Aktionen

„Brot für die Welt“, DiakonieKatastrophenhilfe und die Aktion "Hoffnung für Osteuropa" wollen Menschen in aller Welt unterstützen, die in Not sind. Die Diakoniesammlungen dienen der Unterstützung diakonischer Hilfen in Kurhessen-Waldeck. Mit Wohlfahrtsmarken helfen Sie der Diakonie beim Aufbau von Beratungsdiensten. 

 

Brot für die Welt

"Brot für die Welt" - Den Armen Gerechtigkeit
"Brot für die Welt" - Den Armen Gerechtigkeit

53. Aktion „Brot für die Welt“
Gemeinsam gegen Landraub

Der Konflikt um Land

Ernährungssicherung ist seit Beginn der Aktion Brot für die Welt zentrale Aufgabe der Entwicklungshilfeorganisation der evangelischen Kirchen in der Bundesrepublik. Doch auch heute ist dieses Ziel noch lange nicht erreicht. Rund eine Milliarde Menschen auf der Welt hungern.

Nur ein geringer Teil dieser Menschen ist Opfer von Naturkatastrophen, wie wir sie im Moment in Ostafrika erleben. Weit größer ist die Zahl der Hungernden, die unter ständigem Nahrungsmangel leiden.

Kaum bekannt ist die Tatsache, dass rund die Hälfte aller hungernden Menschen auf der Erde Kleinbauern sind, also Familien, die durch die eigene Arbeit auf auf den Feldern Nahrungsmittel selbst erzeugen könnten. Doch die Bedingungen für diese Bauernfamilien lassen eine ausreichende Ernte nicht zu. Sie verfügen nicht über genügend Land oder müssen unter schlechten klimatischen Bedingungen das Land bearbeiten.

Neue Ausmaße hat in den letzten fünf Jahren die Verdrängung von Kleinbauern von ihrem Land erreicht. Die weltweite Finanzkrise, die sich vor allem aus dem Wertverfall von Gebäudeimmobilien und Aktien ergab, hat dazu geführt, dass Investitionen in landwirtschaftliche Fläche für Anleger attraktiv geworden ist.

Millionen Hektar Ackerland wurden inzwischen weltweit von Investoren aufgekauft um verfügbares Geld anzulegen. Ziel ist es auf diesen Flächen Rohstoffe für Futtermittel (vor allem Soja) und Biotreibstoffe (Zuckerrohr, Mais, Ölpalmen, Färberdistel) anzubauen. Die Investitionen in diese Produkte versprechen eine sichere Rendite, angesichts verfallender Immobilienpreise und Aktienkurse.

Zunehmend werden durch diese Entwicklung aber auch Kleinbauern von dem Land verdrängt, das sie bisher nutzten, um Lebensmittel für den Eigenbedarf und den heimischen Markt anzubauen. Für viele Kleinbauern stellt der Nachweis des Besitzes am eigenen Land ein großes Problem dar. Sie verfügen nicht über Besitzurkunden für das Land, das sie seit Generationen bewirtschaften, Grundbücher sind in vielen Staaten unbekannt. Ein Bespiel aus der Brot für die Welt – Projektarbeit in Argentinien zeigt, wie gegen diese Entwicklung vorgegangen werden kann.

 

Landkonflikte im Argentinischen Chaco

Land zum Leben - Grund zur HoffnungIm argentinischen Chaco machen skrupellose Vertreter des Agrobusiness den indigenen Völkern ihr Land streitig. Mit Hilfe moderner Geoinformationssysteme und engagierter Lobbyarbeit verhilft die Organisation ASOCIANA den Indigenen zu ihrem Recht.
"Da! Halt drauf!", ruft Ana Alvarez dem Fotografen von der Rückbank des Kleinflugzeugs aus zu. Der reagiert sofort, zoomt lodernde Flammen und verbrannte Mondlandschaft heran, drückt ab. Zeitgleich hält Alvarez mithilfe eines GPS-Gerätes die Koordinaten der Orte fest, an denen illegal brandgerodet wird.

