompetenz, personale Kompetenz und Handlungskompetenz zu fördern. Die Mitglieder der Bildungsplattform wollen dabei die Kooperati-on unter den Bildungsträgern fördern und verfolgen gemeinsame Grundsätze der Qualitätssiche-rung.
Redaktion: Eckhard Lieberknecht, Telefon: (05 61) 10 95 - 333