Foto: REUTERS/Carlos Barria.
Haiti: Chaos und Not nach dem schweren Erdbeben - Menschen brauchen dringend Hilfe
Der Hilfsgüterflug von Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas international hat Port-au-Prince erreicht. Die Maschine war in der Nacht auf Dienstag von Belgien in die haitianische Hauptstadt geflogen. An Bord waren 20.000 Wasserkanister, 2000 Decken, 31 Großraumzelte und Tabletten zur Wasserreinigung. Mit weiteren Hilfsgütern an Bord wird die medizinische Grundversorgung von 80.000 Menschen über drei Monate sichergestellt.
Nach dem schweren Erdbeben im Karibikstaat Haiti bleibt die Lage für die Überlebenden dramatisch: Die Menschen warten auf sauberes Trinkwasser, Nahrungsmittel und medizinische Versorgung. Häuser und Straßen sind in weiten Teilen zerstört oder stark beschädigt. Es gibt kaum Hoffnung, unter den Trümmern noch Überlebende zu finden. Mittlerweile gehen Experten von bis zu 200.000 Erdbebentoten aus. Das Beben gilt als eines der stärksten der vergangenen 70 Jahre in der Karibik. Mehrere Nachbeben versetzten die Menschen auf Haiti in Angst. Am Dienstagnachmittag führte ein starkes Nachbeben zu weiteren Zerstörungen.
Haiti: Nothilfe auf dem Weg zu den Opfern
Hilfsgüterflug von Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas international
Stuttgart, 14.01.2010. Die Lage in Haiti nach dem Erdbeben ist dramatisch. Wegen massiver Zerstörungen und hoher Opferzahlen werden Versorgungssituation und Sicherheitslage zunehmend schwieriger. Um den Bedürftigen schnell zu helfen, schicken Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas international einen gemeinsamen Hilfsgüterflug nach Haiti.
Nachdem zunächst davon ausgegangen worden war, dass das Erdbeben hauptsächlich in der Hauptstadt Port-au-Prince für verheerende Zerstörungen gesorgt hatte, kommen nun auch aus ländlichen Regionen Meldungen von schweren Zerstörungen.
Schweres Erdbeben verwüstet Haiti
Diakonie Katastrophenhilfe ist vor Ort im Einsatz
Stuttgart, 13.01.2010. Nach dem Erdbeben auf Haiti mit zahlreichen Toten, Verletzten und schweren Verwüstungen bereitet die Diakonie Katastrophenhilfe Nothilfemaßnahmen vor. Besonders die Hauptstadt Port-au-Prince wurde in weiten Teilen zerstört. Neben Krankenhäusern und Schulen sind unzählige Häuser eingestürzt und Straßenverbindungen unterbrochen. Das Büro der Diakonie
Katastrophenhilfe und die Mitarbeitenden sind unversehrt. Das evangelische Hilfswerk stellt 100.000 Euro für die Nothilfe und den Wiederaufbau zur Verfügung.
„Es sind zahlreiche Häuser zerstört. Es wird sicherlich viele Hunderte Tote gegeben haben, wenn nicht sogar deutlich mehr“, so Astrid Nissen, Projektleiterin der Diakonie Katastrophenhilfe in Haiti. Die Stimmung in Port-au-Prince sei vom Schock über die unerwartete Katastrophe geprägt. „Tausende Menschen sind auf den Straßen, sitzen auf dem Boden, singen, beten. Es gibt kein Licht, keinen Strom und keine Telefonverbindung“, berichtet Nissen weiter. Das Erdbeben hatte sich kurz vor Einbruch der Dunkelheit ereignet. Seit gestern 17 Uhr Ortszeit habe es circa jede halbe Stunde Nachbeben bis um 2 Uhr morgens gegeben.