Ana Alvarez, Projektkoordinatorin des "Brot für die Welt"-Partners ASOCIANA, einer Organisation der Anglikanischen Kirche, erklärt das Prinzip der Zerstörung: "Es ist einfach: Sie roden mit schweren Maschinen, holen alle wertvollen Hölzer aus dem Wald und verarbeiten minderwertige zu Kohle."

Alles Übrige scharren Bulldozer zu großen Haufen zusammen, Feuer erledigen den Rest. So wird Platz für Monokulturen wie Soja, Zuckerrohr oder die ölhaltige Färberdistel geschaffen – Erzeugnisse, die in den Industrieländern begehrt sind und satte Gewinne versprechen. Auch Europa ist ein guter Abnehmer. Hier landet Soja als Futtermittel in den Trögen von Schweinen und Rindern – während im argentinischen Chaco jene hungern, denen das Land eigentlich gehört: die indigene Bevölkerung.
Mit den kartographierten GPS-Daten und den Luftaufnahmen sollen dem Umweltministerium Verstöße gegen eine einstweilige Verfügung aus dem Jahr 2008 bewiesen werden. Diese verbietet jegliche Rodung in der Region. Informiert wird auch der Oberste Gerichtshof, der damals auf die Verfügung drang – seinerzeit ein großer Erfolg für ASOCIANA.

Als wäre der Kampf gegen das Agrobusiness nicht schwer genug, müssen sich die indigenen Völker auch mit den Kleinbauern auseinandersetzen. Dabei treffen zwei Welten aufeinander: Die indigenen Völker leben vom Jagen und Fischen, vom Früchte- und Honigsammeln im Wald. Die Nachkommen europäischer Einwanderer hingegen betreiben extensive Viehzucht. Ihre Rinder, Ziegen und Schafe dringen in die Wälder ein und zerstören die Lebensgrundlage der Indigenen.

Bereits 2001 nahm ASOCIANA daher Kontakt mit FUNDAPAZ auf, einem Partner von "Brot für die Welt", der die Kleinbauernfamilien berät. Man einigte sich darauf, bei der Provinzregierung die Vergabe von Landtiteln einzufordern. Um zu klären, wer das Land wie nutzt, hielten die Indigenen mit GPS-Geräten die Koordinaten ihrer Honigsammelstellen, Fisch- und Jagdgründe fest. Und die Kleinbauern kartographierten jene Gebiete, die sie bis dahin für ihr Vieh genutzt hatten.

Das gemeinsame Vorgehen zeitigte Erfolg: 2007 unterzeichnete der damalige Gouverneur ein Dekret, in dem die Übergabe des Landes an die indigenen Gemeinden und die Kleinbauern angekündigt wird. Zwar ziert sich sein Nachfolger noch, das Dekret tatsächlich umzusetzen, doch scheint eine friedliche Lösung des Landkonflikts greifbar nah.

Brot für die Welt fördert in jedem Jahr rund 1.000 Projekte, wie das von ASOCIANA, um Menschen in Asien, Afrika und Lateinamerika zu unterstützen.

Trotz aller Anstrengungen sind Hunger und Armut noch alltäglich auf unserer Erde. Neue Herausforderungen kommen hinzu. Der Klimawandel – im Moment in aller Munde – hat auf den Menschen im Süden schon konkrete existenzbedrohende Auswirkungen: Der Regen bleibt aus oder kommt zur Unzeit. Katastrophen mehren sich. „Brot für die Welt“ hat schon vor Jahrzehnten auf diese Zusammenhänge hingewiesen. Und gerade in diesen Tagen hat sie die Studie „Zukunftsfähiges Deutschland“ vorgelegt.
Die Aktion „Brot für die Welt“ bleibt nötig, weil die Not in der Welt nicht verschwindet. Doch es gilt weiterhin zu helfen und Zeichen zu setzen!

Ansprechpartner im Diakonischen Werk in Kurhessen-Waldeck:

Claus-Dieter Suß
Telefon: (0561) 10 95 – 303
E-Mail: c.suss@dwkw.de

Spenden

Die Aktion "Brot für die Welt" fördert Projekte in Asien, Afrika und Lateinamerika gegen Hunger und Elend in der Welt.

Sie können spenden für die Aktion "Brot für die Welt": 
Konto 200 000
Evang. Kreditgenossenschaft Kassel (BLZ 520 604 10)

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