Große Teile des Stadtzentrums sind verwüstet. Sowohl der Nationalpalast als auch das Parlament, der Sitz der UN-Mission und mehrere Ministerien sind zum Teil eingestürzt. Ebenfalls ein Kinderkrankenhaus, der größte Supermarkt und ein großes Hotel. Das Gebäude der EU-Kommission ist gesperrt worden. „Die noch funktionierenden Krankenhäuser sind überfüllt. Ich habe in drei Krankenhäusern Ärzte gesehen, die bei Kerzenlicht Verletzten helfen“, berichtet Nissen. Stark betroffen sind laut Nissen auch die dicht besiedelten
Slums an den Hängen der Hauptstadt, wo es zu Erdrutschen kam. Völlig unklar ist die Lage im wahrscheinlich ebenfalls betroffenen Südosten des Landes, zu dem sämtliche Verbindungen unterbrochen sind.
Zurzeit bereitet die Diakonie Katastrophenhilfe die Nothilfe vor. Nach Anbruch des Tages (6 Stunden Zeitverschiebung) werden Teams die Situation sichten. Partnerorganisationen der Diakonie Katastrophenhilfe und der Schwesterorganisation „Brot für die Welt“ in Haiti stehen in Kontakt mit dem Büro und planen gemeinsame Hilfeleistungen. Ebenfalls wird die Nothilfe über das globale kirchliche Hilfsnetzwerk ACT (Kirchen helfen gemeinsam) mit den vor Ort arbeitenden Hilfsorganisationen vorbereitet.
Das Diakonische Werk in Kurhessen-Waldeck bittet um Spenden auf folgendes Konto:
Konto 21 21 21, Evang. Kreditgenossenschaft Kassel, BLZ 520 604 10, Stichwort "Haiti"
DiakonieKatastrophenhilfe - Hilfe in großer Not
Bei Erdbeben, Überflutungen, Vertreibungen und Hunger muss Hilfe schnell vor Ort sein – das ist das Anliegen der Diakonie Katastrophenhilfe. Doch um Menschen aus großer Not zu helfen, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen. Nur mit Ihrer Hilfe können wir helfen!
Die Diakonie Katastrophenhilfe leistet seit 50 Jahren weltweit dort Hilfe, wo die Not am größten ist. Sie unterstützt Menschen, die Opfer von Naturkatastrophen, Krieg und Vertreibung geworden sind und diese Notlage nicht aus eigener Kraft bewältigen können. Sie hilft unabhängig von Religion, Hautfarbe und Nationalität.
Die Diakonie Katastrophenhilfe fördert jährlich im Durchschnitt 150 Hilfsmaßnahmen. Ziel ist die Wiederherstellung tragfähiger Lebensbedingungen in den Notgebieten. Nachhaltige und effektive Katastrophenhilfe beschränkt sich nicht auf reine Überlebenshilfe. Vorsorge- und Vorbeugemaßnahmen, die künftige Katastrophen verhindern oder zumindest das Ausmaß der Schäden verringern, zählen ebenso dazu wie Rehabilitations- und Wiederaufbauprogramme.
Enge Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort
Art und Ausmaß der Hilfe werden der Situation im Notgebiet angepasst. Die Hilfsmaßnahmen orientieren sich stets an den örtlichen Gegebenheiten und sind in den wirtschaftlichen, sozialen und politischen Kontext eines Landes oder einer Region eingebettet. Sie richten sich nach den Bedürfnissen der Opfer, achten die Würde der Menschen und schützen geltendes Recht und Brauchtum. Um dies zu garantieren, arbeitet die Diakonie Katastrophenhilfe eng mit erfahrenen, einheimischen Partnern zusammen. Sie ist außerdem Mitglied von ACT (Kirchen helfen gemeinsam), dem weltweiten Netzwerk von Kirchen und kirchlichen Hilfswerken im Bereich der humanitären Hilfe.
Ansprechpartner im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck:
Claus-Dieter Suß
Telefon: (05 61) 10 95 - 303
E-Mail: c.suss@dwkw.de
Spenden
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